Am Samstag, 10. Mai, findet im Gymnasium Herzogenaurach eine Feier zum 50. Jubiläum statt. Obwohl die Anfänge nicht einfach waren, hat sich die Schule inzwischen fest etabliert.
50 Jahre Gymnasium Herzogenaurach: Blick in Schulgeschichte
Bereits im Juli 1971 hatte der Herzogenauracher Stadtrat den Beschluss gefasst, einen Antrag auf Errichtung eines Gymnasiums an die damals zuständige Regierung von Oberfranken zu stellen. Aber erst am 9. April 1974 hatte das Staatsministerium für Unterricht und Kultus der Stadt Herzogenaurach mitgeteilt, dass zu Beginn des Schuljahres 1974/75 eine Zweigstelle des Gymnasiums Höchstadt eröffnet werde.
Bürgermeister Hans Ort suchte geeignetes Gebäude
Schulleiter der Zweigstelle wurde der damalige Studiendirektor Theo Marabini. Mit dem damaligen Bürgermeister Hans Ort und Amtsleiter Günther Ringer machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Gebäude und wurde in der ehemaligen Mädchenschule fündig. Danach wurde alles in die Wege geleitet.
Dadurch konnte am 17. September 1974 im ehemaligen Mädchenschulhaus mit 175 Schülern in fünf Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 der Unterricht aufgenommen werden. Die Herzogenauracher Sechstklässler hatten bereits ein Jahr am Höchstadter Gymnasium absolviert und kamen an die Aurach zurück.
Herzogenauracher Kirchenplatz war der Pausenhof
Viele der Schüler erinnern sich gerne an die Schulzeit im Herzen von Herzogenaurach. Ein Manko war allerdings, dass es keine Fachräume gab, der Sportunterricht wurde in den Hallen der Realschule/Südschule gehalten. Der Kirchenplatz war der Pausenhof, was für die Schüler nicht unangenehm war. Konnte man sich doch kurzfristig in der Pause absentieren, um sich beim „Buri-Eugen“ oder bei der „Bonbon-Tante“ mit Obst oder Süßigkeiten einzudecken.
Der Unterricht wurde zu Beginn durch ganze zwölf hauptamtliche Lehrkräfte des Gymnasiums Höchstadt a.d. Aisch bestritten. Dazu kamen noch Fachlehrer und die Herzogenauracher Geistlichen.
Theo Marabini wagte damals als Leiter des neuen Progymnasiums bereits die mutige Prognose, dass am Ende dieser Entwicklung in nicht allzu ferner Zeit ein voll ausgebautes Gymnasium stehen würde. Marabini war Gymnasialprofessor, das heißt Studiendirektor, mit Einrichtung der Oberstufe wurde er 1981 zum Oberstudiendirektor befördert.
Spatenstich erfolgte 1976
Bereits im Schuljahr 1976/77 war das Gebäude am Kirchenplatz mit 267 Schülern und acht Klassen voll belegt. Es gab 18 hauptamtliche Lehrer. Die Schülerzahl betrug 1977/78 insgesamt 368 Schüler. Drei Klassen waren in die Carl-Platz-Schule „ausgelagert“. Um der Platznot abzuhelfen, wurde sogar das alte Schulgebäude in Hammerbach reaktiviert und mit Schulklassen belegt.
Glücklicherweise wurden die Baupläne für den Neubau im Januar 1976 abgesegnet, so dass am 23. November 1976 der Spatenstich für das neue Schulgebäude am Burgstaller Weg erfolgen konnte, das Richtfest wurde am 13. Oktober 1977 begangen. Offiziell selbstständig wurde der Herzogenauracher Ableger am 1. August 1978. Das Lehrerkollegium unternahm extra eine Wallfahrt mit Gottesdienst zum Lauberberg, um dieses Ereignis zu begehen.
Gymnasium entwickelt schnell starkes Eigenleben
Das Herzogenauracher Gymnasium entwickelte schnell ein starkes Eigenleben mit Schulfahrten in Sonderzügen der Bundesbahn von Herzogenaurach nach Stuttgart, Bad Wimpfen, Eichstätt und an den Rhein. Zur Unterstützung wurde am 26. März 1976 eine Vereinigung der Freunde des Gymnasiums gegründet. Das ursprünglich mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium wurde später um einen neusprachlichen Zweig ergänzt. Dadurch konnte ab der 9. Jahrgangsstufe Französisch als dritte Fremdsprache gewählt werden.
Ab dem 14. September 1978 besuchten 584 Schülern in 18 Klassen im Neubau am Burgstaller Weg den Unterricht. Es gab eigene Fachräume für Physik, Chemie und Kunsterziehung, sogar eigene Fotokurse konnten gehalten werden. Die Zimmer waren mit der damals neuesten Medientechnologie ausgestattet, es gab Leinwände und Videorekorder mit Kassetten, die fast so groß waren wie heutzutage ein handlicher Beamer.
Die Herzogenauracher Gymnasiasten hatten sich an „ihre“ Schule gewöhnt und hegten auch berechtigte Hoffnung, dass die Fünftklässler des Jahrgangs 1974/75 als Erste das Abitur in Herzogenaurach schreiben dürften. Aber die Entscheidungsprozesse in einer Ministerialbürokratie sind unerfindlich. Und so mussten die Herzogenauracher Zehntklässler des Schuljahrgangs 1979/80 ab dem Schuljahr 1980/81 nach Höchstadt oder Erlangen wechseln, wenn sie das Abitur machen wollten. Die meisten entschieden sich dafür, nach Höchstadt zu gehen. Sei es, weil dort ihnen bereits bekannte Lehrer unterrichteten, weil Freunde oder Geschwister dort ebenfalls in die Schule gingen, oder weil die Gruppendynamik sie nach Höchstadt zog.
Höhere Schülerzahlen in der Zweigstelle
1983 haben letztmalig Herzogenauracher in großer Zahl am Höchstadter Gymnasium ihr Abitur gemacht, denn 1984 konnten die ersten Abiturprüfungen in Herzogenaurach in der Sporthalle der Hauptschule am Burgstaller Weg absolviert werden. Es gab sogar Zeiten, da übertraf die ehemalige Zweigstelle Herzogenaurach ihre Höchstadter Keimzelle an Schülerzahlen.
1987 wurde die Dreifachsporthalle für das Gymnasium errichtet, 1992 wurde der fünfte Bauabschnitt begonnen, der im Februar 1994 bezogen werden konnte. Weitere Erweiterungen folgten.
Im Frühjahr 1996 endete der erfolgreiche Weg von Oberstudiendirektor Theo Marabini als Schulleiter. Seine Nachfolgerin wurde Elisabeth Fuchshuber-Weiß, es folgte Michael Stadelmann, dann Norbert Schell. Nunmehr leitet Oberstudiendirektor Ralph Frisch die Geschicke der Schule.














