Ob Putzen wirklich nötig ist oder ob man es manchmal nicht lieber bleiben lassen sollte, darüber philosophierte Ines Procter als „närrische Putzfraa“ in Steinwiesen. Die Kabarettistin trat am Freitag (31. Oktober) in der Kulturhalle auf. Die Show begann um 19 Uhr. Im Gepäck hatte sie ihr Soloprogramm „I don‘t kehr!“. Fans der im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlten Sendung „Fastnacht in Franken“ werden die 52-Jährige sicherlich kennen.
Ines Procter witzelt mit Bürgermeister Gerhard Wunder
Tipps geben, ob gefragt oder ungefragt, das ist so ein Ding von Ines Procter. Eine neue Kulturhalle sei schön und gut, aber noch sei Luft nach oben: Es fehle nämlich eine Toilette im Künstlerbereich. Gott sei Dank sei die Autowerkstatt daneben, da könne man hingehen. Aber nur während der Öffnungszeiten, scherzte sie. Damit las sie auch gleich dem Steinwiesener Bürgermeister, Gerhard Wunder, die Leviten, der in der ersten Reihe saß. Genau wie Telekommitarbeiter Andy, den sie anstarrte wie ein Marsmännchen; denn: „Eigentlich dachte ich, da arbeitet keiner mehr, bei Anruf nur Warteschleife, dann wird aufgelegt“.
Dann hatte die „Ines“ noch ein paar Anekdoten für die Mütter im Publikum. Die hörten genau zu, als Procter die schlimmste Zeit im Leben einer Mutter beschrieb: Nämlich dann, wenn die ausgezogenen Kinder wieder heimkämen. „Jetzt wissen sie alles besser und benehmen sich, als wären sie die Mutter, die mit gezücktem Zeigefinger an der Tür steht, wenn man nach einer feucht-fröhlichen Nacht endlich das Schlüsselloch gefunden hat.“
Wer Ines Procter bucht, der bekommt nicht nur die „Putzfraa“, sondern auch eine Dame, die sich in der Welt auskenne. Es gebe da einiges zu berichten, erklärte sie auf der Bühne. Ein Beispiel ist der „Mittelspurschleicher“. Dieser sei massiv verbreitet, da viele denken, rechts würden nur die Lkws fahren. „Das sind Fake-News, man darf auch rechts (fahren).“ Darüber sang Procter auch prompt ein Lied: „Vor mir der Schleicher, in der Birne ist er weicher“.
Doch es gebe Wichtigeres im Leben, erklärte Procter. Dating im Alter zum Beispiel. Wobei, das erfordere viele Vorbereitungen, denn im Alter herrsche bei vielen die „Muffinsfigur“ vor. Demnach gebe es am „mittleren Ring“ eine Spur mehr. Die sei aber manchmal ganz gut als Haltegriff für Männer zu gebrauchen.
Dann verlor sie auch noch ein paar Sätze zu Ü50-Partys. Bei solchen Resterampen gebe es nicht viel zu gewinnen, auch bei Online-Dating werde zu viel gelogen. „Mann und Frau haben eben verschiedene Vorstellungen. Wenn man jung ist, will der Mann keine feste Beziehung. Aber dafür die Frau.“ Im Alter sei es genau andersrum: „Frauen wollen ihre Ruhe und Männer einfach irgendwo unterkommen“.
Ines Procter ist auch eine Frau der nachdenklichen Reden
Es kamen aber auch einige leise, nachdenkliche Töne von der Bühne. Der Zusammenhalt unter den Frauen, der oftmals nicht da sei. „Weil es gilt, immer besser, stärker und schneller zu sein, als die anderen“, wie es Procter auf der Bühne formulierte. Mit Humor gehe das alles viel einfacher, „denn wer Humor hat, der hat auch Verstand“.
Zu Beginn des Abends begrüßte der Vorsitzende der Faschingsgesellschaft, Sven Schuster, den Präsidenten des Fastnacht-Verbandes-Franken, Marco Anderlik. Zudem wies Schuster auf die folgenden Büttenabende hin: am 30. und 31. Januar 2026. Dann wird der bekannte Kabarettist Klaus Karl-Kraus (KKK) auftreten.













