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Planung macht Fortschritte
Weg frei für den Windpark am Rennsteig
Die  Planungen für den Windpark Burgkunstadt-Küps gehen voran.
Der geplante Windpark am Rennsteig nimmt eine wichtige Hürde. // Jens Büttner/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Veronika Schadeck
Kreis Kronach – Am Rennsteig soll ein Windpark entstehen. Dieses Projekt hat nun eine große Hürde genommen. Der Planungsverband Oberfranken-West hat das notwendige Vorranggebiet beschlossen. Was das bedeutet.

Der Planungsverband Oberfranken-West hat in seiner Sitzung am 6. Februar einstimmig die benötigte Fläche für einen Windpark am Rennsteig als Vorranggebiet beschlossen. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein für die Realisierung des Projekts gelegt. Die verbindliche Erklärung des Vorranggebiets durch die Regierung von Oberfranken erfolgt voraussichtlich bis Mitte April 2024.  

Mit dem Beschluss des Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbandes kann nun der künftige Betreiber einen Genehmigungsantrag für den Windpark bei der zuständigen Behörde im Landratsamt Kronach einreichen.  In den darauffolgenden Schritten werden sich  die Betreibergesellschaft CPC-Germania und die kommunale Projektgesellschaft mit den Bürgermeistern Timo Ehrhardt (Ludwigsstadt), Thomas Löffler (Steinbach am Wald) und Peter Ebertsch (Tettau) als Geschäftsführer um die Ausschreibungen und Finanzierung kümmern müssen. Neben der Fläche am Rennsteig wurde auch der Beschluss gefasst, die „Lange Meile“ bei Ebermannstadt und Eggolsheim als Vorranggebiete auszuweisen.

Das Windpark-Vorhaben am Rennsteig im Landkreis Kronach

Am Rennsteig sollen 15 jeweils 250 Meter hohe Windräder mit einer Nennleistung von mehr als 100 Megawatt entstehen. Es wird somit eines der größten Windprojekte bayernweit werden. Nach langen und zähen Verhandlungen mit der Betreibergesellschaft werden nun die drei Rennsteig-Kommunen vier Anlagen in Eigenregie betreiben. Dazu wurde zum 1. Januar 2024 eine kommunale Projektgesellschaft gegründet.

Mit vor Ort im Bamberger Landratsamt war auch der "Windkümmerer" Hubert Treml-Franz, der für das Bayerische Wirtschaftsministerium seit Oktober 2020 tätig ist.  Er betreut zusammen mit seiner Kollegin Tabea Roser von der Energieagentur Nordbayern 40 Kommunen in ganz Oberfranken.

Hubert Tremel-Franz
Hubert Tremel-Franz // Thomas Riese

„Der Windpark am Rennsteig ist für mich etwas Besonderes“, sagt er. Denn nicht die Flächensicherung für die Kommunen, sondern die Verhandlung eines kommunalen Anteils mit regionaler Wertschöpfung für die drei beteiligten Kommunen stand im Fokus. Zuvor hatte schon ein Projektentwickler die Flächen gesichert und die Windparkplanung bereits in Angriff genommen.

Seit der Einführung der 10H-Regelung war der Ausbau der Windenergie beinahe zum Erliegen gekommen. Mittlerweile wurden jedoch gesetzliche Änderungen auf Bundesebene vorgenommen. Mit dem Wind-an-Land-Gesetz wurden die Kriterien für die regionalen Planungsverbände für die Ausweisung von Vorranggebieten angepasst. Die10H-Regelung wurde stark eingegrenzt. Zudem können nun auch Waldflächen und Landschaftsschutzgebiete für Windenergie zur Verfügung gestellt werden.

Derzeit gibt es beim regionalen Planungsverband Oberfranken-West Teilfortschreibungen, um das 1,8-Prozent-Ziel zu erreichen. Dies besagt, dass 1,8 Prozent der Regionalfläche für die Windenergie genutzt werden sollen. Der Anteil der Vorranggebiete an der Fläche des Regionalen Planungsverbandes wächst nun mit den drei neuen Vorranggebieten von 0,6 im Jahr 2022 auf knapp über ein Prozent der gesamten Fläche.

Keine privaten Einwendungen gegen Projekt am Rennsteig

Dass nun in der Sitzung am Dienstag beim Windparkprojekt Rennsteig keinerlei private Einwendungen vorlagen, bezeichnet Treml-Franz als besonderen Erfolg der drei beteiligten Kommunen. Bei den zwei weiteren Vorranggebieten waren rund 2000 private Einwendungen vorhanden.

Für Hubert Treml-Franz haben die drei Bürgermeister Thomas Löffler, Timo Ehrhardt und Peter Ebertsch damit gute Arbeit geleistet. Die Bürgerbefragung, bei der sich immerhin 85 Prozent für einen Windpark ausgesprochen hatten, sei richtig gewesen. „Die Bürger haben dadurch das Gefühl, am Entscheidungsprozess teilnehmen zu können.“ Durch die kommunale Projektgesellschaft könnten die Bürger auch wirtschaftlich vom Windpark profitieren. Ferner zeuge es von Weitsicht und einem Miteinander auf Augenhöre, dass beim Betrieb der vier Windräder durch die Kommunen alle drei Gemeinden gleichberechtigt seien, obwohl auf der Fläche von Ludwigsstadt mit Abstand die meisten Windräder stehen werden.

So viele Windräder könnten in Oberfranken entstehen

Das Potential für den Ausbau der Windkraft in Oberfranken beziffert der zuständige Windkümmerer auf insgesamt 180 Anlagen. Dabei befinden sich derzeit 21 Windräder in der Teilfortschreibung, davon 15 am Rennsteig. Bis zu 50 Windräder können noch in vorhandenen Vorranggebieten entstehen. Weitere 110 Windräder können auf sogenannte Potenzialflächen bei Neuausweisungen von Vorranggebieten gebaut werden. „Es wird angestrebt, die vom Bund geforderten 1,8 Prozent der Regionalflächen für Windräder im Jahr 2025 zu erreichen.“

Wie Hubert Treml-Franz betont, sieht er im Bau von Windkraftanlagen vor allem die Chance, günstigen Grünstrom für die heimische Wirtschaft erzeugen zu können und einen angemessenen Anteil der Wertschöpfung in der Region zu halten. Allerdings, so räumt er ein: „Eine echte Herausforderung wird in den nächsten Jahren der Netzausbau sein, damit der dezentral erzeugte Strom in die Verteilnetze kommt.“

Bürgermeister aus Tettau, Steinbach und Ludwigsstadt sind zufrieden

Auch die drei Bürgermeister freuen sich darüber, dass nun der Beschluss für ein Vorranggebiet für Windräder am Rennsteig gefasst wurde. Glücklich sind sie auch darüber, dass es keinerlei private Einwendungen gab. Naturschutzfachliche Bedenken seien ernstgenommen worden, und man habe zuvor entsprechend reagiert, so Timo Ehrhardt. Sowohl er, als auch seine Bürgermeisterkollegen Thomas Löffler und Peter Ebertsch bezeichnen das Projekt „Windpark am Rennsteig“ als „eine großartige Gemeinschaftsleistung“. Jedoch wird es noch eine gewisse Zeit dauern, bis der erste Windstrom am Rennsteig erzeugt wird.

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