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Lagereben und Schutzengelmarkt
„Die Schutzfrau von Münnerstadt“ bei über 30 Grad
Die Bürger der Stadt feiern am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 ihr Erntedankfest und tanzen vor dem Haus des Oberbürgermeisters.
Die Bürger der Stadt feiern am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 ihr Erntedankfest und tanzen vor dem Haus des Oberbürgermeisters. // Sigismund von Dobschütz
Münnerstadt – Sonne und 30 Grad Hitze beim 2. Heimatspielwochenende. Dennoch bot das Heimatspiel ein farbenfrohes Spektakel. Ein Einblick ins Lagerleben, Schutzengelmarkt und Co. mit unserer Bildergalerie und Videos.

Im Kriegsjahr 1641 schützte die von den Münnerstädtern angebetete Gottesmutter Maria das beschauliche Städtchen vor den schwedischen Truppen. Am diesjährigen zweiten Heimatspiel-Sonntag hätten die Schauspieler und Besucher etwas Schutz vor der sengenden Sonne vertragen können. Bei Temperaturen über 30 Grad warteten die Straßenhändler und Trödler am verkaufsoffenen Sonntag oft vergeblich auf Kunden, die sich meist in die wenigen Schattenplätze zwängten. Noch mehr dürften allerdings die Laiendarsteller in ihren dicken Kostümen unter der Hitze gelitten haben, als sie nachmittags das im Jahr 1927 verfasste Heimatspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“auf dem Anger aufführten.

Eindrücke vom Wochenende

Die Stadtknechte holen am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 unter dem Jubel einiger Bewohner die Feldkasse mit ihrem Sold am Münnerstädter Rathaus ab.
Die Stadtknechte holen am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 unter dem Jubel einiger Bewohner die Feldkasse mit ihrem Sold am Münnerstädter Rathaus ab. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Die Stadtknechte holen am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 unter dem Jubel einiger Bewohner die Feldkasse mit ihrem Sold am Münnerstädter Rathaus ab.
Die Stadtknechte holen am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 unter dem Jubel einiger Bewohner die Feldkasse mit ihrem Sold am Münnerstädter Rathaus ab. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Parallel zum Heimatspiel war am verkaufsoffenen Sonntag auch der Schutzengelmarkt.
Parallel zum Heimatspiel war am verkaufsoffenen Sonntag auch der Schutzengelmarkt. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Parallel zum Heimatspiel war am verkaufsoffenen Sonntag auch der Schutzengelmarkt.
Parallel zum Heimatspiel war am verkaufsoffenen Sonntag auch der Schutzengelmarkt. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Ein Trödelmarkt lockte am zweiten Heimatspiel-Sonntag die Besucher in die Altstadtgassen.
Ein Trödelmarkt lockte am zweiten Heimatspiel-Sonntag die Besucher in die Altstadtgassen. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Ein Trödelmarkt lockte am zweiten Heimatspiel-Sonntag die Besucher in die Altstadtgassen.
Ein Trödelmarkt lockte am zweiten Heimatspiel-Sonntag die Besucher in die Altstadtgassen. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Stadtknecht“ Alexander Schmitt vom Sonnenhof in Reichenbach sammelte Pferdeäpfel von der Straße.
Stadtknecht“ Alexander Schmitt vom Sonnenhof in Reichenbach sammelte Pferdeäpfel von der Straße. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Bunte Eindrücke vom Straßenumzug der Münnerstädter Heimatspiel-Teilnehmer.
Bunte Eindrücke vom Straßenumzug der Münnerstädter Heimatspiel-Teilnehmer. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Bunte Eindrücke vom Straßenumzug der Münnerstädter Heimatspiel-Teilnehmer.
Bunte Eindrücke vom Straßenumzug der Münnerstädter Heimatspiel-Teilnehmer. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Bunte Eindrücke vom Straßenumzug der Münnerstädter Heimatspiel-Teilnehmer.
Bunte Eindrücke vom Straßenumzug der Münnerstädter Heimatspiel-Teilnehmer. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Bunte Eindrücke vom Straßenumzug der Münnerstädter Heimatspiel-Teilnehmer.
Bunte Eindrücke vom Straßenumzug der Münnerstädter Heimatspiel-Teilnehmer. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Lockeres Lagerleben auf dem Anger: Zwei Münnerstädter Stadtknechte mit weiblicher Begleitung.
Lockeres Lagerleben auf dem Anger: Zwei Münnerstädter Stadtknechte mit weiblicher Begleitung. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Der schwedische Obrist Otto von Schaumburg (Elmar Wiener) genießt mit seinen Soldaten die letzten ruhigen Minuten vor dem Heimatspiel.
Der schwedische Obrist Otto von Schaumburg (Elmar Wiener) genießt mit seinen Soldaten die letzten ruhigen Minuten vor dem Heimatspiel. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Heimatspiel-Vereinsvorsitzende Claudia Kind als Appolone Vait, Ehefrau des Oberbürgermeisters, und Felix Johannes als Michael Stapf, Kommandant des Jörgentors.
Heimatspiel-Vereinsvorsitzende Claudia Kind als Appolone Vait, Ehefrau des Oberbürgermeisters, und Felix Johannes als Michael Stapf, Kommandant des Jörgentors. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Das Münnerstädter Heimatspielhaus im bunten Fahnenschmuck
Das Münnerstädter Heimatspielhaus im bunten Fahnenschmuck // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Oberbürgermeister Hans Vait (Rudi Rippstein; links) empfängt vor seinem Haus den fahrenden Sänger Kaspar von der Rhön (Nikolas Zenzen; rechts).
Oberbürgermeister Hans Vait (Rudi Rippstein; links) empfängt vor seinem Haus den fahrenden Sänger Kaspar von der Rhön (Nikolas Zenzen; rechts). // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Die Bürger der Stadt feiern am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 ihr Erntedankfest und tanzen vor dem Haus des Oberbürgermeisters.
Die Bürger der Stadt feiern am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 ihr Erntedankfest und tanzen vor dem Haus des Oberbürgermeisters. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Münnerstädter Stadtknechte während ihres Auftritts
Münnerstädter Stadtknechte während ihres Auftritts // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Der letzte Erntewagen des Jahres 1641 wird im Festzug durch die Stadt gefahren.
Der letzte Erntewagen des Jahres 1641 wird im Festzug durch die Stadt gefahren. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz
Die Mönche des Klosters bringen ihre Schätze vor den schwedischen Truppen in Sicherheit und verabschieden sich beim Oberbürgermeister.
Die Mönche des Klosters bringen ihre Schätze vor den schwedischen Truppen in Sicherheit und verabschieden sich beim Oberbürgermeister. // FOTOGALERIE Sigismund von Dobschütz

