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Lonnerstadter hoffen so sehr
Wer weckt das alte Schützenhaus aus dem Dornröschenschlaf?
Seit 2021 steht das Schützenheim in Lonnerstadt leer.
Seit 2021 steht das Schützenheim in Lonnerstadt leer. // Birgit Völker
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Lonnerstadt – Das Schützenhaus in Lonnerstadt steht leer, seit sich der älteste Verein des Ortes 2021 aufgelöst hat. Wohnungen könne man dort nicht bauen, sagt die Bürgermeistern. Doch es gibt andere Ideen.

Was passiert mit dem alten Schützenheim? Das fragen sich viele in Lonnerstadt, denn das einst lebhaft genutzte Vereinsgebäude verfällt zusehends. „Steht es zum Verkauf? Gibt es Pläne? Gehört es der Gemeinde?“, so lauten die besorgten Kommentare in den sozialen Netzwerken.

Klar ist: Seit mindestens drei Jahren steht das Schützenheim leer, nachdem sich der Schießsportverein Lonnerstadt – der älteste Verein des Ortes – 2021 nach rund 200 Jahren aufgelöst hat. Laut Vereinssatzung fiel das Anwesen nach der Auflösung an die Gemeinde, da das Vereinsheim auf deren Grund gebaut wurde.

Heute wirkt das ehemalige Vereinsgelände, das von etwa 7000 Quadratmetern Land umgeben ist, wie ein vergessenes Stück Geschichte, das darauf wartet, wiederentdeckt zu werden. Etwas versteckt am Ortsrand gelegen, hinter hohen Bäumen und Büschen, ist es nicht leicht zu finden. Der einst belebte Zugang, ein paar Steinstufen, ist inzwischen fast völlig von Hecken überwuchert.

Sommerfeste bei Schützenheim Lonnerstadt

Eine alte Laterne signalisiert, dass es hier einmal regen Betrieb gab. Wer durch die Fenster des L-förmigen Gebäudes blickt, wird Zeuge einer untergegangenen Ära: Große Schützenscheiben, die einst stolze Trophäen des Vereinslebens waren, lehnen verstaubt an den Wänden oder liegen auf den Tischen.

Im verwilderten Garten stehen Schaukel und Wippe, die früher Kindern Freude bereitet haben müssen. Ein durchgerosteter Grill erzählt von Sommerfesten und Grillabenden, die hier stattfanden. Ein altes Fahrrad und ein paar alte Autoreifen vervollständigen das Bild eines Ortes, der scheinbar in der Zeit eingefroren ist.

Der FT hat bei Bürgermeisterin Regina Bruckmann nachgefragt. Sie sagt, die Gemeinde habe vor einiger Zeit eine öffentliche Ausschreibung gestartet, in deren Rahmen sich auch drei Interessenten meldeten. Es wurde darüber nachgedacht, das Gelände gewerblich zu nutzen. Doch die Verhandlungen scheiterten, aus Gründen, die auf Seiten der Interessenten lagen. „Die Gemeinde hätte großes Interesse daran gehabt, die Anlage zu verpachten“, erklärt Bruckmann.

Schützenheim Lonnerstadt: Kein Verkauf

„Ein Verkauf war allerdings nie eine Option.“ Die Gründe für das Scheitern der Gespräche seien vielfältig gewesen: Für manche Interessenten waren die Investitionskosten zu hoch, für andere passte die Lage oder die Infrastruktur nicht. Aktuell gibt es keine konkreten Pläne für die Zukunft des Schützenheims, und auch finanzielle Nöte, die die Gemeinde zu einem schnellen Handeln zwingen würden, bestehen nicht. „Wir haben immer wieder Ideen, aber die sind noch nicht wirklich greifbar“, so Bruckmann. Auch eine neue Ausschreibung sei derzeit nicht geplant.

Die verstaubten Schützenscheiben erinnern an die Glanzzeiten des Schützenheims.
Die verstaubten Schützenscheiben erinnern an die Glanzzeiten des Schützenheims. // Birgit Völker

Auf die Frage, ob das Gelände angesichts der aktuellen Wohnungsnot für Wohnbauprojekte genutzt werden könnte, erteilte die Bürgermeisterin jedoch eine klare Absage: „Das Gelände liegt außerhalb des Ortes und kommt deshalb für Wohnungsbau definitiv nicht infrage.“ Das Thema Wohnen ist in vielen Gemeinden ein drängendes Problem.

Doch der Standort des Schützenheims am Ortsrand, abgeschieden und umgeben von Natur, ist für den Bau von Wohnungen schlicht ungeeignet. Zudem handelt es sich bei dem Gelände um eine Art Naherholungsgebiet, dessen ruhige Lage für Wohnbauprojekte wenig attraktiv wäre. Doch es gibt Hoffnung auf eine andere Nutzung.

Keine Pläne für Schützenheim Lonenrstadt

„Durch die idyllische Lage in der Nähe des Ortes gibt es durchaus Potenzial, das Areal einem sozialen Zweck zuzuführen“, sagt Bruckmann. Was genau sie damit meint, wollte Bruckmann nicht konkretisieren. Es scheint, als wolle die Gemeinde ihre Optionen noch offenhalten und erst in der Zukunft entscheiden, was mit dem Gelände geschehen soll. Momentan bleibt jedoch alles, wie es ist: Ein verlassenes Schützenheim, das in der Einsamkeit auf neue Zeiten wartet. Doch wie lange soll dieser Zustand noch andauern?

Die Bürger von Lonnerstadt hoffen, dass der Ort nicht dem Verfall überlassen wird. Der Zahn der Zeit nagt bereits merklich an der Substanz des Gebäudes, und je länger es leer steht, desto schwieriger wird es, es wieder instand zu setzen. Vielleicht liegt die Zukunft des Schützenheims in einem sozialen Projekt, das die besondere Lage und Geschichte des Gebäudes respektiert und es wieder zu einem Ort der Begegnung macht. Doch bis konkrete Pläne auf dem Tisch liegen, bleibt das Schützenheim ein stiller Zeuge vergangener Zeiten in Erwartung einer neuen Zukunft.

Schützenheim zeigt Traditionen in Lonnerstadt

Das Schützenheim Lonnerstadt ist mehr als nur ein leerstehendes Gebäude. Es ist Symbol für die Vergänglichkeit von Traditionen, aber auch für die Chancen, die sich der Zukunft eröffnen könnten. Mit seiner idyllischen Lage und der reichen Geschichte birgt das Gelände Potenzial. Ob und wann es ausgeschöpft wird, bleibt vorerst ungewiss.

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