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Heimat-Monitor
Familie, Jugend und Senioren: Wenig Lob, viel Tadel
Fehlende Freizeitmöglichkeiten, darunter die geschlossenen Hallenbäder in Bad Kissingen und Bad Brückenau haben unsere Leserinnen und Leser oft erwähnt.
Fehlende Freizeitmöglichkeiten, darunter die geschlossenen Hallenbäder in Bad Kissingen und Bad Brückenau haben unsere Leserinnen und Leser oft erwähnt. // Archiv/ Ulrike Müller
LKR Bad Kissingen – Obwohl die Familienfreundlichkeit insgesamt nicht schlecht bewertet ist, gibt es wohl doch viele Probleme. Die Seniorenfreundlichkeit wird noch schlechter gesehen.

Der Landkreis Bad Kissingen steht gar nicht einmal so schlecht da, was die Familienfreundlichkeit betrifft. 6,37 Punkte von zehn möglichen haben die Leserinnen und Leser der Saale-Zeitung bei der großen Umfrage „Heimat-Monitor“ vergeben. Mit 8,72 Punkten ist Aura absoluter Spitzenreiter, gefolgt von Fuchsstadt (7,71) und Riedenberg (7,42). Zeitlofs (5,40), Bad Kissingen (5,15) und Bad Brückenau (4,70) sind die Schlusslichter.

Bei der Seniorenfreundlichkeit sieht es schlechter aus. Da gab es im Landkreisdurchschnitt nur 5,22 Punkte. Die große Kreisstadt Bad Kissingen wird dabei ihrem Ruf gerecht. Während sie bei der Familienfreundlichkeit Vorletzter geworden ist, haben die Leserinnen und Leser der Saale-Zeitung die Seniorenfreundlichkeit mit 7,62 am besten im Landkreis bewertet. Fuchsstadt (6,74) und Oerlenbach (6,55) folgen. Ganz und gar nicht gut kommen Wartmannsroth (3,74), Thundorf (3,63) und Motten (3,22) weg.

Diese Bewertungen spiegeln sich auch in den Kommentaren zur Umfrage wider, wobei die Leserinnen und Leser mit Lob eher zurückhaltend waren. Sie machten aber keinen Hehl daraus, wo der Schuh drückt.

Familienfreundlichkeit: Sinnflut oft genannt

In Bad Brückenau ist es wieder einmal die Sinnflut, die mit für das schlechte Ergebnis bei der Familienfreundlichkeit verantwortlich ist. „Die Schließung der Therme Sinnflut ist eine Katastrophe für den Kurort, für die Nutzung der Heilquellen, Kinder, Senioren und Gäste“ heißt es da oder: „Unser Schwimmbad muss erhalten bleiben, denn das macht unsere Stadt aus“.

„Die Therme Sinnflut ist für Bad Brückenau überlebenswichtig“, „ein Schwimmbad für Familien sollte erhalten bleiben, wie die Sinnflut, bezahlbare Möglichkeit, Kindern das Schwimmen beizubringen“, haben die Bad Brückenauer geschrieben. Und: „Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche fehlen fast komplett. Die Innenstadt dümpelt vor sich hin und stirbt Stück für Stück.“

Bad Kissingen: Hallenbad, Wasserspielplatz und Minigolf

In Bad Kissingen sieht es ähnlich aus. Da wird das geschlossene Hallenbad ebenfalls mehrfach bemängelt. Soweit technisch umsetzbar, sei ein See als Freizeiterholung oder Wasserspeicher zu überlegen, heißt es unter anderem. „Mehr Angebote für junge Menschen, damit Vandalismus in den Parks nicht sein muss“, „es fehlen Freizeitangebote für Familien“, heiß es da. Mehrfach wird auch ein fehlender Minigolfplatz genannt.

Seniorengerechtigkeit? Fehlanzeige!

Zwar äußern einige Leserinnen und Leser, dass im Landkreis und vor allem in Bad Kissingen nur etwas für die Alten getan wird – doch aus den Bewertungen zeigt sich: Auch hier gibt es Handlungsbedarf. Von zehn Punkten gab es auf die Frage, wie seniorengerecht der Wohnort ist, 5,02 Punkte. Wie gut es sich im Alter im jeweiligen Wohnort lebt, bewerteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage mit 5,41 Punkten.

So werden Reporter Benedikt Borst und Reporterin Ellen Mützel sich in dieser Woche mit Vertreterinnen und Vertretern der älteren Generation unterhalten, um herauszufinden: Was sind deren Sorgen und Nöte? Was brauchen sie, was bekommen sie hier? Was läuft vielleicht auch gut? Dabei soll es auch darum gehen, welche Unterschiede in Bedürfnissen Menschen zu Beginn der Rente mit Mitte 60 haben – etwa was Freizeitgestaltung angeht – und Menschen im höheren Alter, wo es um Pflegeplätze oder Vereinsamung geht.

Freizeitangebot nicht zufriedenstellend

Das Freizeitangebot bei uns im Landkreis scheint die Menschen nicht zufriedenzustellen, nur 4,87 Punkte gibt es im Durchschnitt. Vor allem die Kinder und Jugendlichen fühlen sich vernachlässigt. Ein Club, wenige Bars und die Bowling-Arena reichen nicht aus. Reporterin Milena Meder nachgefragt, wo Jugendliche in Bad Kissingen ihre Freizeit verbringen, was sie von dem vorhandenen Angebot halten und welche Projekte sie sich für die Zukunft wünschen.

Struktur der Jugendarbeit im Landkreis 

Reporterin Marion Eckert hat ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des Vereins Pro-Jugend Bad Kissingen über die Struktur der Jugendarbeit im Landkreis geführt. Er spricht über die Herausforderungen in der Jugendarbeit, über Erfolge und Schwierigkeiten. Er kommt zu dem Schluss, dass es in vielen Gemeinden schon viele und gute Angebote für Jugendliche gibt, die auch gut angenommen werden. Allerdings gebe es auch Gemeinden mit Nachholbedarf. 

 

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