Die Hochwasser-Katastrophe in Südbayern hat riesige Schäden angerichtet. Um den betroffenen Menschen vor Ort rasch zu helfen, waren in den vergangenen Tagen auch Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Bad Kissingen vor Ort im Einsatz.
Am Donnerstag, 6. Juni, rückten Freiwillige aus den Feuerwehren Bad Brückenau, Ebenhausen, Kothen, Motten, Reiterswiesen und Stangenroth, zusammen mit Kreisbrandmeister Steffen Kiesel, aus. Sie bildeten das Kontingent Verpflegung des Landkreises Bad Kissingen und versorgten im Landkreis Pfaffenhofen in Manching die Mannschaft des unterfränkischen Ölschadens-Kontingents.
Versorgung der Einsatzkräfte
Unsere Redaktion erreichte Steffen Kiesel telefonisch. Er nahm sich die Zeit, um seine ersten Eindrücke zu schildern: „Wir sind in logistischen Aufgaben tätig und nicht im technischen Einsatz“, erläuterte er. Die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und regelmäßigen Mahlzeiten sei jedoch entscheidend, um eine effektive Hilfe leisten zu können.
Am Dienstag, 4. Juni, wurde das Kontingent Verpflegung von der Regierung von Unterfranken angefordert. „Am Nachmittag haben wir davon erfahren, um 19:30 Uhr fand die erste Führungsbesprechung statt“, berichtet Kiesel. Am Mittwoch, musste eingekauft werden, da das Verpflegungskontingent darauf ausgerichtet sein musste, die Einsatzkräfte für 48 Stunden autark mit Getränken und Lebensmitteln zu versorgen.
Mit sechs Fahrzeugen und sechs Anhängern machten sie sich in der Donnerstagmorgen gegen vier Uhr auf den Weg, darunter auch die Feldküche der Feuerwehr Stangenroth, organisiert von Küchenchef Sebastian Metz. In Dettelbach schlossen sie sich den Feuerwehren des Ölwehr-Kontingents an und fuhren gemeinsam nach Oberbayern.
Erschreckende Bilder
In Manching angekommen, wurden die Feuerwehrleute in einer Turnhalle untergebracht, wo sie die Nächte auf Feldbetten verbrachten. „Kaum waren wir in der Unterkunft, kamen Leute mit Kuchen“, berichtet Kiesel von der überwältigenden Hilfsbereitschaft der Bevölkerung gegenüber den Mitgliedern der Hilfsorganisationen und auch untereinander. „Der Zusammenhalt ist enorm“, fasst er zusammen. Ob es um Spenden, praktische Hilfe oder Verpflegung geht – überall werde angepackt und unterstützt.
Kiesel beschreibt seine Eindrücke aus dem Hochwassergebiet so: „Es sind erschreckende Bilder. Wie viel Wasser noch immer steht, wie viele Sandsäcke aufgestapelt wurden. Kaum vorstellbar, wie es am ersten Tag ausgesehen haben muss.“
Die Aufgabe des Ölwehr-Kontingents besteht darin, Heizöl aus den Kellern abzupumpen, damit es nicht in die Kanalisation oder die Umwelt gelangt. Neben der Verpflegung waren die Logistiker auch damit beschäftigt, Container mit kontaminiertem Wasser abzutransportieren.
"Die Schadenslagen abgearbeitet"
Die Regierung von Unterfranken hat das unterfränkische Ölwehr-Kontingent, mit dem Kontingent Verpflegung aus Bad Kissingen ist zunächst bis 14. Juni angefordert. Am Freitagnachmittag, 7. Juni, erfuhr der Kreisbrandmeister, dass ihr Auftrag in Manching abgeschlossen ist und sie in Günzburg gebraucht werden. „Die Schadenslagen in Manching haben wir abgearbeitet. Wir werden morgen verlegen“, erklärte er am Telefon.
Lob für die Verpflegung
Ein großes Lob richtet er an die Kameraden, die die Verpflegung organisiert haben. Am Donnerstagabend wurden die Einsatzkräfte mit Bratwürstchen, Kartoffelschnitzen und Salaten versorgt, am Freitag gab es Schinkennudeln. „Das Frühstück war ein richtiges Buffet mit Obst, Marmelade, Wurst, Käse und Rührei. Es wurde von allen Teilnehmern gelobt.“
Insgesamt hatte das Verpflegung-Kontingent 92 Personen zu versorgen. Die Logistik wurde von 16 Personen bewältigt, von der Planung, über den Einkauf bis zum Kochen und der Ausgabe der Speisen.
Auch die Bereitschaft der zu Hause gebliebenen Kameraden und Kameradinnen betont Kiesel. „Wir haben Anfragen zum Nachrücken bekommen.“ Die Bereitschaft, selbst ins Schadensgebiet zu fahren, sei groß. Am Sonntag wird ein Personalwechsel stattfinden.
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