Gewerkschaft
Warnstreik und Kundgebung bei Schaeffler
Warnstreikaktionen fanden am Freitag an den Schaeffler-Standorten Hirschaid und Höchstadt statt.
Warnstreikaktionen fanden am Freitag an den Schaeffler-Standorten Hirschaid und Höchstadt statt.
Foto: IG Metall
Rund 350 Beschäftigte folgten dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik.
Rund 350 Beschäftigte folgten dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik.
Foto: IG Metall
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Höchstadt a. d. Aisch – Die Beschäftigten an den Schaeffler-Standorten Hirschaid und Höchstadt beteiligten sich am Freitag an einem Warnstreik.

Im Rahmen der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie haben sich am Freitag verschiedene Standorte des Automobilzulieferers Schaeffler an einem bundesweiten Warnstreiktag beteiligt und die Arbeit niedergelegt. Dies teilte die Industriegewerkschaft (IG) Metall mit.

Am Standort Schaeffler Hirschaid wurden demnach die Beschäftigten der Frühschicht aufgerufen, um 12 Uhr, also zwei Stunden vor Arbeitsende, in den frühen Feierabend zu gehen. Diesem Aufruf seien 300 Kolleginnen und Kollegen gefolgt.

Am Standort Schaeffler in Höchstadt wurden die Beschäftigten der Frühschicht ebenfalls aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen – diesem Aufruf kamen laut IG Metall 350 Kolleginnen und Kollegen nach.

Demozug zu den Aischwiesen

Anschließend begann um 12.15 Uhr vor dem Werksgelände ein Demozug mit mehr als 200 Teilnehmern zu den Aischwiesen, auf denen eine Kundgebung abgehalten wurde. Im Anschluss wurden auch diese Kolleginnen und Kollegen in den frühen Feierabend geschickt.

Im Rahmen der Kundgebung sprach der Bevollmächtigte der IG Metall Bamberg, Martin Feder, zu den Streikenden: „Die Arbeitgeber haben uns ein Angebot vorgelegt, das diesen Namen nicht verdient. 3000 Euro Einmalzahlung für 2,5 Jahre plus die Androhung, das Weihnachtsgeld zu streichen – das ist kein Angebot, das ist ein Schlag ins Gesicht.“

Die Unternehmen hätten in den vergangenen beiden Jahren überdurchschnittlich gut verdient und Dividenden in Rekordhöhe ausgeschüttet. Weiterhin könnten die Unternehmen die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weitergeben, die Beschäftigten jedoch nicht. Feder sagte: „Wir können nicht im Supermarkt oder an der Zapfsäule über die Preise verhandeln. Wir müssen bezahlen, wenn wir essen oder tanken wollen. Deswegen ist unsere Forderung nach acht Prozent mehr Lohn genau richtig – und die Unternehmen können sich das leisten.“

Roland Holler, der Betriebsratsvorsitzende von Schaeffler in Höchstadt, erinnerte in seiner Rede an die beiden Pandemie-Jahre: „Wir haben während der Pandemie unter widrigsten Bedingungen, mit Masken, mit Abstand unseren Job gemacht. Wir haben der Firma Schaeffler Rekordumsätze erwirtschaftet – und jetzt wollen die uns mit so einem Angebot abspeisen. Auch aktuell sind die Auftragsbücher voll, der Laden brummt, und wir wollen unseren Anteil haben. Acht Prozent mehr in die Lohntüte!“

Letzte Lohnerhöhung 2018

Holler machte klar, dass die Belegschaft zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen bereit sei: „Die letzte Lohnerhöhung gab es Anfang 2018, die Inflation ist auf Rekordniveau, wir brauchen mehr Geld. Wenn die Arbeitgeberseite nicht endlich ein vernünftiges Angebot macht, ist meine Belegschaft zu weiteren Aktionen bereit. Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Arbeitgeber. Die entscheiden darüber, wie lange und hart diese Auseinandersetzung wird.“

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