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Herzogenauracher Abgeordneter
Neuling in Berlin: Konrad Körners erster Tag im Bundestag
Konrad Körner Bundestag
Die erste Sitzung im Bundestag ist aufregend für Konrad Körner, aber auch anstrengend. // Dr. Konrad Körner MdB
Herzogenaurach/ Berlin – Ein Neuling aus Herzogenaurach im politischen Zentrum: Konrad Körner erzählt von seinem turbulenten Start im Deutschen Bundestag.

Lang, vollgepackt und anstrengend – aber auch würdevoll, erhebend und aufregend: Konrad Körner fallen zu seiner ersten Sitzung im Deutschen Bundestag viele Wörter ein. Vor allem aber wird ihm der Tag wohl dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Nicht nur, weil Alterspräsident Gregor Gysi seiner Meinung nach die Ansprache versemmelt oder weil seine Favoritin Julia Klöckner die Wahl zur Bundestagspräsidentin für sich entschieden hat. Vor allem wohl deswegen, weil es für den CSU-Abgeordneten eine Ehre ist, seine Heimat Erlangen-Höchstadt in Berlin zu vertreten, wie er selbst sagt.

Von Herzogenaurach nach Berlin: Konrad Körner neu im Bundestag

Eine Vereidigung gab es am Dienstag bei der ersten konstituierenden Sitzung nicht, wie Körner verrät. „Das haben mich viele gefragt. Aber worauf sollte man vereidigt werden? Als Bundestagsabgeordneter kann man ja theoretisch das Gesetz und das Grundgesetz ändern, also kann man darauf nicht vereidigt werden“, erklärt der Herzogenauracher am Tag nach der Sitzung am Telefon. „Aber als zur Wahl der Bundestagspräsidentin mein Name aufgerufen wurde, das war schon ein erhebender Moment.“ 

Konrad Körner über seine erste Sitzung im Bundestag

Um 8.30 Uhr habe der Tag mit einem Gottesdienst begonnen, bis 17 Uhr gab es dann ein durchgetaktetes Programm. Von Mittwoch bis Freitag erfahren die Neulinge der CDU/CSU nun in einem dreitägigen Bootcamp erst einmal alles, was sie über den Bundestag, die Ansprechpartner, die Organisation oder Rechtsangelegenheiten wissen müssen. „Ich sitze hier gerade im Bootcamp“, gibt Körner am Telefon lachend zu. 

Konrad Körner Bundestag
Im Spotlight: Mittendrin sitzt der 32-Jährige aus Herzogenaurach. // Kay Nietfeld/dpa/ Montage: Martin Regner

„Es ist schon sehr viel, ich muss jetzt erstmal mein Büro aufbauen und Bewerbungsgespräche führen, die IT zum Laufen bringen“, erzählt er. „Es war so viel los in den letzten Wochen, dass ich nicht einmal dazu gekommen bin, die E-Mails, die nach dem Wahlkampf eingetrudelt sind, zu beantworten, egal ob Glückwünsche oder Bürgeranliegen. Das steht jetzt alles an, wenn alles wieder ein bisschen ruhiger wird.“

Kritik an AfD und Störungstaktik

Von seinem ersten Tag nimmt Körner viele Eindrücke mit. Neben dem für ihn unvergesslichen Moment, als am Ende des Tages die Nationalhymne ertönt, bestimmen aber auch negative Augenblicke den ersten Tag. „Am Anfang war es ein Zirkus, was die AfD abgeliefert hat. Es gab viele schwierige Zwischenrufe, von wegen es gäbe ein Parteienkartell. Aber der Bundestag entscheidet nun mal per Mehrheit. Ein paar Mal musste Klöckner auch dazwischengehen“, schildert er. „Das war für mich für den Anfang nicht schön, dass die AfD gleich so losgelegt hat.“

Am meisten habe ihn gestört, dass viele Zwischenrufe und Einwände nicht mit dem eigentlichen Inhalt der jeweiligen Debatten zu tun gehabt, sondern nur darauf abgezielt hätten, zu stören. „Wenn man das so live miterlebt, merkt man schon, dass das eine Unverschämtheit ist. Sie missbrauchen die Redezeit, um auf Social Media etwas in die Welt hinausposaunen zu können“, so Körner. Abgesehen davon sei die Sitzung aber „würdevoll“ gewesen. „Es war auch alles toll organisiert. Es war ein schöner Tag, aber durchgetaktet“, resümiert Körner. 

Einen kleinen Fun Fact hat er als Bundestags-„Newbie“ noch auf Lager. „Das Plenum ist ja ein hohes Haus, wie man so schön sagt. Man darf im Plenarsaal also nichts trinken, außer man ist Redner“, erklärt er lachend. „Nach drei Stunden merkt man das langsam schon. Ich musste dann mit zwei, drei anderen Neuen auf die Suche nach einem Glas Wasser gehen.“ 

Wechsel zwischen Herzogenaurach und Berlin

Nach dem dreitägigen Bootcamp freut Körner sich nun erstmal wieder auf zu Hause, wie er sagt, denn seit der Wahl hat er viel Zeit in Berlin verbracht. „Ich wohne ja mit meiner Frau und meiner Tochter in Herzogenaurach, wo wir gerade mein Elternhaus sanieren. Ich bin dann schon auch wieder froh, wenn ich wieder daheim bin“, sagt er. 

Konrad Körner Bundestag
Zusammen mit Catarina dos Santos-Wintz MdB, Pascal Reddig MdB und Anna Aeikens MdB (von links) posiert Körner für sein erstes Fotoshooting im Bundestag. // CDU/CSU-Bundestagsfraktion / Michael Wittig

Jedoch freut Körner sich nicht nur auf seine Familie in der Heimat. Auch die politischen Aufgaben will er voller Elan angreifen, immerhin ist er in den kommenden vier Jahren der einzige Vertreter für den Landkreis und die Stadt Erlangen im Bundestag – eine große Verantwortung für den 32-Jährigen. „Wir sehen ja, was los ist. Jetzt ist Siemens noch in den Stellenabbau eingestiegen. Ich konnte alle diese Ereignisse in den letzten Wochen quasi nur von Berlin aus verfolgen. Ich freue mich, wenn ich wieder zu Hause bin und mich da an die Arbeit machen kann“, sagt er.

Dafür müsse man aber erst auf die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen warten, die laut Körner „nicht so furchtbar“ seien, wie es nach außen hin klinge. „Es ist auch viel Gutes dabei, das wird was“, ist er überzeugt. Im wochenweisen Wechsel wird Körner in der kommenden Zeit zwischen Berlin und Herzogenaurach hin- und herpendeln. „Ich muss zu Hause erstmal viele Termine machen, mich vorstellen und vieles klären, damit ich auch wirklich Ansprechpartner für die Region sein kann.“

 

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