Die Stühle sind auf die Tische gestellt, die Küche verwaist, das Licht ist aus. Die Türen des ehemaligen „Kreis'l" in Herzogenaurach sind geschlossen. Noch.
Schon Anfang März soll wieder Leben in das ehemalige Bistro kommen, mit anderem Namen und neuem Konzept. Eine Anlaufstelle für Jung und Alt soll es aber auch jetzt wieder werden. „Die Leute in Herzogenaurach und der Umgebung sollen einfach wieder ein bisschen rausgehen und feiern können", sagt Halil Özaslan.
Seit rund zwei Jahren betreibt er das Burger- und Steakrestaurant „Latinos" in der Rathgeberstraße in Herzogenaurach. Jetzt will er mit seinem Lokal in die Räume des ehemaligen „Kreis'l" umziehen.
Latinos: Location zu klein für Liederdienst
„Der alte Laden war für uns eigentlich schon lange zu klein", erklärt Özaslan. Das Restaurant an sich habe circa 35 bis 40 Sitzplätze, aber eben auch einen Lieferdienst. „Man darf halt nicht vergessen: Die Leute, die wir beliefern, sind genauso Gäste. Das wurde auf Dauer küchentechnisch und mit allem Drumherum einfach zu klein."
Mit der neuen Location kommt nun eine deutliche Vergrößerung: Rund 70 Sitzplätze hat allein der Außenbereich im Sommer und auch im Innenbereich bieten gut 60 Sitzplätze deutlich mehr Kapazitäten als die alten Räumlichkeiten.
Gastro soll nicht abschrecken
Damit einher geht auch ein größerer Bedarf an Personal - für Özaslan aber kein Problem. „Ich habe Personal von acht bis zehn Leuten, das habe ich jetzt aber schon aufgestockt und die Neuen stehen schon in den Startlöchern." Bewerben könne man sich trotzdem, denn im Service und in der Küche brauche man immer Leute. Das hängt auch mit der Philosophie des 34-Jährigen zusammen.
„Wir wollen nicht in dieses typische Gastroloch rein", erklärt er. „Viele schreckt die Gastro ab wegen der Arbeitszeiten, den Wochenenden und so weiter. Sowas wird es bei mir nicht geben. Ich will, dass jede Vollzeitkraft ihre 40-Stunden-Woche hat. Da gehört auch ein freies Wochenende dazu und dass man pünktlich nach Hause kommt. Deswegen stocke ich lieber mit Personal auf, egal ob es um die Putzkraft oder um die Küche geht."
Außerdem müsse man bedenken, dass jede zusätzliche Person im Laden auch zusätzliche Bestellungen möglich mache. Das ist zum Beispiel für den Lieferdienst wichtig, der auch in der neuen Location bestehen bleibt. „Das muss sich erstmal einpendeln und dann muss ich abwägen: Wenn hier voll ist, muss man den Lieferdienst natürlich mal für ein paar Stunden abstellen können. Wenn ich aber merke, dass die Nachfrage konstant da ist, dann werde ich definitiv zusätzlich jemanden in die Küche stellen, der nur den Lieferdienst macht", sagt Özaslan.
Livemusik und Events: Anlaufstelle für junge Leute
Welche Veranstaltungen genau stattfinden werden und vor allem wie der Außenbereich im Sommer aussehen wird, ist noch nicht klar. Ideen gibt es aber eine Menge: „Es gibt auf der einen Seite wieder den Stadtstrand. Vielleicht wollen wir da abends auch Shisha anbieten, aber nur elektrisch, nichts mit Glut", erzählt Özaslan. „Ansonsten wollen wir mindestens einmal im Monat irgendein Event mit Livemusik machen. Da soll man einfach ein bisschen tanzen und feiern können."
An der Inneneinrichtung hingegen ist nicht mehr viel zu machen. „Das wurde hier alles vor ein oder zwei Jahren neu gemacht, es bringt jetzt nichts, wenn ich das alles wegschmeiße und neues Zeug kaufe", findet der Unternehmer. Ein bisschen moderner soll es aber noch werden. „Die weißen Wandflächen sollen noch mit Streetart verschönert werden, damit das auch die jüngeren Leute mehr anspricht." Dazu habe er auch schon Gespräche mit einem Künstler geführt.
Der Termin für die Eröffnung steht in jedem Fall schon fest: Am 2. März soll das neue Latinos nach einem Testessen mit dem Personal die Türen für die Gäste öffnen und mit Musik von DJ B. Brodi in die neue Phase starten. Was in Zukunft mit dem bisherigen Standort in der Rathgeberstraße passieren soll, steht laut Özaslan noch nicht fest.
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