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Angebot für 36 Mannschaften
Schlauch-Pflege bei der Feuerwehr in Hammelburg: So geht’s
Schlauchpflegekompaktanlage Hammelburg
Die Schlauchpflegekompaktanlage steht seit August 2025 im Feuerwehrhaus in Hammelburg. // Markus Reimer
Hammelburg – Die Feuerwehr Hammelburg hat eine neue Anlage zur Pflege der Wasserschläuche. 36 Wehren aus dem Landkreis können nun ihre Schläuche zum Reinigen in die Stadt bringen. So funktioniert das System.

Im Ernstfall kann sie Leben retten. Sie ist nicht zu vernachlässigen und sollte im besten Fall nach jeder Nutzung erledigt werden: die Pflege und Kontrolle von Löschwasserschläuchen bei der Feuerwehr. Wie wichtig sie ist, zeigte der Tod zweier Feuerwehrleute in Sankt Augustin im Jahr 2023. Eineinhalb Jahre nach dem Unfall stand fest: ein geplatzter Feuerwehrschlauch war schuld an dem Unglück.

Laut Grundsatz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) muss ein Feuerwehrschlauch nach jeder Wäsche von einem ausgebildeten Gerätewart kontrolliert werden. Einmal im Jahr ist zudem die Prüfung aller nicht genutzten Druckschläuche Pflicht. Denn: Auch selten genutzte Schläuche können nach längerer Lagerung undicht werden. In Hammelburg arbeitet die Feuerwehr deshalb mit einem rotierenden System, sodass die Rettungskräfte alle im Lager vorhandenen Schläuche in regelmäßigen Abständen bei Einsätzen oder Übungen verwenden.

Feuerwehr Hammelburg
Vor der neuen Maschine war die Reinigung aufwendiger. Hier zu sehen: Gerätewart Alexander Dangel legt zwei Schläuche in die Reinigungsanlage. // Archiv/Milena Meder

Für die Stadt und ihre zehn Ortsteile sowie den Markt Elfershausen, die Gemeinde Wartmannsroth und Teile der VG Euerdorf übernahm die Schlauchpflege mit anschließender Kontrolle lange Zeit Gerätewart Alexander Dangel. Seit Anfang Oktober 2025 wird er dabei nun von Markus Reimer unterstützt. Und: Seit August 2025 hat sich auch das System der Reinigung verändert, denn: Die Stadt hat für sich und die weiteren Mitgliedskommunen der ILE „Kommunale Allianz Fränkisches Saaletal“ eine neue Schlauchpflegekompaktanlage angeschafft, welche den beiden Gerätewarten die Arbeit erleichtert.

So funktioniert die Schlauchpflege in Hammelburg

Die 36 Feuerwehren aus den Mitgliedskommunen der Allianz können nun also ihre verschmutzten Schläuche nach Hammelburg bringen, um sie dort reinigen zu lassen. „Wie oft die einzelnen Wehren letztendlich zu uns kommen, können wir aber noch nicht absehen“, berichtet Markus Reimer. Einige werden vermutlich jährlich, andere wöchentlich Schläuche nach Hammelburg bringen. Auf die entsprechenden Vorgaben und Normen, die ein Feuerwehrschlauch einzuhalten hat, sei die Maschine genau abgestimmt.

Wie das System nun funktioniert? Der Gerätewart erklärt: „Die Hauptaufgabe der Maschine ist das Waschen, Prüfen und Trocknen." Will eine Mannschaft also gebrauchte Schläuche nach Hammelburg bringen, müsse sie sich im Vorfeld telefonisch oder in schriftlicher Form in Hammelburg melden. Und: Auch die Übermittlung im feuerwehrinternen System „FireManager“ erleichtere den Kollegen die Arbeit. 

Sind die Schläuche in Hammelburg angekommen, werden sie von Markus Reimer und seinem Kollegen gesichtet, kontrolliert und dokumentiert. „Wir werden nur einfach gerollte Schläuche annehmen“, betont er. Bringe eine Wehr doppelt gerollte Schläuche, müssen sie direkt vor Ort neu aufgerollt werden – und das von demjenigen, der sie anliefert. „Das ist sonst zusätzliche Arbeit, die wir einfach nicht leisten können“, betont der 43-Jährige.

Druckprüfung bei der Feuerwehr mit 16 Bar

Im Hammelburger Feuerwehrhaus werden die Schläuche dann nach Größe, Verschmutzungsgrad und Einsatzort sortiert. „So können wir gleich die entsprechende Reinigungsintensität festlegen“, erklärt der Westheimer. Der eigentliche Waschprozess sei dann relativ simpel. „Wir haben einen Vorbehälter, in dem wir die Schläuche bei Bedarf einweichen können.“ Ist das erledigt, werde der Schlauch in die Anlage eingeführt und automatisch eingezogen. „Es folgt das Waschprogramm, meist bestehend aus Vorspülen und Hauptprogramm.“

Anschließend komme die Druckprüfung mit 16 Bar – bei allen Schläuchen, egal ob neues oder älteres Modell. „Das hat den Hintergrund, dass uns nicht interessiert, ob der Schlauch alt oder neu ist. Im Einsatzfall wissen wir auch nicht, um was für einen Schlauch es sich handelt“, erklärt der Gerätewart. Größere Druckunterschiede erkenne die Maschine sofort, doch auch der Kollege an der Maschine prüfe noch einmal explizit auf Leckagen. „Natürlich checken wir auch die Festigkeit der Kupplung, denn das ist das A und O“, weiß Reimer aus Erfahrung.

„Einfach eine Frage der Haftung“

Defekte Schläuche werden schließlich vom Gerätewart markiert, doch: „Wir werden keine Reparaturen erledigen, das ist einfach eine Frage der Haftung“, betont der 43-Jährige. Die Trocknung und Wicklung erfolge nach der Druckprüfung ebenfalls direkt in der Maschine. „Am Anfang wird es sicherlich etwas Probleme mit der Wicklung geben. Es können zum Beispiel Kupplungen nicht so liegen, wie sie eigentlich sollen.“ Dies werde allerdings nach und nach über die Software der Maschine noch optimiert.

„Die Lagerung erfolgt dann über ein Regalsystem im Feuerwehrhaus. Außerdem bekommt der Auftraggeber die Meldung, seine Schläuche bitte zeitnah abzuholen.“ Denn: Ewig aufbewahren kann die Hammelburger Feuerwehr die Schläuche nicht. „So viel Platz haben wir bei uns im Feuerwehrhaus einfach nicht“, verdeutlicht der Gerätewart. Ein rotierendes System mit Schlauch-Pool – wie es die Hammelburger Wehr gemeinsam mit den Stadtteilen bereits macht – gebe es demnach noch nicht. Perspektivisch wäre so etwas in Zukunft bei Bedarf aber denkbar, sagt Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). 

Wie viel Zeit die Reinigung nun also insgesamt in Anspruch nimmt? „Pro Waschgang brauchen wir aktuell etwa zehn bis 15 Minuten“, sagt der Gerätewart. Doch schon jetzt habe er festgestellt: „Jeder Schlauch hat so seine Tücken, wir werden in Zukunft mit Sicherheit noch zügiger werden.“ 

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