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Inhaber warten auf Fördergeld
Wie in der Großstadt: Leerstand soll Co-Working-Space werden
Peter und Kathrin Younes möchten einen Co-Working-Space in Höchstadt eröffnen.
Peter und Kathrin Younes möchten einen Co-Working-Space in Höchstadt eröffnen. // Foto: Natália dos Reis Gonçalves/Archiv
Signet des Fränkischen Tags von Natália Dos Reis Gonçalves
Höchstadt a. d. Aisch – Ein Co-Working-Space soll die Innenstadt von Höchstadt beleben. Das Ehepaar Younes möchte dafür das ehemalige Taschengeschäft Rehäuser umbauen. Doch noch gibt es Hürden.

Remote arbeiten wird immer beliebter. Fast 25 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten von zu Hause oder unterwegs. Problem dabei ist: nicht jeder kann sich zuhause ein Büro einrichten, der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen fehlt und auf Reisen hat man selten das gesamte Büroequipment dabei. „Wir haben auf Geschäftsreisen manchmal einen Drucker mit aufs Hotelzimmer genommen“, erzählt Kathrin Younes. Sie und ihr Mann, Peter Younes, sind Geschäftsführer der Firma „Sein & Schein“, die Dienstleistungen zu Bühnen-, Objekt- und Lichtdesign anbietet.

Bei ihren Reisen entdeckten sie das Konzept der Co-Working-Spaces und wollen dieses nun nach Höchstadt bringen. Das Taschengeschäft Rehäuser in der Kellerstraße 3 hat im vergangenen Jahr seine Türen geschlossen. Doch der Leerstand soll nicht von langer Dauer sein, denn die Tochter der langjährigen Inhaberin des Geschäfts, Kathrin Younes, hat eine innovative Idee, die wieder neuen Schwung in die Höchstadter Innenstadt bringen soll. Seit März diesen Jahres beschäftigt sie sich ausgiebig mit dem Konzept von Co-Working-Spaces. Ein Co-Working-Space ist sozusagen ein großes Büro, in das man sich einmieten kann.

3-D-Drucker im Makers Space in Höchstadt

„Der Zuspruch für die Idee, einen solchen Ort in Höchstadt zu errichten, war enorm“, berichtet Younes. So war sie auf der Jahreshauptversammlung der German Co-Working Federation und hat Kontakte innerhalb der Genossenschaft Co-Work-Land geknüpft, einen Zusammenschluss von Unternehmerinnen und Unternehmern, die Co-Working-Spaces im ländlichen Raum betreiben. Nun haben die Vorbereitungen begonnen. Zuerst musste der alte Laden ausgeräumt werden, um Platz zu schaffen. Neben klassischen Büroplätzen mit Schreibtisch, Drucker und Kaffeeküche möchte das Ehepaar Younes auch Kreativarbeitsplätze, einen Meeting-Raum und eine Werkstatt im Souterrain des Gebäudes errichten.

Die Räume des Co-Working-Spaces in Höchstadt zeigen sich modern ausgestattet.
Die Räume des Co-Working-Spaces in Höchstadt zeigen sich modern ausgestattet. // Foto: Natália dos Reis Gonçalves/Archiv

Der Bereich der Werkstatt soll „Makers Space“ heißen und mit Geräten wie einem 3-D-Drucker, Schneidplotter, Werkzeuge, Lötarbeitsplatz oder einer Nähmaschine ausgestattet werden. Geräte, die in der Anschaffung sehr teuer sind, können so von den Arbeitenden genutzt werden ohne, dass sie diese selbst kaufen müssen.

Das Buchungssystem soll verschiedene Modelle beinhalten. Zum einen wird es Tageskarten und Streifenkarten geben, für spontane Besucher, Pendler, Studierende oder Journalisten. Zum anderen auch Dauerpässe, mit der Möglichkeit einen festen Schreibtisch zu mieten. Auch Unternehmen sollen Mitarbeitende fest einmieten können.

Workshops in Co-Working-Space in Höchstadt

Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihr Geschäft von zu Hause aus betreiben, können den Co-Working-Space als feste Geschäftsadresse angeben und Post dorthin schicken lassen. Regelmäßig sollen Workshops im „Makers Space“ stattfinden, wie zum Beispiel zum 3-D-Druck. Eine weitere Idee ist ein Repair-Café. Eine Veranstaltung, bei der Generationen zusammenkommen sollen. Erfahrene Bastler können jungen Menschen zeigen, wie man alte Geräte repariert, beispielsweise einen Kassettenrekorder.

Der Co-Working-Space in der Kellerstraße
Der Co-Working-Space in der Kellerstraße // Foto: Natália dos Reis Gonçalves/Archiv

Auch Netzwerkpartys, wie die von Anfang September, sollen weiterhin regelmäßig stattfinden, auch an anderen Orten. Wann der Co-Working-Space Kellerstraße die Türen öffnet, steht noch in den Sternen, denn das ist abhängig davon, ob das Projekt durch eine Leader-Förderung des LAG Aischgrund (Lokale Aktionsgruppe) unterstützt wird.

Eine Förderung wird benötigt, da Kathrin Younes vermutet, dass ein so modernes Konzept eine gewisse Anlaufzeit benötige. Mit ihrem Projekt wollen Kathrin und Peter Younes einen modernen Arbeitsraum schaffen und die lokale Gemeinschaft in Höchstadt stärken. Die beiden hoffen, dass die Förderung bald bewilligt wird, damit ihr Traum schon bald Realität wird – und Höchstadt einen Ort bekommt, an dem Arbeiten und Vernetzen Hand in Hand gehen.

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