Zwei Tage bevor der Sportartikelhersteller Adidas am Mittwoch, 5. März, seine Jahresbilanz vorstellt, dürfte die Stimmung im Standort Herzogenaurach nicht gerade rosig sein. Denn seit Ende Januar brodelt es in der Gerüchteküche, hatte doch das Hamburger Manager-Magazin von rund 500 Stellen berichtet, die am Hauptstandort gestrichen werden sollen.
Eine Zahl hatte Adidas damals nicht offiziell bestätigt, wohl aber „Anpassungen der Strukturen“. Dennoch blieben nach dem ersten Schock viele Fragen offen, zum Beispiel, welche Bereiche von den Kündigungen betroffen sein werden.
Adidas: Freiwilligenprogramm mit Betriebsrat erarbeitet
Mitarbeiter von Adidas hatten dem FT am Tag nach der Hiobsbotschaft zwar ein internes Meeting bestätigt. Große Aufregung herrschte damals jedoch noch nicht, vor allem weil noch nicht klar war, wen die Kürzungen betreffen würden.
Inzwischen dürfte das anders aussehen. Zwar gibt das Unternehmen weiterhin keine Informationen darüber preis, wo der Rotstift angesetzt werden soll. Dennoch hat sich wohl in den vergangenen Wochen einiges getan, wie ein Pressesprecher auf Anfrage der Redaktion mitteilt. „Gemeinsam mit dem Betriebsrat haben wir uns nun auf ein Freiwilligenprogramm geeinigt, das den Mitarbeitern der betroffenen Teams angeboten wird“, so der Sprecher.
Dazu, wie genau dieses Freiwilligenprogramm aussehen soll, gab der Sprecher noch keine Informationen. Auch der Betriebsrat von Adidas äußerte sich auf die Anfrage der Redaktion bislang nicht. In der Regel werden solche Programme jedoch genutzt, um Mitarbeitern Anreize für den Unternehmensausstieg zu geben.
Veränderungen am Standort Herzogenaurach bleiben vage
Von Seiten des Unternehmens wird jedoch versichert, man habe „eng mit dem Betriebsrat zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass alle Veränderungen mit größtmöglichem Respekt und größter Sorgfalt für alle Beschäftigten erfolgen“.
Auch die genauen „Veränderungen“, die im Unternehmen stattfinden sollen, könne man bisher nicht weiter erläutern. „Wir haben in den vergangenen Wochen die grundsätzliche Aufstellung unserer künftigen Organisation definiert. Die konkreten Strukturveränderungen werden noch erarbeitet. Daher lässt sich heute noch nicht sagen, wie sich die Veränderungen im Ergebnis auswirken werden“, so der Sprecher weiter.
Jahresbilanz wird vorgestellt
Generell sei es nötig, die Strukturen „an die Realität unserer Arbeitsweise“ anzupassen. Denn das Unternehmen habe festgestellt, dass „unsere aktuellen Unternehmensstrukturen in einer sich ständig verändernden Welt zu komplex sind“.
Am Mittwoch stellt das Unternehmen in Herzogenaurach seine Jahresbilanz vor. Nur wenige Tage vor der Nachricht über den Stellenabbau hatte Adidas die Zahlen des letzten Quartals 2024 präsentiert, die relativ positiv ausfielen. So konnte Adidas zwischen Oktober und Dezember 2024 im Vergleich zum vorherigen Quartal den Unternehmensumsatz um 24 Prozent verbessern. Im gesamten Jahr 2024 konnte das Unternehmen ebenfalls eine Umsatzsteigerung von rund zwölf Prozent, im Vergleich zu 2023, erwirtschaften.













