Kirkham in der englischen Grafschaft Lancashire stand vom 22. bis 24. Mai ganz im Zeichen der internationalen Freundschaft: Zum jährlichen Städtepartnerschaftstreffen reisten rund 40 Freunde der Partnerschaft aus Bad Brückenau und der französischen Partnerstadt Ancenis-St-Géréon an. Gemeinsam bilden die drei Städte in England, Deutschland und Frankreich eine Triangel-Partnerschaft.
Es hat eine gewisse Tradition, öffentliche Plätze nach Partnerstädten zu benennen. So zum Beispiel in Bad Brückenau der Kirkhamweg entlang der ehemaligen Schmalspurbahn im Sinntal, oder der Boulevard Bad Brückenau in Ancenis-St-Géréon, der 2024 feierlich eingeweiht wurde. In Kirkham eröffneten in diesem Jahr Bürgermeister Jan Marberg und sein erst in der Vorwoche frisch gewählter neuer britischer Amtskollege Neil Byers den „Brückenau Park“.
Aber warum nicht „Bad Brückenau Park“? Auf das „Bad“ hatte die Stadt Kirkham nach Rücksprache mit dem Städtepartnerschaftsverein und der Stadt Bad Brückenau aus nachvollziehbaren sprachlichen Gründen verzichtet, könnte es schließlich in der englischen Übersetzung sonst auch als „schlechter Brückenau Park“ verstanden werden.
Bad Brückenauer stiften eine Linde
Zur Einweihung stiftete die Stadt Bad Brückenau eine Linde – ein Baum, der in deutschen Dörfern und Städten traditionell als zentraler Ort der Gemeinschaft, des Austauschs und der Begegnung gilt und der nun symbolisch in Kirkham Wurzeln schlägt.
Nur wenige Schritte von ihr entfernt, finden sich mit einigen Kunstwerken weitere Symbole der Freundschaft und des Friedens, die von Schülerinnen und Schülern der Carr Hill High School angefertigt wurden. Die Schülerinnen Olivia Rhodes und Jessica Eastham sowie Direktor Ben Layzell nahmen stellvertretend für die Schülerschaft an der Einweihung teil.
Doch ein Städtepartnerschaftstreffen besteht nicht nur aus formellen Feierlichkeiten und Ansprachen lokaler Politiker. In erster Linie dient es dem direkten Austausch zwischen den Bürgern, Menschen verschiedener Nationalitäten und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.
Zu diesem Zweck führte das Programm am Samstagnachmittag zu einem gemeinsamen Ausflug von Engländern, Franzosen und Deutschen in die nahegelegene Stadt Preston. Dort besuchten die Gäste das 2025 nach Renovierungen wiedereröffnete Museum „The Harris”, das mit seinen Kunst- und Geschichtsausstellungen beeindruckte. Nach der Besichtigung nutzten viele Gastgeber mit ihren festlandeuropäischen Besuchern die Gelegenheit, vom angrenzenden Flag Market ausgehend die Stadt zu erkunden und zusammen die Atmosphäre Prestons zu genießen.
Traditioneller Festakt als Höhepunkt
Den Höhepunkt des Wochenendes bildete der traditionelle Festakt am Sonntagabend. Verbringen die Gäste die Zeit abseits des Programms für gewöhnlich zusammen mit ihren Gastgebern in eher familiärem Kreis, kommen am letzten Abend alle wieder zusammen, um gemeinsam zu feiern. In ihren Ansprachen betonten Marberg, Byers und Ancenis-St-Géréons Bürgermeister Remy Orhon sowie die Vorsitzenden der Städtepartnerschaftsvereine Barbara Glanc (Deutschland), Adrian Long (Großbritannien) und Christian Prevot (Frankreich) die Bedeutung der Freundschaft und des europäischen Austauschs.
Dann übernahm die Ukulele-Band The Inbetweeners das Kommando und untermalte den Abend mit ihrer humorigen Art und britischem Pop und Folk musikalisch. „Es war ein fabelhaftes Wochenende“, zeigte sich Kirkhams Bürgermeister Byers im Gespräch nach dem Festabend begeistert. „Wir haben es wirklich genossen, Gastgeber zu sein. Zu erleben, dass die Leute kommen und sehen, was Kirkham ausmacht, und die Bindungen, die wir seit so vielen Jahren haben, stärken und lebendig halten.“

















