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Tradition lebt wieder auf
Neuanfang: So spektakulär feierte Reichenbach seine Kerwa
Am Sonntagnachmittag holten die „Zecher“ nach und nach ihre Zechdamen zu Hause ab. Heike Schülein
Am Sonntagnachmittag holten die „Zecher“ nach und nach ihre Zechdamen zu Hause ab. Heike Schülein // 
Reichenbach – Fünf Zechpaare feierten mit Besucherinnen und Besuchern in Reichenbach tagelang die Kerwa. Warum der Plantanz spontan örtlich verlegt werden musste.

Der alte Brauch, die Kirchweih – in Reichenbach heißt es „Kerwa“ – zu feiern, fand in der Gemeinde zuletzt im Jahr 2017 statt. Nun hatten sich seit Geraumer Zeit wieder fünf Zechpaare samt zweier Kellner zusammengefunden, um die Tradition neu aufleben zu lassen und die Kerwa zünftig zu begehen.

Viel Mühe hatte sich die Kirchweihgesellschaft samt zahlreicher Helferinnen und Helfer gemacht, um der Dorfgemeinschaft und den vielen auswärtigen Besuchern am vergangenen Wochenende ein attraktives Programm zu bieten. Der Aufwand hat sich gelohnt: Die Veranstaltung war an allen Tagen bestens besucht.

Plantanz wird ins Festzelt verlegt

Bereits am Samstagabend beim Bieranstich durch Reichenbachs Ersten Bürgermeister Richard Balazs und unter musikalischer Umrahmung der Stadtkapelle Teuschnitz war das Festzelt bis auf den letzten Platz gefüllt.

Der Sonntag begann mit einer Kirchenparade, dem Festgottesdienst in der Kirche „St. Michael“ und einem anschließenden Frühschoppen. Die Original Reichenbacher Blasmusik (ORB) sorgte dabei sowohl in der Kirche als auch im Festzelt für den passenden musikalischen Rahmen.

"Ständerla" wurden gespielt

Nach der Mittagspause holten die „Zecher“ – begleitet von der ORB – nach und nach ihre „Zechdamen“ ab, um sie zum eigens errichteten Plan unter der Kastanie am „alten Schulhof“ zu führen. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel. Da das Wetter kurz darauf nicht mitspielte, verlegte man den traditionellen „Plantanz“ kurzerhand ins Festzelt. Auch dort sorgte die ORB für Stimmung, bevor der Sonntagabend mit der Gruppe „Is doch woschd“ ausklang.

Am Montagvormittag zogen die Zechpaare und Kellner durch den gesamten Ort und spielten – erneut zusammen mit der ORB – das traditionelle „Ständerla“. Zeitgleich traf man sich im Festzelt abermals zum Frühschoppen.

"Hahnenschlag" am Nachmittag

Am Nachmittag stand die Kirchweihgaudi mit Spielen für Groß und Klein auf dem Programm. Durch das Geschehen führte „Kerwa-Muckl“ René Daum, ehe der sogenannte „Hahnenschlag“ den Nachmittag beschloss. Ein Unterhaltungsabend mit der Formation „Two for You“ sowie das traditionelle Kirchweihbegräbnis mit Fackelzug beendeten schließlich nach drei Tagen eine Kerwa, wie sie in Reichenbach schon lange nicht mehr gefeiert wurde.

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