Der Bedarf an Kindergartenplätzen steigt auch in Höchstadt weiter an. Zehn Kindergärten gibt es inzwischen in der Stadt. Der jüngste – das „Abenteuerland“ – wird schon seit einiger Zeit in einer Containeranlage im Baugebiet Etzelskirchen-West betrieben.
47 Kinder werden hier in der noch städtischen Einrichtung betreut. Die meisten von ihnen dürfen sich jetzt darauf freuen, Ende nächsten Jahres in einen neuen Kindergarten umziehen zu können. Die Caritas steigt in die Kinderbetreuung ein, übernimmt das Abenteuerland und baut auf dem Gelände für sieben Millionen Euro eine Kita mit 144 Plätzen.
„Die Caritas betritt damit im Bistum Bamberg absolutes Neuland“, sagte Kilian Kemmer, Stadtpfarrer und Caritas-Vorstand für Stadt und Kreis Erlangen-Höchstadt, beim Spatenstich am Freitag auf der Baustelle.
Sein Kreisverband leiste hier Pionierarbeit im Bistum, in dem der Schwerpunkt des Caritas-Engagements bisher in der Pflege und Beratung lag. In anderen Bistümern sei die Caritas schon in der Kinderbetreuung aktiv.
Kemmer geht es mit dem Einstieg der Caritas auch darum, Verwaltungsstrukturen zu schaffen, um seine Kirchenstiftung St. Georg zu entlasten, die bereits drei Kindergärten in Höchstadt betreibt.
Das Grundstück in dem Baugebiet stellt das Nikolaibenefizium der Caritas zur Verfügung. Wie Seniorchef Fritz Wiesneth vom gleichnamigen planenden Architekturbüro vor Ort berichtete, hatte man ursprünglich ein anderes Areal im Visier.
Es werden drei einzelne Häuser
Die ursprüngliche Planung für eine Kita in der Ebene musste auf die stark ansteigende Topografie angepasst werden. So entstehen jetzt drei einzelne Häuser, in denen dann eine Hortgruppe, drei Kindergartengruppen und drei Krippengruppen betreut werden. Jede Altersgruppe bekommt ihr eigenes Haus mit flach geneigtem Satteldach und Holzverkleidung.
Mit Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage
Um die ganze Anlage behindertengerecht zu gestalten, werden die mit jeweils 50 Zentimeter Höhenunterschied im Hang stehenden Häuser mit Rampen verbunden. Der Garten wird mit seiner Hanglage in die Gestaltung mit einbezogen und soll als „zusätzlicher vertikaler Spiel- und Bewegungsraum“ genutzt werden. Als Heizung ist eine Sole-Wärmepumpe geplant, auf die Dächer kommt eine Photovoltaik-Anlage.
Fertigstellung bis Ende 2024
Laut Architektin Sabrina Wiesneth sind zwei Bauabschnitte vorgesehen. Bis Ende 2023 sollen Hort und Kindergarten fertig sein. Dann können die Kinder aus den Containern in den Neubau umziehen. Schließlich weichen die Container für den Bau der Kinderkrippe, die Ende 2024 bezogen werden kann.
Wenn in zwei Jahren alles steht, wird es im Norden Höchstadts hundert weitere Kinderbetreuungsplätze geben. Dass die dringend gebraucht werden, bestätigte beim Spatenstich Tina Reißberger, Verwaltungschefin im Rathaus.
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