Die Stadtplakette ist die Würdigung für Bürger, die kulturelle Verdienste in und für die Saalestadt erworben haben. Sie wird maximal dreimal im Jahr an Einzelpersonen oder Gruppen vergeben. Heuer nahmen drei Hobby-Musiker die Auszeichnung für ihre in Mundart komponierten und veröffentlichten Werke entgegen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt wurden. Horst Manninger, Walter Graf und Konrad Albert erhielten die Ehrung in einer Feierstunde im Stadtmuseum „Herrenmühle“.
„Kultur bereichert in vielerlei Hinsicht und bringt die Menschen zusammen. Heimat und Brauchtum begeistern Jung und Alt, insbesondere nach der Pandemie-Zwangspause“, betonte Bürgermeister Armin Warmuth vor vielen geladenen Gästen und flankiert von Alberts Akkordeon-Dialekt-Song „Hoaste mal en Schoppe doa für mir“.
Zahlreiche Initiativen entstanden
Nach Einschätzung des Rathausoberen sind aus dem Jubiläumsjahr „1300 Jahre Hammelburg“ im Jahr 2016 zahlreiche Initiativen entstanden, wie beispielsweise die Sommerkonzerte der „Hamulissimo“-Reihe, Kirchenmusiktage, Ausstellungen, Weinfeste, ungezählte Konzerte von Kapellen, Bands und Chöre, Theater-Aufführungen, das Bundeswehr-Adventskonzert oder Veranstaltungen der bayerischen Musikakademie.
In der Herrenmühle ging es um Mundart, zu der Warmuth einige Zeilen aus dem neuen „Asterix -Meefränggisch“ zitierte. „Mundart hat jeder Heimische von den Eltern noch vor dem Hochdeutsch erlernt. Sie ist jedem sozusagen in die Wiege gelegt worden. Dialekt ist also unsere Muttersprache – und auf die sind wir stolz. Auch wer zu Schulzeiten ob seines Slangs verlacht wurde, ist Teil unserer Heimat und Identität. Mundart muss man leben, und es ist ein Trumpf, sich beim Sprechen nicht verbiegen zu müssen“, versicherte er.
Danach waren es die „Schoppehauer von Hammelburch“, Horst Manninger alias Männix und Walter Graf, die die Stadtplakette entgegennahmen. Sie musizieren seit 1977 gemeinsam, zunächst als Trio mit Reinhard Kraft. Zwei CDs und ein Liederheft mit Texten und Bildern sowie eine Vielzahl von Auftritten brachten sie zuwege. Männix, der alte Hammelburger und Untererthaler Texte verwendet, erhielt zudem schon vor 15 Jahren den Sonderpreis für sprachliche Originaltät des Bezirks Unterfranken und der bayerischen Musikakademie. Der weit gereiste Physiker lebt im asiatischen Raum und spricht außer Dialekt und Hochdeutsch mehrere asiatische Sprachen.
Der gebürtige Obereschenbacher Walter Graf besuchte die Fachschule für Holzbildhauer und schloss daran ein Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg an. Nach seiner Tätigkeit als Kunstlehrer am Berufsbildungszentrum Münnerstadt ist er heute als freischaffender Künstler tätig. Graf war im „Schoppehauer“-Duo für die filigrane Ausarbeitung zuständig und trug die Melodien auf seiner selbst gefertigten Mandoline oder einem Akkordeon vor.
Mehrere Vernissagen und Präsentationen
Der in Poppenroth geborene, freischaffende Maler, Grafiker und Musiker Konrad Albert, genannt „Konny“, absolvierte ein Studium in Grafik-Design an der FHS Würzburg und eröffnete 1996 ein eigenes Atelier mit Galerie in Hammelburg. Beteiligt war er unter anderem an Vernissagen und Präsentationen in Bad Kissingen, in der Partnerstadt Turmhout, in Münnerstadt und im „Haus der Schwarzen Berge“.
Den Vater dreier Kinder und seine engagierte Gattin Elisabeth kennt man auch von seinem Porträtstand auf den Märkten in der Region. Der Wahl-Hammelburger erhielt 2004 den zweiten Preis im Wettbewerb „Schöneres Saaletal“ des Tourismusvereins. Für seine 25-jährige Mitgliedschaft in der IHK Würzburg-Schweinfurt erhielt er 2012 die Ehrenurkunde. Seine Musikerkarriere begann bereits mit 14 Jahren, als er ein Schifferklavier als Geschenk bekam. Auch während seiner Lehrtätigkeit am Frobenius-Gymnasium konnte er seine Begeisterung für die Mundart an Jugendliche weitergeben.
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