Der Name klingt erst mal sperrig: Mit einem neuen Technologietransferzentrum (TTZ) will der Landkreis Erlangen-Höchstadt seine Standortbedingungen erweitern und besonders Start-ups in die Region locken.
Neues Technologiezentrum für Erlangen-Höchstadt geplant
Keinesfalls eine neue Idee, denn der Kreistag spielt bereits seit 2022 mit der Idee, im Landkreis ein Gründerzentrum, in welcher Form auch immer, einzurichten. Dafür hatte der Kreisausschuss bereits im März 2022 die Arbeitsgruppe „Gründerzentrum“ gebildet, mit dem Ziel, die Möglichkeiten eines Gründerzentrums im Landkreis näher zu betrachten.
Mehr als zwei Jahre nach dem Beschluss ein Gründerzentrum entstehen lassen zu wollen, hat der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Freitag, 27. September 2024, neue Details zum Vorhaben vorgestellt, unter anderem eine mögliche Kooperation mit der Technischen Hochschule Nürnberg.
Was ist ein Technologietransferzentrum (TTZ)?
Aber was ist eigentlich ein Technologietransferzentrum? Was genau würde es den bestehenden und potenziellen neuen Unternehmen in der Region bringen? Kurz gefasst ermöglicht ein TTZ kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu modernen Technologien wie etwa künstlicher Intelligenz und entwickelt maßgeschneiderte Lösungen für deren Bedürfnisse.
Für die Technische Hochschule Nürnberg wäre eine Kooperation mit dem Landkreis Erlangen-Höchstadt nicht das erste Mal, dass die Hochschule ein Technologiezentrum mit begleitet. Die TH-Nürnberg arbeitet nämlich bereits mit dem Landkreis Kronach am TTZ Oberfranken zusammen.
Wie geht es im Landkreis Erlangen-Höchstadt weiter?
Bereits im Februar dieses Jahres beschäftigte sich der Arbeitskreis „Gründerzentrum“ explizit mit der Möglichkeit, ein TTZ im Landkreis anzusiedeln. Dort bestätigte auch die Technische Hochschule ein grundlegendes Interesse für die Errichtung eines TTZs in Erlangen-Höchstadt.
Ziele der Bayerischen Staatsregierung
Gleichzeitig würde man damit den Zielen der Bayerischen Staatsregierung in die Hände spielen, denn diese plant langfristig die Einrichtung eines TTZ in jedem Landkreis, in dem es noch keine Hochschuleinrichtung gibt.
Dazu erörterte der Arbeitskreis auch, dass mit einem TTZ definitiv ein Mehrwert für die Region und auch für die ansässigen Unternehmen entstehen würde. „Die Innovationskraft sowie die angewandte Forschung und Entwicklung werden gestärkt, Forschungsergebnisse werden in die Unternehmen transferiert, Arbeitsplätze werden gesichert“, heißt es in den Unterlagen zur Kreisausschusssitzung.
Endgültiger Träger des neuen Zentrums wäre dann auch die Technische Hochschule, die für die Gründung eine Anschubfinanzierung des Freistaates in Höhe von etwa fünf bis sieben Millionen Euro erhalten würde. Der Landkreis müsse der Hochschule lediglich eine Immobilie kostenfrei zur Verfügung stellen.
Wie profitiert der Landkreis?
„Ein Gründerzentrum oder eben ein solches Technologiezentrum kann für den Landkreis auf kurz oder lang gesehen viele Vorteile für den Wirtschaftsstandort bringen“, erklärt auch Christoph Heynen von der FAU Erlangen. Als Leiter der Gründungsberatung an der Universität hat er schon viele Start-ups begleiten dürfen.
„Die jungen Gründer profitieren besonders durch den Austausch mit anderen Gründern und Experten vor Ort. Dazu bieten diese Gründerzentren den Jungunternehmern günstige Unternehmensräume“, fährt Heynen fort. Und von ebendiesen jungen Unternehmen würde dann auch der Landkreis profitieren. „Man behält sich damit ja höchst interessante Unternehmen direkt in der Region“, so Heynen.
Auch die Unternehmen profitieren
Und nicht nur Landkreis und Jungunternehmer würden von dieser Maßnahme profitieren. „Auch die bereits ansässigen, besonders mittelständischen Unternehmen hätten dann auch Zugriff auf die technischen Hilfsmittel“, so Heynen. Und auch aus dem Austausch mit den Gründern können die Unternehmen Vorteile gewinnen: „Ich als Unternehmer würde dort natürlich auch im Austausch mit den Gründern stehen, vielleicht um etwas zu lernen, oder um tatsächliche Kooperationen ins Rollen zu bringen“, erklärt Heynen.
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