Im März 2023 stand das Kaufhaus in Erlangen auf einer Liste von Standorten, die geschlossen werden sollten - wurde davon allerdings ebenfalls noch im März 2023 kurzfristig wieder gestrichen. Die aktuelle Insolvenzanmeldung der Warenhauskette Anfang Januar 2024 ist aus Sicht des Unternehmens ein „Befreiungsschlag“, wie Galeria Karstadt Kaufhof auf Nachfrage erklärt.
Die Filialen und das Online-Geschäft sollen trotz der Insolvenzanmeldung „in vollem Umfang fortgeführt“ werden. Weiter heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens: „Die zahlreichen Insolvenzen der Signa-Gruppe schädigen jedoch Galeria massiv“.
Insolvenzverwalter zeigt sich optimistisch
Die eingeschlagene Strategie der lokalen Ausrichtung der Warenhäuser, „die sich insbesondere in den vergangenen Monaten bewährt hat, wird vom Galeria-Management fortgesetzt“, teilt Galeria Karstadt Kaufhof weiterhin mit. Gespräche mit potenziellen Investoren seien bereits angelaufen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus gibt ebenfalls Optimismus aus: „Wir werden gemeinsam mit aller Kraft daran arbeiten, den begonnen Weg unter besseren Rahmenbedingungen weiter fortzusetzen und Galeria als Unternehmen zu erhalten“.
Für die Städte ist Galeria Karstadt Kaufhof nach eigner Einschätzung „ein extrem wichtiger Ankerhändler in den Zentren“. Für die Versorgung der Menschen in den Städten seien die Warenhäuser „essenziell und die umliegenden Fachgeschäfte und Gastronomiebetriebe brauchen den großen Nachbarn als Frequenzbringer“.
Janik: Filiale wichtiger Magnet in der Innenstadt
Zur Zukunft des Standorts in Erlangen wollten sich auf Nachfrage weder Galeria Karstadt Kaufhof als Unternehmen noch Insolvenzverwalter Denkhaus konkret äußern. Seine Kanzlei teilte auf Nachfrage des Fränkischen Tags lediglich mit: „Leider ist es Herrn Denkhaus so kurz nach der Bestellung durch das Amtsgericht Essen nicht möglich, individuell zu antworten und Aussagen zu einzelnen Häusern zu treffen“.
Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik hofft, dass die Filiale in der Erlanger Fußgängerzone erhalten bleibt. Die Voraussetzungen dafür stehen laut Janik gut: „Nach allem, was wir wissen, gehört der Erlanger Kaufhof zu den profitablen Filialen des Konzerns. Nicht das Geschäftsmodell scheint hier das Problem zu sein, sondern die hohen Mieten, die in dem nun kollabierenden Firmengeflecht zu leisten sind.“ Die Erlanger würden das Geschäft gerne und regelmäßig besuchen, das Personal dort sei „trotz der schwierigen Gesamtsituation sehr engagiert und die Filiale ist ein wichtiger Magnet in der Innenstadt.“
Hoffnung auf Erhalt des Standorts
Auf die Aktivitäten des Insolvenzverwalters Stefan Denkhaus und die Bemühungen, einen neuen Eigentümer für das Unternehmen Galeria Karstadt Kaufhof zu finden, habe man als Stadt keinen Einfluss, so Janik weiter. „Aber es ist unsere Hoffnung und auch Erwartungshaltung, dass der Erlanger Kaufhof erhalten bleibt.“
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