„Wir gemeinsam können alles auf die Beine stellen – und das mache ich bis ich umfalle“. Es klingt pathetisch und hat auch den Riesenbeifall der Zuhörenden im Hof der Riemenschneiderstraße verdient, aber Mia Hochrein, emsige Kunst- und Kultur-Initiatorin in Münnerstadt seit langer Zeit, bringt bei der Finissage „Zum Molker“ auf den Punkt, was zahlreiche Besucherinnen und Besucher – besonders bei den else! Projekten – seit Jahren erleben können. Es ist der unbedingte Wille in gemeinsamen Anstrengungen ein Teil der Lebendigkeit Münnerstadts zu sein.
Seit 2013 werden Leerstände in Münnerstadt sichtbar, begehbar und bespielbar gemacht. Das Ziel, dieses Hervorheben in eine entwicklungsfähige Perspektive für die Objekte zu verwandeln, ist nicht so schnell umzusetzen, bleibt aber bei vielen Teilhabenden und Beobachtern im Gedächtnis oder gar auf den Schreibtischen der jeweiligen Eigentümer.
Marienanstalt, (else!1) Bahnhof und Umfeld (else!2), Treibhäuser (else!3), ehemalige Eisdiele, später Redaktion der Saale-Zeitung (Waschsalon) und jetzt das ehemalige Milchgeschäft, später Architekturbüro (Zum Molker) – das sind Leerstände, sie sind aber ein Rahmen dessen, weshalb man gerne nach Münnerstadt kommt und nicht selten auch bleibt.
Gute Kooperation
Die Münnerstädter Künstlerin hebt in ihrer Danksagung auch diesmal wieder die gute Zusammenarbeit und Förderung durch die Stadt Münnerstadt und den Landkreis Bad Kissingen, sowie der NES- Allianz hervor, dankt aber besonders dem Eigentümer des Anwesens Riemenschneiderstraße 13, der Carl-von Hess-Stiftung, für die sehr gute Kooperation bei der Entwicklung des Hauses zu einem zeitweiligen Kulturzentrum.
Es sei ein Spiel mit dem Risiko, betont Mia Hochrein immer wieder, denn die arbeitenden und ausstellenden Künstlerinnen würden nur beim Verkauf ihrer Arbeiten einen materiellen Lohn erhalten, das gilt ebenso für die Musikerinnen und Musiker, für deren Leistung der Hut herum geht, der mal mehr mal weniger gefüllt ist. Aber allen ist gemeinsam, dass sie der Events wegen dabei sein wollen, weil das Publikum die Angebote dankbar aufnimmt und auch bei den Mitmachprogrammen gerne dabei ist.
Sie dankt der staatlichen Fachschule für Holzbildhauer Bischofsheim, den Künstlerinnen Corinna Wagner, Inka Lorena Schottdorf aus Schweinfurt, „Mia lázione“ aus Frankfurt und Sabine Rollnick aus Berlin, Julia Dorothea Schottski aus Sennfeld und besonders Regine Merz, ihre Atelierpartnerin für ihre Teilnahme.
„Es sind in den letzten vier Wochen 1500 Besucherinnen und Besucher durch das Haus gewandert und/ oder im Hof für insgesamt 27 Veranstaltungen geblieben“, so Mia Hochrein. Sie sind dem Ladenprojekt begegnet, der „Kunst gewinnt“ Aktion. Sie haben bis unters Dach die Ausstellungen, aber auch dort Konzertanteile miterlebt und ... „das wäre nicht zu schaffen ohne eure großzügige Hilfe“. Else!-Projekte laufen auf Spendenbasis, und das wird insgesamt gut genutzt.
„Wir gründen eine Band“
Überraschend wurde dann noch eine Idee aus einer letztjährigen Treibhaus- Musikrunde umgesetzt, nämlich das Konzept „wir gründen eine Band“.
Mia Hochrein, Corinna Wagner und Inka Lorena Schottdorf als Frontsängerinnen und Detlev Beck, Peter Jäger und Sebastian Herzfeld an den Instrumenten begeisterten das Abschiedspublikum mit „Rote Lippen, na klar“. Wer wollte, konnte sich die Lippen rot verstärken lassen. Damit ließe sich weiter die Mürschter Muse küssen.











