Ozzy Osbourne war mehr als nur der „Prince of Darkness“ – er hat Heavy Metal mit Black Sabbath geprägt und inspirierte Millionen Musikfans. Am 22. Juli 2025 ist er im Alter von 76 Jahren gestorben.
Nach seinem Tod teilen Mitglieder der Redaktion und Prominente aus dem Landkreis Bad Kissingen ihre ganz subjektiven Metal-Favoriten und erinnern so an einen der größten Musikrebellen aller Zeiten.
Julia Raab: Man muss kein Metal-Fan sein …
Ich finde, man muss kein Metal-Fan sein, um die Musik von Ozzy Osbourne und seiner Band Black Sabbath gut zu finden. Die Genialität der Band im Zusammenspiel mit Ozzys besonderer Stimme erkennt jeder Musikliebhaber.
Mir ist Ozzy ehrlicherweise erst Anfang der 2000er-Jahre durch seine Reality-Show auf MTV, „The Osbournes“, aufgefallen. Hier erschien er als alternder und alkoholkranker Star, der auf seine verrückte Art und Weise dennoch irgendwie sympathisch wirkte.
Ozzy hat es vermutlich seiner Frau Sharon zu verdanken, dass er in den 2000ern musikalisch ein Comeback hinlegte. Richtige Metal-Fans dürften sich über die ruhigeren und poppigeren Töne von ihm nicht besonders gefreut haben. „Dreamer“ ist das beste Beispiel dafür. Doch damit hat es Ozzy auf geschickte Art geschafft, seiner ursprünglichen Musikrichtung, dem Heavy Metal, Vorschub zu leisten.
Auch wenn Ozzys Musik aus den 1970ern etwas ganz Besonderes war, so hat er bei seinem Mainstream-Come-Back sein musikalisches Schaffen der Zeit angepasst. In seinem gesundheitlichen Zustand war das sicherlich keine einfache Aufgabe. In all dem, was er in den letzten Jahren tat, war sein Metal-Herz erkennbar. Auch in „Dreamer“, wie ich finde.
(Julia Raab, Digitalredakteurin Saale Zeitung)
Karl Kovacs: „Creeping Death“ – pure Heavy-Metal-Energie
Ich bin mit meinen 44 Jahren wahrscheinlich etwas zu jung, um ein echter Ozzy-Osbourne-Fan zu sein. Es geht mir wie anderen: Ich kenne ihn vor allem durch die Reality-Show. Und natürlich durch „War Pigs“ und „Paranoid“ – die gehören für einen Metal-Freund einfach dazu.
Wenn es um die Essenz des Heavy Metal geht, führt für mich kein Weg an „Creeping Death“ von Metallica vorbei. Schon beim ersten Riff spürt man, wie die Energie durch den Körper schießt und es unmöglich wird, stillzustehen. Egal, ob im Wohnzimmer, im Auto oder auf einer Metal-Party: Zu „Creeping Death“ kann man einfach hemmungslos abgehen.
Unübertroffen ist für mich der Part mit „Die, by my hand I creep across the land“. Dieser Moment bündelt die rohe Kraft und Energie des Songs. Der gesamte Saal singt mit. Es ist diese kollektive Ekstase, diese Wucht und Antriebskraft, die „Creeping Death“ für mich zu einem der besten Heavy-Metal-Songs aller Zeiten machen.
Für mich ist klar: Ohne Ozzy Osbourne und Black Sabbath wären Metallica und all die anderen Bands nie das geworden, was sie heute sind. Allein dafür gebührt ihm ein riesiger Dank!
(Karl Kovacs, Leitung Digitalredaktion Bad Kissingen)
Jamie Patts: „Ozzys Tod hat mich irgendwie mehr getroffen“
Jamie Patts ist der Frontman der Band „Kojak“ aus dem Raum Schweinfurt. Die Rockband spielt am kommenden Wochenende zum wiederholten Mal beim Rakoczy-Fest in Bad Kissingen.
„Ich hatte am Tag, an dem Ozzy starb, ein Gespräch mit meiner Frau. Darin ging es um all die großen Rockmusiker, die schon gestorben sind, zum Beispiel Chris Cornell, den ich sehr bewundere. Mir ist aufgefallen, dass mich der Tod von Ozzy Osbourne mehr mitgenommen hat. Ich glaube, das liegt daran, dass er so wahnsinnig legendär war. Er war mit Black Sabbath ein Pionier in der Musik, vor allem für Heavy Metal.“
Patts selbst sei kein riesiger Metal-Fan. Aber es gebe einige Songs und Bands, die er sehr mag, zum Beispiel Metallica und andere.
Vor allem mag er die Band Van Halen. „Auch weil sie wie ich aus Pasadena kommt“, sagt Patts nicht ohne Stolz in der Stimme. Sein Vater kannte den Dad von David Lee Roth gut und Patts Bruder, sagt der Musiker, hat eine der ersten Gitarren, die Eddie Van Halen gebaut hatte.
