Rund 30 Menschen haben sich am Montagmorgen vor dem Hauptsitz des Sportartikel-Herstellers Adidas in Herzogenaurach versammelt, um dort vor der Statue von Adolf „Adi" Dassler gegen die Verwendung von Känguru-Leder für Schuhe und Taschen zu demonstrieren.
„Wir wollen aufklären und informieren“, sagt Ayshea Kelly vom Peta2 Streetteam. „Oft macht man sich einfach keine Gedanken darüber. Auf Schuhen muss zwar stehen, dass Leder verwendet wird, aber nicht welches.“ Demnach könne es sich genauso gut um Rindsleder handeln, wie um Katzenleder - oder eben Känguru.
Tierschützer fordern: adidas soll auf Leder verzichten
„Wir wollen, dass Adidas kein Känguruleder mehr verwendet, wie es bereits Puma und andere Konkurrenten beabsichtigen. Letztlich setzten wir uns dafür ein, dass diese Unternehmen komplett auf vegane Alternativen umsteigen“, erklärt Kelly weiter. Für Kängurus demonstriere die Gruppe aber deswegen, weil hier die Jagd besonders grausam sei.
„Man kann kein Lebewesen töten, ohne dass es leiden muss“, sagt Kelly. „Aber bei den Kängurus ist es eben auch so, dass die Tiere einfach getötet werden, ohne dass man darauf achtet, ob das ein Männchen oder Weibchen ist, ob ein Weibchen vielleicht trächtig ist oder ein Baby hat, das ohne seine Mutter zwangsläufig verhungert.“
Teilnehmer aus Nürnberg und der Umgebung
Ein Großteil der Demonstranten, die sich vor den Adidas Headquarters versammelt und ihre Schilder rund um die Statue des Firmengründers platziert hatten, kam aus Nürnberg und der näheren Umgebung. Einige Teilnehmer waren aber sogar aus Frankfurt und Oldenburg angereist.
Genau zwischen dem Parkhaus und dem Haupteingang platzierten die Teilnehmer sich mit ihren Plakaten und einem Bildschirm, auf dem ein Video über die Känguru-Jagd zu sehen war, so, dass die Mitarbeitenden auf dem Weg zu ihrer Arbeit unmittelbar an ihnen vorbeiliefen.
„Das hier geht nicht gegen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“, betont Kelly. „Wir werden auch niemanden belästigen oder den Leuten nachlaufen. Aber wir stehen für jeden, der mit uns sprechen will, gerne für Gespräche zur Verfügung und haben Infomaterial dabei.“
Tatsächlich zeigten sich die meisten der Passanten aber eher desinteressiert. Ein müdes Lächeln hier, ein kurzes Foto da, mehr Interaktion gab es zunächst nicht.
Stellungnahme von adidas: Leder als Abfallprodukt
Auch bei den Vertretern von Adidas, die etwas abseits standen, kam kaum eine Rückmeldung von Seiten der Mitarbeiter an, wie Pressesprecher Stefan Pursche berichtete. Generell weise das Unternehmen die Kritik von sich.
„Kein Känguru wird für einen Fußballschuh getötet. Die Känguru-Jagd ist in Australien zur Bestandskontrolle notwendig, das Leder fällt dabei als Abfallprodukt an“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.
Ohnehin nutze Adidas nur bei weniger als 0,5 Prozent seiner Produkte das besagte Leder. „Es wird nur für ein paar der hochwertigen Schuhe benutzt, weil es von der Passform und der Haltbarkeit her besser ist, als andere Alternativen“, erklärt Pursche.
Rund 98 Prozent des adidas-Sortiments vegan
Außerdem arbeite Adidas nur mit vom australischen Staat zertifizierten Zulieferern zusammen, so Pursche. Dort gebe es bestimmte Regeln, wie und wann Kängurus gejagt werden dürfen. Zusätzliche Kontrollen von Seiten des Unternehmens gebe es aber in einem „low-risk“-Land wie Australien nicht – man müsse sich hier auf den Staat und dessen Kontrollen verlassen.
Insgesamt seien inzwischen rund 98 Prozent des Sortiments vegan. Noch vor drei Jahren hat das Unternehmen von der Tierschutzorganisation Peta sogar einen Award für seine vegane Kollektion im Bereich „Bester Sneaker Damen“ erhalten.
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