Das Dilemma – es begann schon am Freitagabend vor der Schließung der Georgi-Kurhalle am 24. Februar. Da machten sich am Rande des vom Kunsthaus-Verein Bad Brückenau organisierten Konzertes mit dem „Duo George Wagner & Klaus Schenk” unangenehme Gerüche breit, wie eine Besucherin bestätigt. Sie stammten mutmaßlich aus der Toilettenanlage.
Bürgermeister Jan Marberg hörte von dem Problem nach eigenen Aussagen erst am Montagabend – beim Einkaufen. Am Wochenende zuvor hatte die Kreisgruppe des Bund Naturschutz noch ihre Wintertagung in der Georgi-Halle abgehalten.
Wichtige Warnung vor Stromschlag
Am Dienstag musste dann gehandelt werden. Die Feuerwehr pumpte massenweise Wasser ab; die Suche nach der Ursache begann (wir berichteten). Bisherige Informationen bestätigend, stand das Wasser unter Spannung; Bauamtsmitarbeiter Thorsten Grament wies laut Marberg auf dieses Risiko hin – und bewahrte dadurch die freiwilligen Helfer der Feuerwehr wahrscheinlich vor Schlimmerem.
Selbstredend war die abrupte Schließung der zentralen Veranstaltungsstätte von Bad Brückenau auch Thema in der Sitzung des Stadtrats am 26. Februar. Bezeichnenderweise fand diese im (leider nicht barrierefreien) Feuerwehrhaus statt, weil ja die Kurhalle ausfiel.
Ursache des Wasserschadens
Bahnbrechend Neues zur Ursache des Wasserschadens verkündete der Bürgermeister nicht; sie bleibt unklar. Eine weitere Kamerabefahrung des Leitungssystems habe aber ergeben, dass „die Rohre sehr stark abgenutzt” seien. Eine weitere Nutzung der Halle, insbesondere der Toiletten, wäre „der Gipfel der Kontraproduktivität”.
Ausweichstätten für Figurentheater und Veeh-Harfen-Konzert
Unterdessen hat die Suche der bisherigen Nutzer nach Alternativstandorten begonnen – teils erfolgreich. So finden das Veeh-Harfen-Konzert am 28. Februar und das Figurentheater-Festival vom 13. bis 15. März 2026 definitiv im Pfarrsaal des katholischen Pfarrheims statt.
Noch in der Luft hängen zum Beispiel die „Austauschrunde Krebs” und die regelmäßigen Seniorennachmittage”. Heribert Übelacker (CSU), Referent für Senioren und Menschen mit Handicap, teilte im Stadtrat mit, dass der nächste Spielenachmittag für Senioren ausfallen muss. Man habe noch keine barrierefrei zugängliche Alternative gefunden. Übelacker denkt aber an die evangelische Friedenskirche.
Heike Kötzner (CSU) könnte sich vorstellen, die „Austauschrunde Krebs” übergangsweise in der August-Kömpel-Musikschule abzuhalten. Dorthin zieht auch das Wahllokal „002” für die Kommunalwahl am 8. März.
Kunsthaus mit Planungs-Glück
Etwas Glück mit seiner Planung hat der Kunsthaus-Verein, sagt Vorstandsmitglied Karin Ott. Die nächste Veranstaltung mit der Lehrerband „The Teachers” am 20. März sollte eh in der Aula der Mittelschule stattfinden. „Die Mitglieder haben gesagt: ‚Wenn wir spielen, dann in der Schule.‘“
Auch der Ort für die Lesung mit Martin Oswald „Kafka hat am Sonntag geschlossen" am 15. April steht seit kurzem fest: der Popup-Store in der Ludwigstraße. Gedanken müssen sich Ott und Co. noch über den französischen Abend am 25. April mit Chansons, gesungen von Dany Tollemer und Andreas Rüsing machen. eine Veranstaltung in Kooperation mit der Europäischen Städtepartnerschaft Bad Brückenau. Unklar bleibt auch, wo am 16. Mai „LeriLero“ italienische Musik spielen kann.
Karin Ott hat übrigens auch den Kontakt zu ihrem Arbeitgeber, der Hartwaldklinik im Staatsbad, bezüglich einer Ausweichspielstätte für die Georgi-Halle vermittelt. Ergebnis noch offen. Auch das Bayerische Rote Kreuz hat sich angeboten, dahingehend zu helfen, so Jan Marberg.
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Georgi-Halle wichtig für Badtitel
Den Bürgermeister treibt noch eine andere, womöglich drastischere Folge der Schließung der städtischen Veranstaltungsstätte um: Die Georgi-Halle ist nicht nur Standort einer von zwei Brückenauer Heilquellen. Sie fungierte auch als Kurmittelhaus und Haus des Gastes. Kurgäste konnten dort eine Leseecke nutzen. Fällt all dies längerfristig aus, könnte der Titel der Stadt als „Bad“ in Gefahr geraten. Auch da müssten Lösungen her.
Für die übergangsweise ins (Neue) Rathaus umgezogene Tourist-Information wird laut Marberg indes geprüft, auch private Räumlichkeiten anzumieten.















