Hammelburg investiert weiter in seine Feuerwehren. Nach Obererthal, Obereschenbach und Gauaschach soll nun auch in Westheim ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden. Schon 2018 wurden – auf Grundlage des Feuerwehrbedarfsplans – erhebliche bauliche und funktionale Defizite am bestehenden Standort festgestellt.
Einen neuen Platz für die Westheimer Feuerwehr hat die Stadt inzwischen gefunden. Auf dem ehemaligen Söder-Anwesen in der Grenzstraße laufen bereits die Abbrucharbeiten. Wie genau das Gebäude in Zukunft aussehen könnte, erklärt Marcus Seifert vom Büro Heßdörfer Seifert Architekten. Vor wenigen Tagen stellte er den Planungsentwurf für die Fläche vor.
Feuerwehrhaus Westheim: „Möglichkeiten waren begrenzt“
„Mitten in Westheim liegt das dreieckige Grundstück, welches die Stadt Hammelburg erworben hat“, beginnt der Architekt. Im unmittelbaren Umfeld befinden sich neben dem aktuellen Gebäude der Feuerwehr und dem Kindergarten auch eine ehemalige Gärtnerei sowie Wohnhäuser.
„Die Möglichkeiten, das Gebäude zu entwerfen, waren begrenzt“, berichtet Marcus Seifert. Durch die Größe der Fahrzeuge seien zum Beispiel die Ein- und Ausfahrten vorgegeben gewesen. Was nun genau geplant ist? Neu entstehen soll eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen; dazu ein durchgestecktes, eingeschossiges Verwaltungsgebäude.
Das Hauptelement wird die Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen sein, erklärt der Architekt. Jeder Stellplatz hat eine Größe von 14,50 auf 5 Meter – wie es die Vorgabe der Feuerwehr verlangt. Auch im Außenbereich vor der Halle ist die gleiche Anzahl und Stellplatzgröße ein zweites Mal verpflichtend. Die aktuell auf dem Grundstück aufgestellte Info-Tafel wie auch der Bildstock bleiben auf einem Grünstreifen am Rand erhalten. Und: Auch der Maibaumständer soll wieder auf die Fläche.
So soll das neue Gebäude ausgestattet werden
„Entlang der Straße befinden sich zehn Stellplätze, die für den Einsatzfall freizuhalten sind – einer davon barrierefrei“, berichtet der Architekt. Nach dem Eingangsbereich, der sich seitlich an der Grenzstraße befindet, folgt ein langer Erschließungsflur in Richtung Fahrzeughalle. Linkerhand befinden sich schließlich die Funktionsräume, wie zum Beispiel getrennte Umkleiden, WCs und Duschen.
Auch eine Werkstatt, eine Stiefelwaschanlage und ein Hausanschlussraum befinden sich im Untergeschoss des Gebäudes. „In der Fahrzeughalle ist der Verwaltungstrakt dann zweigeschossig, weil wir noch weitere Räumlichkeiten unterbringen mussten.“ Im zweiten Stock befinde sich neben dem Kommandantenbüro also ein Schulungsraum und die Technik, erzählt Seifert.
Im Außenbereich ergebe sich durch eine zwei Meter hohe Sichtschutzwand die Möglichkeit, ein kleines Außenlager zu errichten. „Dort können zum Beispiel Bierbänke, Sandsäcke oder ähnliches gelagert werden“, schlägt Seifert vor. Auf dem Dach der Fahrzeughalle ist eine PV-Anlage vorgesehen, „die Größe ist noch abzustimmen“.
Die eingeschossigen Baukörper sollen begrünt werden, die Sirene der Feuerwehr bleibe auf dem Kindergarten. Durch das dreieckige Grundstück und die daraus resultierende Planung ergibt sich laut Architekt außerdem die Möglichkeit, einen kleinen Teil des Vorplatzes zu überdachen.
Westheim: Von Katastrophenschutz bis Asbest
Und: Um so nachhaltig wie möglich zu bauen, schlägt Marcus Seifert eine Holzbauweise vor. Die Wände sollen, so weit möglich, unverkleidet bleiben, „so versuchen wir Baukosten zu sparen“. Wegen den Vorgaben des Katastrophenschutzes wird es einen Aggregat-Anschluss geben, außerdem soll ein Speicher für die PV-Anlage entstehen. Beheizt werde mit einer Wärmepumpe. „Das Volumen des Gebäudes ist natürlich da. Wir sind aber der Meinung, das es sich so ganz gut in das Gesamtgefüge eingliedert.“
Ein Schadstoffgutachten habe lediglich Asbest festgestellt. „Das wird beim Abbruch natürlich entsprechend berücksichtigt.“ Bodenproben werden noch genommen „und dann werden wir sehen, ob und was noch auf uns zukommt“, sagt Seifert. Läuft alles nach Plan, ist der Baubeginn für Sommer 2026 vorgesehen.
Kann sich die Stadt das Projekt leisten?
Kosten soll der Neubau – inklusive Erwerb und Abriss – 2,6 Millionen Euro. Dabei ist der Abriss mit 120.000 Euro veranschlagt, die Kosten für das Grundstück dürfen nicht genannt werden. Die erwartete Förderung liege bei etwa 180.000 Euro. „Wir haben uns an den Kosten orientiert, die für die übrigen Neubauten abgerechnet wurden“, erklärt er.
Ob das Projekt in dieser Größenordnung im Haushalt überhaupt abbildbar ist? „Es wird abbildbar sein müssen. Im Entwurf für die Planungen, den wir in einigen Wochen besprechen, ist es berücksichtigt“, sagt Kämmerer Tobias Fritzmann auf Nachfrage.
Den Bedenken eines Bürgers, dass der Ort des neuen Feuerwehrhauses falsch gewählt ist und ein Standort am Ortsrand besser sei, stimmen die Stadträte nicht zu. „In Obereschenbach hat sich das Gebäude am Ende trotz aller Kritik gut in den Ortskern eingegliedert“, berichtet Stadtrat Thomas Reuter vom neuen Feuerwehrhaus in Obereschenbach, wofür er von einigen Stadtratskollegen Zustimmung erhält. Für die Kommunikation zum Start des Abbruchs entschuldigt sich der Bürgermeister Armin Warmuth (CSU): „Das war keine Absicht, der Fehler ist bei uns passiert. Wir möchten uns hierfür entschuldigen.“
Wie es jetzt weitergeht? Im nächsten Schritt soll die Genehmigungsplanung beim Landratsamt Bad Kissingen eingereicht werden.














