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Kneipe in Münnerstadt
Vom Stammgast zum Betreiber: Diese Vier öffnen den Böff
Marco Nöth, Matthias Barthelmes, Manuel Wolf und Tim Krais stehen vor dem Böff in Münnerstadt
Tim Krais (v.l.), Manuel Wolf, Marco Nöth und Matthias Barthelmes, eröffnen den Böff im September. // Ellen Mützel
Münnerstadt – Nach sechs Jahren öffnet die beliebte Bierkneipe in Münnerstadt wieder. Die vier künftigen Betreiber sprechen darüber, wie es dazu kam, was sie vorhaben und wann sie öffnen.

Seit einigen Monaten tut sich was an der ehemaligen Kneipe Böff in der Münnerstädter Jörgentorgasse. Gerüchte bestätigten sich durch den Auftritt in den sozialen Medien, in denen ein Profil unter dem Namen „Beim Böff“ verkündete: „Mürscht dachte, es war vorbei. Nach sechs Jahren Stille passiert hier wieder etwas.“

Nun sind die vier jungen Männer, die hinter der Neueröffnung stehen, bereit, über ihre Pläne zu sprechen. Das sind zum einen Tim Krais aus Münnerstadt, hauptberuflich Mittelschullehrer, Marco Nöth aus Strahlungen, Disponent bei Steinbach, Manuel Wolf aus Fridritt und selbstständiger Schreiner, sowie Matthias Barthelmes, Physiotherapeut und ebenfalls aus Strahlungen. 

Früher oft in der Münnerstädter Kneipe gewesen

Eine Verbindung zur Kneipe hat Tim Krais als Mürschter sowieso – und von Marco Nöth und Manuel Wolf hängt sogar noch ihr Stammtisch-Schild am Tisch auf der linken Seite der Kneipe. „Wir haben uns hier früher jeden Donnerstag getroffen, manchmal auch am Wochenende“, berichtet Marco Nöth. „Es war schon immer unsere Lieblingskneipe in der Gegend. Deswegen hat es uns auch hart getroffen, als Franz sagte, er macht nicht mehr auf.“ 

Franz Heß betrieb die Kneipe 39 Jahre lang. Im Februar 2019 schloss er die Türen und wollte sie nach überstandener Krankheit wieder öffnen, als der Lockdown kam. „Tim läuft täglich mit dem Hund hier vorbei und hatte schon Bilder geschickt, dass es doch schön wäre, wenn der Böff wieder öffnet“, so der 35-Jährige weiter. 

Das sei in die Idee umgesprungen, es selbst in die Hand zu nehmen. Die beiden holten sich Matthias Barthelmes und Manuel Wolf mit ins Boot und fragten den ehemaligen Wirt an, ob sie die Räume übernehmen könnten. Irgendwann sei er darauf eingegangen. Daraufhin kontaktierten sie direkt das Gesundheitsamt, um einen Überblick zu bekommen, was zu tun ist. „Als wir wussten, dass es überschaubar wird, sind wir in die tiefere Planung gegangen und kamen zum Schluss, dass wir das finanziell stämmen können“, so Tim Krais. 

„Böff light“: Bierkneipe und Burger nach Franz Rezept

Zu viert sind sie auch, um die Kneipe neben Familie und Hobbys betreiben zu können. „Wir machen eine Art Böff light. Es soll wie damals sein und wir ziehen uns das raus, was beliebt war: die Burger und das Kneipenfeeling in abgespeckter Version“, beschreibt es Manuel Wolf. Für die Burger habe Franz Heß den Vieren sogar sein Rezept verraten. Auch anderes Kneipenessen wird es geben. 

Darauf seien sie auch viel angesprochen worden: ob es Essen geben wird, wie es innen aussieht und dass hoffentlich alles bleibt, wie es mal war. „Viel ändern wollten wir auch nicht“, betont der 37-Jährige. Eine kleine Änderung: Statt Schlappeseppel wird Paulaner die Kneipe beliefern. Donnerstag bis Freitag soll geöffnet sein, möglicherweise auch zu Feiertagen. Ob sie angedachte monatliche Veranstaltungen realisieren können, müssten sie in der Praxis sehen. 

Viel Arbeit in Erneuerung der Kneipe geflossen

„Wir hatten anfangs immer mal gefragt, ob Franz nicht wieder öffnen wollte, aber er sagte, das gehe nicht. Jetzt verstehe ich auch, warum: Es ist unwahrscheinlich viel Zeit, Geld und Engagement hier reingeflossen, dass es hier jetzt so aussieht“, sagt Tim Krais. Ihr Ziel war von Anfang an: Es sollte so aussehen wie immer. So haben die vier den Gastraum lediglich saniert und das alte Mobiliar behalten. „Arbeit hat das ganze Drumherum gemacht. Wir haben viel in der Küche, dem Flur und den WCs angepackt“, so der 33-Jährige weiter. 

Die Küchenausstattung sei alt gewesen, daher hatten die vier sie ausgetauscht. „Die Kneipe war komplett abgemeldet, wir mussten sie also neu anmelden. Das bedeutet: Neue Anforderungen vom Gesundheitsamt, die damals noch nicht galten.“

Neueröffnung am 25./26. September geplant

Im Gastraum hatte die Gruppe den Putz ausgebessert, der sich teilweise löste, und die Fliesen ausbessern lassen. Bei dem Starkregenereignis Mitte Juliseien zudem Probleme mit Feuchtigkeit und Wassereintritt aufgekommen. Darum konnte sich Matthias Barthelmes als früherer Maler kümmern. „Wir haben den Gang neu verputzt, dann kam die Feuchtigkeit und er hat sich wieder gelöst, das habe ich abgedichtet“, so der 46-Jährige. 

Vergangene Woche ging es aufs Ende zu: Der Dreck kam raus, neue Sockelleisten rein. „Wir haben alles erledigt, der Schankanlagentechniker kommt bald, beim Antrag auf die Schankerlaubnis fehlen noch Kleinigkeiten. Wir sind gut im Zeitplan“, so Krais. Am Wochenende des 25. und 26. September wird die Kneipe öffnen – wie genau es ablaufen soll, sei noch offen.

Gastroerfahrung durch Kellermann in Strahlungen

Mit Marco Nöth hat die Gruppe ein Mitglied mit Gastroerfahrung: Seinem Onkel gehöre der Kellermann in Strahlungen, wo er gelegentlich aushalf. Von Veranstaltungen im Strahlunger Sportheim wüssten die anderen aber auch, wie man eine Zapfanlage bedient, so der 35-Jährige schmunzelnd. 

Etwas schade fanden sie, dass von der Stadt Münnerstadt keine Unterstützung gekommen sei. Auch von Bezirk und Freistaat habe es keine passende Förderung gegeben. „Das wäre gut für die Motivation gewesen“, so Wolf. Wenn man überall schließende Gastronomien sehe, würden die vier schon gegen den Strom schwimmen, findet Tim Krais. Da hätten sie sich schon über etwas Wertschätzung seitens der Stadt gefreut. 

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