Kein Wunder, fällt seine Wahl auf einen ziemlich harten Song von Van Halen: „Mean Street“. Patts: „Der ist schon etwas komisch, aber geht richtig ab!“
(aufgeschrieben von Karl Kovacs)
Ellen Mützel: Durch Zufall in der Favoritenliste
Ich muss zugeben: Das erste Mal hörte ich den Namen Ozzy Osbourne als Kind, als mir meine Mutter vor rund 20 Jahren das Buch „Daddy ganz cool“ mitbrachte. Darin geht es um Ozzy Osbourne, der zwar so heißt wie die Rocklegende, aber eigentlich nur nach dieser benannt wurde – und alles andere ist als cool. Und auch wenn das Buch sich um Hardrock dreht und die Musik total super ist, hat es mich musikalisch in die elektronische Richtung verschlagen.
Ein Song hat es aber durch Zufall in meine Favoritenliste geschafft, und das ist wenig überraschend „Paranoid“ – der bekannteste Song der Band. Interessant ist die Entstehung: „Wir brauchten im Grunde einen Drei-Minuten-Füller für das Album. Tony kam mit dem Riff. Ich schrieb schnell den Text, und Ozzy sang ihn, während er ihn las, live bei der Studioaufnahme ins Mikrofon“, sagte Bassist Geezer Butler dazu.
Der Song fängt schon mitreißend an, das eingängige Riff zu Beginn macht direkt Laune. Man wippt automatisch mit, wenn man den Song hört. Das Haupt-Riff von „Paranoid“ ist simpel, aber extrem eingängig und gilt als Paradebeispiel für frühe Heavy-Metal-Gitarrenarbeit. Und der Gesang? Ozzy klingt in „Paranoid“ ehrlich verzweifelt und rastlos – das transportiert die Thematik von Angst und Paranoia authentisch.
(Ellen Mützel, Digitalredakteurin Saale Zeitung)
Michael Kastl: „Iron Man“ wäre ein guter Film geworden
Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction-Filmen, die in meiner Kindheit Hollywood eroberten. Die passende Begleitmusik dazu gab der Song „Iron Man“ von Black Sabbath ab. Der Sound war mitreißend, aber noch besser gefiel mir der dystopische Text. Ein Mann reist in die Zukunft, merkt, dass die Menschheit vernichtet wurde, kehrt zurück in die Vergangenheit und wird selbst zur Ursache der Katastrophe.
Das wäre auch ein guter Film geworden. Kennengelernt habe ich den Song über meinen Vater, der das Black-Sabbath-Album „Paranoid“ auf Schallplatte hatte.
(Michael Kastl, Bürgermeister Münnerstadt)
Alexander Steinbeis: In seiner Radikalität ein Stück Popkultur
Mit Ozzy Osbourne ist eine Ikone des musikalischen Grenzgangs gegangen. Ich habe seine Musik zwar nie sonderlich aktiv gehört, aber seine Erscheinung, seine Stimme und die Geschichten um ihn herum haben selbst Menschen erreicht, die mit Heavy Metal sonst wenig anfangen können.
In seiner Radikalität war er auch ein Stück Popkultur – schräg, unbequem, aber unverkennbar.
Mein Lieblingslied ist „Crazy Train“ – ein Song, der selbst Klassikhörer nicht kaltlässt.
(Alexander Steinbeis, Intendant Kissinger Sommer)
Jan Marberg: Richtig gut zum Runterkommen nach dem Dienst
Obwohl ich mit Ozzy Osbourne, Dio und Black Sabbath persönlich nicht so viel zu tun hatte, ist sein Tod in der Hardrock- und Metal-Welt natürlich eine Hausnummer. Sein Einfluss wird auf jeden Fall bleiben. Viele der jetzt großen Metalbands und derer, die nachkommen, beziehen sich ausdrücklich auf Black Sabbath. Auch aus dem Alternative- und Punkbereich gibt es einige Bands, die sie als Referenz haben, unter anderem die Foo Fighters. Insofern ist er, obwohl das Wort überstrapaziert ist, eine Legende. Und das wird bleiben.
Eine der Bands, die von Black Sabbath beeinflusst wurden, ist System of a Down. Ich habe mir diese Band ausgesucht, weil als das erste Album, das nach der Band benannt ist, herauskam, war es etwas ganz Neues, was es vorher nicht gegeben hatte. Es hatte Gesang, Geschrei, brutale Gitarrenriffs, cleane Melodien und diese Drums mit ihrer Aggressivität.
Das Lied, das ich am meisten schätze, ist der letzte Song auf dem Album: „P.L.U.C.K.“
Ich spiele den Song auch selbst gerne, sowohl auf Schlagzeug als auf Gitarre. Das Lied hat auch einen sehr traurigen Text, denn es geht um den Völkermord an den Armeniern durch die Türken im Jahr 1915, das macht schon Gänsehaut. Und: Es ist immer noch richtig gut zum Runterkommen nach dem Dienst.
(Jan Marberg, Bürgermeister von Bad Brückenau)
Weitere Informationen zu Black Sabbath: www.blacksabbath.com
Weitere Informationen zu Ozzy Osbourne: www.ozzy.com
Hinweis: Alle, die in diesem Artikel zu Wort kommen, sind entweder Heavy-Metal-Fans, Freunde guter Musik allgemein, selbst Musiker oder im Bereich Musik tätig.

















