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Wechsel nach 50 Jahren
Feuerwehr im Umbruch: Digital- statt Analogfunk
Umstellung Alarmierung
Bei einer Katastrophenschutz-Übung im Oktober 1976 wurde der Sprechfunk getestet (v.l.): Oberamtsrat Georg Schedel vom Landratsamt, Kreisbrandrat Georg Zapf und Landrat Heinz Köhler. // Foto: Archiv Stefan Wicklein
Signet des Fränkischen Tags von Stefan Wicklein
LKR Kronach – Der langjährige Analogfunk verabschiedet sich. Kronach geht den nächsten Schritt in die digitale Zukunft der Alarmierung. Ein Rückblick auf 50 Jahre einer spannenden Entwicklung.

Mit dem Jahreswechsel endete der Betrieb einer technischen Einrichtung, die die Sicherheit im Landkreis Kronach vor 50 Jahren maßgeblich verbessert hatte. Nach einer Übergangszeit wurden nun der Analogfunk und die analoge Alarmierung der Feuerwehren komplett auf die digitale Technik umgestellt.

Im Jahr 1970 hatte zunächst die Feuerwehr Kronach die Weichen für ein Funk- und Alarmierungssystem gestellt. Den Auftrag erhielt nach hitziger Diskussion im Stadtrat über die Sinnhaftigkeit eines solchen Projektes die Fima AEG. Am 26. November 1971 konnten Funk und Alarmierung mit einem ersten Probealarm in Dienst gestellt werden.

Alle Feuerwehren im Kreis Kronach sollten neu ausgestattet werden

1974 fanden erste landkreisweite Funkversuche statt. Ziel war, alle Feuerwehren des Landkreises mit Sprechfunk und Funkalarmierung auszustatten.

Im April 1976 erteilte die Regierung von Oberfranken die Genehmigung für eine landkreisweite Erweiterung. So wurden neben der Feuerwehr Kronach auch die Feuerwehren Alexanderhütte, Förtschendorf, Küps, Ludwigsstadt, Mitwitz, Nordhalben, Oberlangenstadt, Pressig, Rothenkirchen, Steinbach am Wald, Steinberg, Steinwiesen, Stockheim, Teuschnitz, Unterrodach, Wallenfels und Weißenbrunn mit analogem Sprechfunk ausgestattet, was die Kommunikation bei Einsätzen deutlich verbesserte.

Dies zeigte sich beim großen Katastrophen-Waldbrand bei Förtschendorf im Juli 1976, bei dem das System bereits eingesetzt wurde. Der erste offizielle Probealarm der landkreisweiten Ausbaustufe 1 fand am 14. August 1976 statt.

Umstellung Alarmierung
Die Entwicklung der Technik für die „stille Alarmierung“ im Landkreis Kronach (v.l.): Funkwecker (AEG) von 1971, Funkmeldeempfänger (Telefunken) von 1974, Funkmeldeempfänger (Swissphone) von 2000 und digitaler Pager (Motorola) von 2023. // Foto: Archiv Stefan Wicklein

Ab 1980 wurden dann Zug um Zug alle Feuerwehrfahrzeuge des Landkreises mit Sprechfunk ausgestattet und alle Sirenen auf Funkalarmierung umgerüstet. Dies war ein Meilenstein für die Feuerwehren. Bis dahin konnte man Einsatzfahrzeuge ohne Funk, wenn sie einmal ausgerückt waren, erst wieder an der Einsatzstelle erreichen.

Wenn Notrufe zu einem Brand oder einem sonstigen Unglück bei der Landpolizei in Kronach oder bei der Grenzpolizei in Ludwigsstadt eingingen, mussten die Beamten zunächst den Sirenenbeauftragten der jeweiligen Gemeinde telefonisch verständigen, die dann den Knopf zur Auslösung der Sirene vor Ort betätigten. Wertvolle Minuten bis zur Hilfeleistung gingen so verloren. Nun konnten alle Sirenen direkt von der Kronacher Polizei und über die Einsatzzentrale der Feuerwehr Kronach angesteuert werden.

Landrat Heinz Köhler löst den ersten Probealarm aus

Landrat Heinz Köhler konnte am 3. März 1982 den ersten Probealarm auslösen. An jedem ersten Samstag im Monat um 12 Uhr erfolgte daraufhin über die Feuerwehr Kronach ein Probealarm für die Sirenen im Landkreis, so dass deren Funktion überprüft werden konnte.

Viele Feuerwehren stellten in der Folge auf die sogenannte stille Alarmierung durch Funkmeldeempfänger um. Deren Funktion wurde jeden Mittwoch um 19 Uhr getestet. 1998 wurde die Funkversorgung durch die Einführung des Gleichwellenfunks weiter verbessert.

Umstellung Alarmierung
Der Funk- und Alarmierungstisch bei der Feuerwehr Kronach in den 1990er Jahren. // Foto: Archiv Stefan Wicklein

Das System, das sehr stabil lief und vor allem mit einem Minimum an Technik und Umsetzern auskam, wurde nun Zug um Zug auf Digitalfunk umgestellt. Der Grund dafür war vor allem der Datenschutz, da das alte UKW-basierte System mit relativ geringem Aufwand durch Unbefugte mitgehört werden konnte. 

Ab 1996 laufen die Arbeiten für eine Umstellung auf den Digitalfunk an

Daher wurde ab 1996 an der bundesweiten Umstellung aller Hilfsorganisationen auf Digitalfunk gearbeitet. Im Jahr 2011 wurde mit dem Netzausbau in Bayern begonnen. Am 2. Juli 2016 wurde zunächst der Sprechfunk im Bereich Kronach-Coburg-Lichtenfels auf das digitale System – den so genannten Tetra-Funk – umgestellt.

Im Jahr 2023 folgten dann die Meldeempfänger, 2025 die Sirenen-Steuergeräte. In der Umstellungsphase zeigte sich eine ganze Reihe von „Kinderkrankheiten“ des neuen Systems. So gab es unter anderem „weiße Flecken“ bei der Netzabdeckung. Die Probleme konnten zwischenzeitlich deutlich minimiert werden. Ob das neue System die selbe Stabilität in der Versorgungssicherheit sowie die Robustheit der Endgeräte haben wird, werden die nächsten Jahre zeigen.

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