Die Altstadt lebt! Und wie! Und vor allem warum? Das wird seit dem letzten Wochenende wieder ein Stückchen klarer. Das Angerrockfest „Deluxe“, veranstaltet von der Weinbar angerWein, hat sich einen Namen gemacht, der weit über die Mauern der Stadt hinaus geht. Haben sich am Freitagabend über 800 Menschen tanzend, singend und trinkend am unteren Teil des großen Altstadtplatzes vergnügt, waren es am folgenden Abend gut 450 Gäste, die nochmals dieser unvergleichlichen Atmosphäre folgten, die Musikveranstaltungen, fast gleich welcher Art, auf dem Anger zu einem Höhepunkt machen.
Die Bühne vor der Kulisse des prominenten Altstadtensembles mit dem Heimatspielhaus ließ dem zahlreichen Publikum nach hinten genügend Platz und ausreichend Sicht. Wem es zu heiß wurde, konnte sich am Planschbecken von den Kindern nass spritzen lassen.
Erkenntnisse zur Innenstadtbelebung
Johannes Wolf und Thomas Malz, im Ehrenamt auch als Stadträte für Tourismus beziehungsweise für Kultur im Einsatz, konnten für sich weitere Erkenntnisse für ein tragbares Konzept bei der Innenstadtbelebung erzielen.
Die Konzertabende boten mit „Burnout Society“ und „Kaba“ zwei Newcomer Bands aus dem Würzburger Raum eine einmalige Chance, vor einem großen Publikum in einer bisher unbekannten Gegend aufzutreten. Beide spielen eigene Songs, die „Society“ ist dem Hardrock verbunden, „Kaba“ dem deutschen selbst gemachten Liedgut in zeitgemäßen Arrangements. Sehr auffällig und auch gebührend gefeiert wurde die Keyboarderin und Sängerin Katja Fischer, die mit ihrer sonoren Stimme die sehr junge Band trägt.
AngerWein gelang es damit, die erste Musikerin auf die Angerbühne zu bringen. Dabei blieb es nicht, denn mit Patricia Gressley und ihrem „Club 27 plus“ war eine Profistimme allererster Güte zu erleben. An ihrer Seite war mit Rainer Blencke (69) jemand, der die Mürschter Bühnen seit 1989 kennt, als er mit den „Trouble Boys“ einmal im Schlosshof und später mehrmals am Anger Musik machte.
Hymnen aus den Sechzigern und Siebzigern
Im Vergleich zu den am Abend zuvor aufgetretenen Band „The Great Lakes“ stammt die Münchner „Club“ Formation noch authentisch aus der Zeit der Entstehung der Rockhymnen aus den Sechzigern und Siebzigern, während „Great Lakes“ die Musik ihrer Eltern grandios unters Partyvolk brachten. Vor allem Till Langhorst schlug nicht nur die Gitarre, sondern auch mit anfeuernden Tönen um sich, um das Publikum in Wallung zu bringen.
Sänger und Gitarrist Jochen Thoma begleitete vorher den Star des Freitagabends „Andreas Kümmert“ bei seinem Soloauftritt. Es war nicht dessen erster Besuch auf der Angerbühne und vielleicht zog das auch besonders viel Publikum am frühen Freitagabend an. Seine einmalige Stimme ist Garant für seinen Erfolg seit zwanzig Jahren, unter anderem bei diversen Fernsehshows. Ganz bewusst hält er seine Persönlichkeit ein wenig hinter seiner Blues-Stimme verborgen, was die Wirkung seiner Musik noch verstärkt.
Es gibt auch lokale Stars
Ja, Münnerstadt hat seine eigenen Stars, sogar solche, die die heimische Postleitzahl auf ihrem Oberschenkel tragen. Leon „Otti“ Genth, genannt NO37, ist einer davon. Als lokaler Tribun hatte er seinen Fanclub dabei und fand selbst am späten Nachmittag bereits viel Aufmerksamkeit. Mit seinen deutschen Rap-Texten, die viel mit dem Kleinstadtmilieu und dem persönlichen Umfeld, das er und seine Freundesblase so lieben, zu tun haben, begeistert er immer wieder neu. Diesmal wurde er von Janis am Mischpult und David am Schlagzeug begleitet.
Für Johannes Wolf und Thomas Malz ist der Event zufriedenstellend verlaufen. Das lässt auf weitere Konzerte durch angerWein hoffen.
Doch jetzt folgt erst einmal das Stadtfest „Musik & Märkte“ vom 10. bis 12. Juli 2026 in der Altstadt, der dann wieder für kurze Zeit Leben eingehaucht wird.






















