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Sorgen trotz passabler Ernte
Preisverfall bremst fränkische Landwirte aus
Trotz einer guten Ernte, können die fränkischen Bauern heuer nicht aufatmen.
Trotz einer guten Ernte können die fränkischen Bauern heuer nicht aufatmen. // Arne Dedert, dpa
Höchstadt – Trotz besserer Ernte als im Vorjahr bleiben fränkische Bauern vorsichtig. Die ungewisse Landwirtschaftspolitik und niedrige Preise belasten die Branche.

Nachdem Katastrophenjahr 2023 für die fränkischen Bauern, fiel die Ernte heuer deutlich besser aus. Dennoch sehen viele Landwirte keinen Grund zum Aufatmen - oder um neue Investitionen zu wagen. Grund hierfür ist unter anderem die Landwirtschaftspolitik der Ampel.

„Das vergangene Jahr war auch für die Bauern im Aischgrund schwierig“, berichtet Robert Ort, Kreisobmann des Bauernverbands Erlangen-Höchstadt. Hauptproblem für seine Leute sei die Hitze gewesen, welche die Ähren am Halm verbrannt habe. Als die starken Regenfälle gekommen seien, sei bereits rund 60 Prozent des Weizens vom Feld gewesen. In Regionen, die mit der Ernte später dran waren – etwa in der Fränkischen Schweiz –, sei es zu sogenanntem Auswuchs im großen Maß (das Getreide sei am Halm gekeimt und damit für eine Verarbeitung zu Lebensmitteln ungeeignet gewesen) gekommen.

Überraschung bei der Kartoffelernte

Heuer seien derartige Probleme jedoch weitgehend ausgeblieben. „Heuer haben wir alles gut vom Halm gebracht“, erklärt der Kreisbauer. Mancherorts sei es mitunter etwas zu feucht geworden – dafür hätten die Landwirte Anfang des Jahres gute Preise bei den Frühkartoffeln erzielen können. Insgesamt könne man im Aischgrund folglich von einer durchschnittlichen Ernte sprechen.

„Bei uns gibt es zwar auch einzelne Landwirte, die Kartoffeln anbauen, im Großen und Ganzen spielt sie bei uns jedoch keine große Rolle“, erzählt Herrmann Greif, Forchheims Kreisbauer, auf Anfrage. Lokal sei es, je nachdem, wie gut es den Kollegen zwischen den Regenfällen im Frühjahr gelungen sei, die Saat im richtigen Moment auszubringen oder zu ernten, zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.

Getreidekörner zu klein

„Es war ein hoch spannendes Jahr, bei dem man sich immer beeilen musste“, erinnert er sich. Zwar hätten die Felder vielerorts sehr vielversprechend ausgesehen, bei vielen Getreidesorten, seien die Körner am Ende aber eher klein ausgefallen. „Dennoch ist es manchen Kollegen gelungen, Weizen in Backweizenqualität zu erzeugen“, erklärt Greif.

Ausgeglichen würden magere Getreideernten durch eine phänomenale Grasernte. „Manche sind bereits beim vierten Wiesenschnitt“, erzählt er. Üblich seien in der Region lediglich ein bis zwei erfolgreiche Schnitte. Was das Gründland freue, würden viele Feldfrüchte nicht mögen. Ein weiteres Trostpflaster für die Bauern: Der Wald habe die ausgiebigen Regenfälle ebenfalls genossen.

Konkurrenz aus dem Ausland

Nicht nur der Regen habe die Landwirtschaft heuer jedoch beschäftigt. Auch späte Fröste hätten nicht nur den Kirschen zugesetzt, sondern ebenfalls dem Raps, bei dem der Ertrag infolgedessen geringer ausgefallen sei. „Dafür war der Ölgehalt aber sehr gut“, betont der Kreisbauer. Insgesamt bewerte er das Ergebnis folglich als leicht unterdurchschnittlich - wenngleich durchaus passabel.

„Unser größtes Problem sind jedoch nicht zu kleine Körner oder Erträge, sondern schlechte Preise“, erklärt Greif. So etwa habe der Doppelzentner Weizen im vergangenen Jahr noch rund 30 Euro eingebracht. Heuer seien es bestenfalls 20 Euro. Verfüge das Getreide nur noch über Futtermittelqualität, seien es mitunter nur 13 Euro – kaum genug, um die Betriebskosten zu decken.

Angst vor Investitionen 

„Grund für diese Preise ist billiges Getreide aus dem Ausland“, erklärt Robert Ort. Sowohl die Ukraine als auch Russland würden aktuell den Markt fluten und so global den Preis senken. Und auch kanadische Landwirte würden ausgezeichnete Ernten einfahren. Möglich sei dies dank des Klimawandels, der Anbaubedingungen in Deutschland erschwere und andernorts einstige Grenzböden für die Bewirtschaftung zugänglich mache.

Ein Problem sei auch das politische Klima. Dieses halte Landwirte davon ab, langfristige Investitionen zu tätigen, weil sie Sorge hätten, dass Anschaffungen oder Ausbauten durch neue gesetzliche Regelungen schnell überholt oder gar unattraktiv gemacht würden. „Gerade viele Viehwirte haben diese Erfahrungen in den vergangenen Jahren machen müssen“, erläutert Ort. Die Folge sei, dass Bauern lieber ihre Betriebe aufgeben würden, als ein solch finanzielles Risiko einzugehen. Das würden inzwischen auch Hersteller von Landmaschinen zu spüren bekommen, die wie im Falle von John Deere Auftragsrückgänge derzeit verbuchten. Mancherorts gebe es aus diesem Grund bereits Kurzarbeit.

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