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Im Headquarter Herzogenaurach
Exklusive Einblicke ins Studio48: So arbeiten Puma-Designer
Studio48Puma Studio48
Zahlreiche Nähmaschinen, riesige Schneidetische, eine gemütliche Lounge: Im Studio48 in Herzogenaurach gibt es alles, was die Designer-Herzen bei Puma höher schlagen lässt. // Andreas Klupp
Herzogenaurach – Kreativität trifft auf Technik: Puma präsentiert stolz das kürzlich eingeweihte Studio48 in Herzogenaurach. Ein Raum, der Designerträume wahr werden lässt.

Hohe oder flache Sohlen, unifarben oder Animal Print, Leder oder Jeans: Welcher Trend auch immer gerade vorherrscht, er kennt sie alle. Heiko Desens arbeitet seit über fünf Jahren bei Puma, zählt man seinen ersten Zwischenstopp beim Sportgiganten aus Herzogenaurach mit, sind es sogar fast zehn Jahre. Als „Vice President Creative Direction & Innovation“ weiß er immer ganz genau, was sich in der Modebranche tut. 

Um den Designern im Unternehmen mehr Möglichkeiten zu geben, sich kreativ auszuleben und eben jene Trends zu bedienen, hat Puma vor wenigen Monaten das Studio48 eingeweiht, in das Desens fraenkischertag.de exklusive Einblicke gewährt. Normalerweise, so erklärt er, würde ein Designer eine Idee erst einmal digital umsetzen und sie dann an einen Hersteller in Asien weitergeben. „Dann wird ein Muster gemacht. Da vergehen schnell mal sechs bis acht Wochen, bevor man überhaupt was sieht“, erklärt Desens. 

Puma Herzogenaurach: Tour durch Studio48

Im neuen Studio können die Mitarbeiter nun erste Ideen sofort umsetzen. Vom 3D-Drucker bis hin zu Maschinen, mit denen man kleine detaillierte Stücke beispielsweise aus Leder ausschneiden kann, Industrie- und Ledernähmaschinen, ein Stickapparat, eine Hitzepresse: Es ist alles vorhanden. Eine gemütliche Lounge lädt zum Platznehmen und Brainstormen ein. In der Mitte stehen große Schneidetische. Normalerweise seien diese nicht so aufgeräumt, scherzt Desens: Hier wird eigentlich geschnitten und getüftelt. Ein kleines Fotostudio bietet die Möglichkeit, eigene Shootings durchzuführen, zum Beispiel für Meetings, oder um Stylings zu testen. 

„Wenn man wollte, könnte man sich hier theoretisch ein ganzes Outfit schneidern“, sagt Desens. Die Entwürfe, die die Mitarbeiter hier anfertigen, seien meist eher grob. „Aber wenn man in der Realität sieht, wie sich ein Stoff bewegt, wenn man sich setzt, oder wie sich ein Schnitt in der Bewegung verhält, hilft einem das wesentlich weiter“, sagt Desens. 

Sogar ein kleines Innovationslab ist vorhanden, wo technische Analysen der Kleidung gemacht werden und die Haltbarkeit von Materialien getestet werden kann. Das sei vor allem im High Performance Bereich wichtig. 

Heiko DesensPuma Studio48
Knapp zehn Jahre hat er schon bei Puma erlebt. Von seinem Erfahrungsschatz erzählt Heiko Desens dem Fränkischen Tag. // FOTOGALERIE Puma
Heiko DesensPuma Studio48
 // FOTOGALERIE Andreas Klupp
Der Herzogenaurach Sportartikelhersteller verzeichnet im 2. Quartal Umsatzrückgang und Einbruch bei den Gewinnen.
Der Herzogenaurach Sportartikelhersteller verzeichnet im 2. Quartal Umsatzrückgang und Einbruch bei den Gewinnen. // FOTOGALERIE Foto: Andreas Klupp
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Noch hat von den circa 250 Designern bei Puma nur ein Bruchteil Zutritt zu dem Raum, das liege vor allem an den hohen Sicherheitsauflagen wegen der Maschinen. „Gerade die Ledernähmaschinen haben ordentlich Kraft“, so Desens. „Und wir wollen auf gar keinen Fall, dass sich jemand verletzt.“ In den kommenden Wochen und Monaten sollen die Mitarbeiter deswegen nun erst einmal geschult werden – dabei geht es aber nicht ausschließlich um Sicherheitsaspekte.

„Back to the roots“: Schulungen für Puma-Designer 

„Wir haben festgestellt, dass einige Designer noch nie an einer Nähmaschine gesessen haben“, erzählt Desens und lacht. Seine Ausbildung habe dagegen an der Nähmaschine angefangen. „Das heißt nicht, dass das weniger gute Designer sind“, betont er. „Aber ich bin manchmal ein bisschen überrascht, wie wenig praktische Erfahrung an Maschinen vorhanden ist oder zum Beispiel die Erfahrung, wie Stofflagen miteinander arbeiten.“ Im neuen Studio heißt es nun also „back to the roots“. 

Auch dem Teamgefüge tun die neuen Räume durchaus gut, wie Desens findet. „Mich erinnert das ein bisschen an Zeiten im Studium, wenn man Workshops mit Designarbeiten zusammen gemacht hat. Es ist so eine Dynamik und Passion hier entstanden, jeder hilft jedem und gibt Wissen weiter.“

Erster Workshop mit Nicole McLaughlin

Eigentlich habe Puma schon länger über so ein Studio nachgedacht, wie Desens erklärt. Viele große Firmen würden davon träumen, doch wegen der hohen Auflagen habe man sich lange nicht getraut. Dann habe der Zufall nachgeholfen. Als für die erste große Show von Puma bei der New York Fashion Week vor rund zwei Jahren ein Raum gebraucht wurde, um Castings und Anproben durchzuführen oder Muster aufzubewahren, habe man den ungenutzten Raum in Beschlag genommen, der nun das Studio48 ist. Ein „Rohdiamant“, wie Desens sagt. Schließlich habe das Unternehmen den Schritt getan und den Raum in einen echten „creative space“ umgewandelt – für die Designer eine große Bereicherung in ihrem Alltag. 

Künftig sollen im Studio48 aber nicht nur Schulungen stattfinden und Mitarbeiter ihre Ideen testen. Auch Workshops mit externen Designern sind in Planung. Dass das Konzept gut angenommen wird, habe ein erster Workshop mit der amerikanischen Upcycling-Künstlerin Nicole McLaughlin im Dezember gezeigt. Ideen für die Zukunft gibt es jedenfalls genug, da ist Desens sich sicher. 

 

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