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Lichterfahrt
Wenn Traktoren leuchten
Auch ein Weihnachtsmann durfte bei der Lichterfahrt der Traktoren nicht fehlen.
Auch ein Weihnachtsmann durfte bei der Lichterfahrt der Traktoren nicht fehlen. // Tanja Köberlein
Auch ein Weihnachtsmann durfte bei der Lichterfahrt der Traktoren nicht fehlen.
Auch ein Weihnachtsmann durfte bei der Lichterfahrt der Traktoren nicht fehlen. // Tanja Köberlein
Signet des Fränkischen Tags von Redaktion
Höchstadt a. d. Aisch – Die Aktion der Bauern zaubert den Passanten ein Lächeln ins Gesicht und sorgt für strahlende Kinderaugen.

Schneebedeckte Straßen, minus 14 Grad, sternenklare Nacht. Wer sich jetzt denkt, dass man sich bei diesen knackigen Temperaturen mit Wollsocken und heißem Tee hinter dem Kachelofen verschanzt, der hat die Rechnung ganz eindeutig ohne die Bevölkerung von Höchstadt und seiner Umgebung gemacht.

Zahlreiche Besucher wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen.
Zahlreiche Besucher wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. // Tanja Köberlein

Am Samstag machten sich neben knapp 70 bunt und fantasievoll geschmückten Traktoren unzählige Menschen – bewaffnet mit Thermoskannen voll mit Heißgetränken, Lebkuchen, Plätzchen, dicken Winterjacken, Mütze und Schal – auf, um sich die dritte Auflage der Lichterfahrt der Traktoren nicht entgehen zu lassen. Wie in den Vorjahren stand die ganze Aktion um Organisator Ralf Geyer unter dem Motto „Ein Funken Hoffnung. Ohne Bauern geht es nicht“.

Der Traktorenzug aus der Ferne
Der Traktorenzug aus der Ferne // Tanja Köberlein

Für Kinder und Senioren

Zielte die Aktion im Premierenjahr noch darauf ab, auf die missliche Lage der Bauern aufmerksam zu machen, war das Wunschziel bei der dies- und letztjährigen Fahrt vielmehr, vor allem den Kindern und Senioren, die am meisten unter den Corona-Einschränkungen gelitten hatten, einen Funken Hoffnung zu geben und ihnen ein Leuchten und Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Die Teilnehmer hatten auch eine Grußbotschaft parat.
Die Teilnehmer hatten auch eine Grußbotschaft parat. // Tanja Köberlein

Während die einen in supermodernen Hightech-Fahrzeugen mit leise surrenden Motoren durch die Straßen von Höchstadt fuhren, konnten geschulte Ohren auch schon aus der Ferne das gleichmäßige Tuckern zweier Oldtimer-Raritäten vernehmen. Trotz der klirrenden Kälte hatten es sich zwei Fahrer nicht nehmen lassen, die beheizten Fahrerkabinen gegen einen offenen Oldtimer zu tauschen.

Insgesamt waren es etwa 70 Traktoren, die am Lichterzug teilnahmen.
Insgesamt waren es etwa 70 Traktoren, die am Lichterzug teilnahmen. // Tanja Köberlein

Auf einem der beiden betagten Schlepper hatte es sich der Nikolaus mit seinem Fahrer – oder war es Rudolf mit der roten Nase? – bequem gemacht. Die Rute hatte er angesichts der friedlichen Stimmung in der Stadt an der Aisch guten Gewissens zu Hause gelassen.

Kleine Tret-Bulldoggs dabei

Richtig ins Schwitzen kam der Herr im roten Gewand nur, um den vielen Kindern zuzuwinken, die teils mit genauso fantasievoll geschmückten Tret-Bulldogs und ebenso prächtig leuchtenden Bollerwagen kamen wie ihre großen Vorbilder.

Auch moderne Gerätschaften waren im Fuhrpark.
Auch moderne Gerätschaften waren im Fuhrpark. // Tanja Köberlein

Drohte die Veranstaltung in der vergangenen Woche noch mangels der vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt vorgeschriebenen Anzahl an Ordnern noch knapp vor dem Start zu scheitern, fanden sich doch noch rechtzeitig ausreichend helfende Hände, die für die Sicherheit der Zuschauer und der Fahrer sorgten.

Fahrzeuge mit Schrittgeschwindigkeit

Im Schritttempo ging es von den Aischwiesen hoch zum Schillerplatz, weiter zum Aischparkcenter, um von dort den Rückweg zum Ausgangspunkt anzusteuern. Der eine oder andere Autofahrer musste sich angesichts der nicht enden wollenden Schlange an festlich leuchtenden Traktoren in Geduld üben, was auch problemlos geklappt habe, wie die Bauern feststellten.

Dieses Fahrzeug im Kleinformat hat einen besonderen Fahrer.
Dieses Fahrzeug im Kleinformat hat einen besonderen Fahrer. // Tanja Köberlein

Wie nach der Fahrt aus dem Fahrerlager zu hören war, wünschten sich einige diese Geduld der anderen Verkehrsteilnehmer auch mal in Stoßzeiten wie der Getreide- und Maisernte, wenn es auf den Straßen aufgrund der voll beladenen Fahrzeuge etwas langsamer zugeht.

Es leuchtete weihnachtlich.
Es leuchtete weihnachtlich. // Tanja Köberlein

Andererseits ist es, wie im vergangenen Sommer, bei Höchstwerten um die 40 Grad auch nur schwer vorstellbar, dass genau diese Fahrzeuge ein halbes Jahr später ein Lächeln in Kindergesichter zaubern und friedliche Weihnachtsstimmung verbreiten. So oder so sollte man nie vergessen: Bauern sorgen für das Essen.

von Tanja Köberlein

 

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