In der Aula der Lonnerstadter Schule finden sich am letzten Ferientag Gemeinderäte und interessierte Bürger ein. Bürgermeisterin Regina Bruckmann eröffnet die Sitzung. Doch schon zu Beginn wird der Konflikt zwischen dem parteilosen Gemeinderatsmitglied Giovanni Daniele und Bürgermeisterin Regina Bruckmann (FW) deutlich. Wie berichtet, hatte Letztere gegen Daniele bereits im vergangenen Jahr Strafanzeige wegen Volksverhetzung, Körperverletzung und anderem gestellt. Das Verfahren war aber kürzlich von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth eingestellt worden.
Nun also die Gemeinderatssitzung. Giovanni Daniele stellt gleich am Anfang den Antrag, dass ein Punkt, der Bürgermeisterin Bruckmann und ihn betrifft, von der nicht-öffentlichen in die öffentliche Sitzung verschoben wird. Er hatte vorher dazu auch einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Ansbach eingereicht. Das Gericht folgte allerdings der Argumentation von Bürgermeisterin Bruckmann. Demnach seien die Persönlichkeitsrechte von Einzelpersonen betroffen, was die Nicht-Öffentlichkeit des Tagesordnungspunkts rechtfertige.
Daniele gegen Bruckmann im Gemeinderat in Lonnerstadt
Im Gemeinderat wird nun über den aktuellen Antrag Danieles abgestimmt, die Beratung öffentlich zu führen, und da dies einen nicht-öffentlichen Punkt betrifft, müssen die Zuschauer zuvor das Gebäude verlassen. Der Antrag wird dann mit Mehrheit abgelehnt, das Ergebnis in der nächsten Gemeinderatssitzung bekanntgegeben. So sieht es die Gemeindeordnung vor. Jetzt geht es in der Tagesordnung weiter: Ein Bauantrag über ein Miniwohnhaus im Ortsteil Ailsbach wird einstimmig befürwortet.
Im nächsten Punkt geht es um die Errichtung von sechs Windenergieanlagen, drei auf Lonnerstadter Flur, zwei im Höchstadter Gebiet und eine in der Wachenrother Flur. Das gemeindliche Einvernehmen wird erteilt – bei einer Gegenstimme. Bei der Bebauungsplanänderung Edelgraben I & II nimmt Bürgermeisterin Bruckmann wegen persönlicher Beteiligung nicht teil und setzt sich zu den Gästen. Die Sitzungsleitung übernimmt Günter Rost. Diplom-Ingenieur Georg Schreiber vom Ingenieurbüro Valentin Maier stellt die Änderung des Bebauungsplanes vor.
Bericht über Ferienprogramm in Lonnerstadt
Er bringt auch Stellungnahmen und Abwägungen von allen möglichen Ämtern, Behörden, der Regierung von Mittelfranken, vom Kreisbrandrat und Kreisheimatpfleger, Wasserwirtschaftsamt und von der Fernwasserversorgung vor. Der Gemeinderat nimmt hier die Abwägungen zur Kenntnis und stimmt den einzelnen Punkten einstimmig zu. Nachdem der Gemeinderat dem Planentwurf zur zweiten Änderung des Bebauungsplanes einstimmig zugestimmt hat, übernimmt Regina Bruckmann wieder die Sitzungsleitung. Bruckmann berichtet vom Erfolg des Ferienprogrammes 2024: 263 Kinder haben sich demnach an den Aktivitäten beteiligt, 53 Betreuer haben dies möglich gemacht.
Am Montag, 23. September, ist eine Sitzung des Gemeinderats geplant, da wichtige städtebauliche Belange anstehen und Haushaltsvorbereitungen getroffen werden müssen. Die Bürgermeisterin berichtet auch von der bevorstehenden Kirchweih. Es wird ein Zelt am Marktplatz geben, dort soll ein Gottesdienst gehalten werden. Bei den Schaustellern ist ihren Worten zufolge auch die Familie Störzer wieder mit dabei. Die Bewirtung wird durch Vereine erfolgen.
Im Gemeinderat: Windräder in Lonnerstadt
Der sonntägliche Kirchweihmarkt soll zum Hopfenmarkt werden. Am Ende des öffentlichen Teils lässt die Bürgermeisterin noch Zuhörer-Fragen zu. Eine Bürgerin möchte wissen, wie nah die neuen Windkraftanlagen am Ort stehen, da sie Lärmbelästigung fürchtet. Die Bürgermeisterin kann das genau erklären. Auf die Frage nach etwaigen „Umweltgiften“ durch den Bau der Windräder versichert Bruckmann, sie werde nachfragen und antworten.
Die nichtöffentliche Sitzung dürfte dann noch recht interessant geworden sein, da Gemeinderat Giovanni Daniele vor der Sitzung ein Schriftstück ausgeteilt hat, in dem er auf eine Auseinandersetzung zwischen sich und Bürgermeisterin Bruckmann aufmerksam macht, die aktuell Anwälte und Staatsanwaltschaft beschäftigt. Das Vertrauensverhältnis scheint nicht mehr gegeben zu sein. Es bleibt abzuwarten, was in der nächsten Sitzung dazu zu berichten ist.
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