Sebastian Schütz ist IHK-geprüfter Sommelier und Inhaber der Weinhandlung „Rot Weiß Rosé“ in Würzburg. Vor allem aber ist er ein großer Fan guter Weine. Franken und auch Frankreich haben es ihm besonders angetan. Und bei seinen Lieblingsweinen stehen Silvaner weit vorne. Die Rebsorte sei lange wenig geachtet und als Spargelwein deklassiert worden, sagt Schütz.
Erst seit zehn, 15 Jahren werde der Silvaner auch international entdeckt und gewürdigt. Für Schütz ist er weltweit einer der ganz großen. Er kenne keine andere Rebsorte, die ein Terroir - also eine Weinlage - so gut abbilden könne, wie der Silvaner. Selbst dem Chardonnay und dem Riesling sei er da überlegen.
Schütz wollte einen Beitrag leisten, dem Silvaner aus Franken zu noch mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. So kam er auf die Idee, von 16 völlig unterschiedlichen Weingütern Frankens die besten Silvaner unter dem Motto #silvanerallezusammen zu einem Wein zu verarbeiten.
Namhafte Weingüter in einem Produkt
In diesem Wein seien beste Lagen aus Churfranken, Maindreieck, Steigerwald oder Taubertal vereint. Sehr große Weingüter wie das Würzburger Juliusspital seien genau so dabei, wie mit Tom Glass aus Oberpleichfeld (Lkr. Würzburg) ganz kleine Weinbaubetriebe. Biologisch wirtschaftende wie der Zehnthof Luckert in Sulzfeld (Lkr. Kitzingen) oder das Weingut am Stein in Würzburg genau wie konventionelle Weingüter.
Hinzu kämen weitere große Namen, wie das Weingut Fürst in Bürgstadt (Lkr. Miltenberg), die beiden Sauers in Escherndorf (Lkr. Kitzingen) oder das Weingut May in Retzstadt (Lkr. Main-Spessart).
Zur Lese 2023 fuhr Sebastian Schütz durch ganz Franken und holte bei jedem der teilnehmenden 16 Winzern je 30 Liter Silvaner-Traubensaft ab. Mit jedem Winzer war vereinbart, dass nur erste Qualität für dieses Projekt genommen werden dürfe. „Es sind alles Große Gewächse oder erste Lagen der beteiligten Weingüter“, sagt Schütz. Das gehe vom Würzburger über den Stettener Stein, den Escherndorfer Lump, den Randersackerer Pfülben bis zum Küchenmeister aus Rödelsee oder den Centgrafenberg in Bürgstadt.
Die Komplexität aller Terroirs in einem Wein
Bei Schmitt‘s Kindern in Randersacker (Lkr. Würzburg) wurde der Silvaner dann in Barrique-Fässern ausgebaut. Ganz lange habe man ihn liegen lassen, so Schütz, dem Wein viel Zeit gegeben. Denn man habe keinen modernen Wein geplant, sondern einen „Langstreckenläufer“ machen wollen, der das Terroir widerspiegelt.
Kann ein Wein aus dem Saft von 14 verschiedenen Weinbergen ein Terroir spiegeln? Kein Wein könne 14 Terroirs widerspiegeln, sagt Schütz, aber die Komplexität aller Terroirs spiegele sich sehr wohl darin.
Typisch deutsches Denken
Das Lagen- und Rebsortendenken sei etwas sehr Deutsches. Hierzulande bevorzuge man einen Wein von einem Weingut, einer Rebsorte und einer Lage. International kenne man bei großen Weinen dieses Denken nicht. Große französische oder italienische Weine kämen in den seltensten Fällen von nur einem Weinberg, so der Experte.
Bei einer Weingala Anfang November sei der Wein erstmalig verkostet und eine Fünf-Liter-Flasche für einen guten Zweck versteigert worden. Alle beteiligten Winzer hätten dabei auch ihre eigenen Weine mitgebracht, aus deren Lage die 30 Liter Traubensatz für den #silvanerallezusammen genommen worden sei.








