Das „Ab geht die Lutzi“-Festival 2025 hat begonnen und gefühlt ganz Rottershausen (Lkr. Bad Kissingen) ist dafür auf den Beinen gewesen. Circa 5000 Menschen sorgten bereits am ersten von insgesamt drei Festival-Tagen für eine unglaubliche Stimmung vor der Hauptbühne, aber auch drumherum auf dem Campingplatz oder dem „Festival-Marktplatz“ mit einer kleineren Nebenbühne.
Offizieller Einlass für das „Infield“ mit der Hauptbühne war um 18 Uhr, doch bereits vorher kam bei der Anreise der zahlreichen Camper ausgelassene Feier-Atmosphäre auf.
Lange Schlangen am Zeltplatz in Rottershausen
Bereits am frühen Nachmittag waren lange Schlangen vor dem Einlass zum Zeltplatz zu beobachten. Links die Bollerwägen, die mit allerlei Camping-Equipment und Kartons voller Dosenbier bestückt waren. Rechts die Fahrzeugkolonne, wo sich vom kleinen VW Polo mit umgeklappter Rückbank bis zum ausladenden Wohnmobil die volle Palette der fahrbaren Schlafmöglichkeiten tummelte.
Vom Inneren des Campingplatzes drang bereits Musik Richtung Einlass und hin und wieder forderte jemand lautstark, dass es nun Zeit für das erste Bier wäre.
Auch der Regen wollte das „Lutzi“ nicht auslassen
Noch kurz vor 17 Uhr wurde die gute Laune der Leute zum ersten Mal auf eine kleine Belastungsprobe gestellt. Schwarze Wolken kündigten es bereits an, doch als sich Sekunden nach dem ersten Donnerschlag die Schleusen des Himmels öffneten, waren die meisten doch sehr vom heftigen Regenguss überrascht. „Wir bitten darum, das Festivalgelände zu verlassen und sich in die Autos zu begeben. Es liegt eine Unwetterwarnung vor“, hallte es aus den Lautsprechern. Die meisten hatten zu diesem Zeitpunkt schon den Vollsprint Richtung Auto-Parkplatz angezogen.
„Das ist ja mal ein richtig mieser Start in das Wochenende“, fluchte sinngemäß ein junger Mann mit Band-T-Shirt, als ihm bei seiner hektischen Flucht der Bollerwagen umkippte. Seine tatsächliche Wortwahl fiel noch deutlich expliziter aus.
Auch Thomas Hanenmann und Christian Braun aus dem Landkreis Würzburg wurden vom plötzlichen Wolkenbruch völlig überrascht. Während Braun schon seit Jahren erfahrener Festival- und auch „Lutzi“-Gänger ist, ist es für Hanenmann das erste Mal in Rottershausen. Er war vor wenigen Wochen überhaupt das erste Mal auf einem Festival und es hat ihm so gut gefallen, dass er noch währenddessen seine Karte für das „Lutzi“ gekauft hat, erzählt Thomas Hanenmann.
Abwechslungsreiches Programm auf der Hauptbühne
Nachdem das Unwetter vorbeigezogen war, konnte das Festival nun so richtig durchstarten, es dauerte allerdings noch ein wenig, bis alle ihren Weg in den Infield-Bereich vor der Hauptbühne gefunden hatten. Die Schlange vor dem Einlass zog sich zwar scheinbar endlos in die Länge, aber der Stimmung tat dies keinen Abbruch.
Gegen 18.30 Uhr spielte mit „Udo West“ eine der Newcomer-Bands des letztjährigen „Lutzi“-Festivals. Mit ihrem von der Neuen Deutschen Welle inspirierten Sound, legte sie den Grundstein für einen langen Abend. Es folgte der Auftritt der exzentrischen Mannheimer Indie-Band „Ok.danke.tschüss“, die primär Indie-Rock zum Besten gaben, aber auch „antikapitalistischen Italo-Schlager“ in ihrem Repertoire hatte. Punkrock „made in California“ gab es mit der US-Band „Zebrahead“.
Den Abschluss auf der Hauptbühne machten die Donots, die bereits zum dritten Mal auf dem „Lutzi“ auftraten. Die Kult-Band aus Nordrhein-Westfalen startete wenige Stunden vor ihrem Auftritt noch einen Aufruf über die sozialen Medien. Sie hatten nämlich ihre Gitarren-Saiten vergessen und bemühten sich in Rottershausen und Umgebung um Ersatz. Offensichtlich hat dies geklappt.















