Im mittelfränkischen Roth strömen die Massen und feuern die Weltklasse-Triathleten zu Höchstleistungen an. Im beschaulichen Mittelalterstädtchen Münnerstadt wird höchstens der Mittagskaffee kurz unterbrochen, wenn man denn überhaupt von einem Sportereignis Notiz nimmt. Hätten das viele getan, wäre es im „Sportpark“ Riemenschneiderstraße 13 sehr eng geworden. Es waren jedenfalls genug Fans für die vierzehn angetretenen Heroinnen und Heroen da, die einem außergewöhnlichen Event beiwohnten.
Gewiss, hinter dem Eingangstor vor dem seit Ende Juni jede Woche die Kuh „Lotte“ auf das Projekt „Zum Molker“ hinwies, war zwischen dem zahlreichen Publikum ein Parcours zu erkennen und „Lotte“ war für den Nachmittag in den hinteren Teil des Hofes getragen worden. Das Kunststofftier wurde gebraucht, denn das Thema war den vitalen Artgenossen abgeschaut und in drei Stationen gebündelt worden.
Erst einmal musste die Kuh eingefangen werden und zwar der der Wildwest-Methode „Lasso werfen“. Zum Glück nicht vom Pferd aus, es war so schon schwer genug. Meistens ging die Schlinge weit am Kopf der Kuh vorbei, obwohl es kein Zucken oder Wegdrehen gab.
Claudia aus Mellrichstadt war es als letzter Starterin als Einziger gelungen, die Schlinge um den Hals zu werfen – höchste Punktzahl. Beim anschließenden Versuch aus drei Metern Abstand sechs Ringe an die Hörner des geduldigen Rindviehs zu hängen, war Claudia ebenso teilweise erfolgreich, wie die Hälfte aller Teilnehmenden.
Im Sennerinnen-Outfit
Ist die Kuh mal gefangen, soll sie auch gemolken werden. Hierbei war Gisela aus Münnerstadt besonders auffällig. Sie hatte sich in ein Sennerin-Outfit gesteckt, für die Wärme des Tages anspruchsvoll, doch für die Kunst des Melkens nicht weiter hilfreich. Es war am Ende ein sehr durchschnittliches Ergebnis. Musste doch die „Milch“ (nur Wasser) an der zweiten Station aus einem Einweg-Handschuh, der an den Fingern (Zitzen) kleine Löcher hatte in einen Eimer „gemolken“ werden.
Senior Olaf hatte am Ende ein Superergebnis, denn nach einer Minute waren 130 Gramm gemessen worden.
Dieser Weg ist ein besonderer, wenn die Milch „Zum Molker“ muss. Man könnte es auch den „Mürschter Weg“ nennen, denn der Parcours von gut fünfzig Metern über den Hof fast zum Nachbarn, hatte den typischen Belag mit Schotter und Pflaster. Es gab Hindernisse, die sich mit hohen Bordsteinen oder aneinandergereihten Pfützen auf Altstadtwegen vergleichen lassen.
Adrian gewinnt
Hannes, der als Kleinwenkheimer in Münnerstadt lebt, trug den Krug innerhalb einer Minute barfuß über die holprige Strecke. Dabei hat er sehr wenig Flüssigkeit – sprich Milch – verloren. Das gute Einzel-Ergebnis war am Ende für den Gesamtplatz Drei ausschlaggebend. Als Zweite setzte sich die Rhön-Grabfelderin Claudia durch. Ob sie jetzt Rhöner Sennerin werden möchte, war nicht zu erfahren. Sieger mit dem besten Gesamtergebnis wurde Adrian aus Münnerstadt. Alle drei Stationen hat er in den vorderen Plätzen beendet. Man kann bei ihm sicher sein, er wäre ein guter Molker geworden.