Schutzengelmarkt und Trödelmarkt

Schon seit dem frühen Morgen hatten die Straßenhändler des „Schutzengelmarktes“ auf dem Marktplatz und entlang der Hauptstraße ihre Stände aufgebaut. Jenseits des Markplatzes ergänzten die Trödler in den schmalen Altstadtgassen das vielfältige Verkaufsangebot. Doch dürfte die sengende Sonne manche Umsatzerwartung enttäuscht haben.

Spätestens ab Mittag suchten viele Einwohner entweder die schattigen Innenhöfe des Rotkreuzheims und des Deutschordensschlosses auf, um sich in geselliger Runde vom Bayerischen Roten Kreuz und dem Kleintierzuchtverein gastronomisch verwöhnen zu lassen. Oder sie warteten mit auswärtigen Besuchern im Schatten der Häuser auf den offiziellen Beginn des Heimatspiel-Sonntags.

Einholen der Feldkasse um 13 Uhr

Kurz nach 13 Uhr tönten schon von fern die Pfeifen und Trommeln der Stadtknechte des Kriegsjahres 1641, die mit einer Kanone bewaffnet und mit Pferd und Wagen vom Oberen Tor die Hauptstraße entlang zum Rathaus zogen. Dort holten sie die Feldkasse mit ihrem Sold ab. Dabei versäumten sie nicht, zwischen fröhlichen Tanzdarbietungen einiger Heimatspiel-Darsteller bei den anwesenden Gästen für den Besuch des Schauspiels auf dem Anger zu werben.

Tanz vor dem Münnerstädter Rathaus nach dem Einholen der Feldkasse

Tanz vor dem Münnerstädter Rathaus nach dem Einholen der Feldkasse

Nachdem die Stadtsoldaten wieder abgezogen waren, blieb den Besuchern noch einige Zeit zum Bummel durch den Schutzengel- und den Trödelmarkt. Währenddessen hatte Alexander Schmitt vom Sonnenhof in Reichenbach im Kostüm eines Stadtknechts Zeit, auf der Hauptstraße die Pferdeäpfel einzusammeln, um den Weg für den Straßenumzug der Heimatspiel-Gemeinde freizumachen.

Hitze hält viele vom Besuch ab

Pünktlich um 13:45 Uhr zogen dann alle bunt kostümierten Darsteller unter dem Applaus der Zuschauer die Hauptstraße einmal rauf und wieder runter, bis sich der Zug auf dem Anger auflöste, um sich auf das Heimatspiel vorzubereiten.

Stadtknechte mit ihrer Kanone bei Straßenumzug durch Münnerstadt

Mit dem Glockenschlag der nahen Stadtpfarrkirche Maria Magdalena begrüßte Heimatspiel-Vereinsvorsitzende Claudia Kind im Kostüm der Oberbürgermeisters-Gattin Appolone Vait um 14:30 Uhr die Zuschauer. Leider hatte wohl die Hitze des Tages viele Gäste vom Theaterbesuch abgehalten, weshalb die Stuhlreihen diesmal nur zur Hälfte besetzt waren. Doch ließen sich die etwa 200 Laiendarsteller, ausnahmslos Bewohner der Kernstadt und ihrer Stadtteile, sich nicht ihre Spielfreude nehmen.

Zurückversetzt ins Jahr 1641

So war die nächsten 90 Minuten vor dem erst vor wenigen Jahren restaurierten Heimatspielhaus aus dem 15. Jahrhundert, das im Spiel zum Wohnhaus des Oberbürgermeisters Hans Vait (Rudi Rippstein) wurde, ein farbenprächtiges Spektakel zu erleben. Es versetzte die Zuschauer, darunter viele Urlauber aus ganz Deutschland, an den Festtag Mariä Himmelfahrt des Kriegsjahres 1641 zurück: Während die Einwohner das Erntedankfest feiern und fröhlich tanzend mit dem letzten Erntewagen am Haus des Oberbürgermeisters vorbeiziehen, nähern sich unerwartet schwedische Soldaten dem Jörgentor.

Sorglos und fröhlich feiern die Münnerstädter am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 ihr Erntedankfest, bis überraschend die schwedischen Truppen kommen

Sorglos und fröhlich feiern die Münnerstädter am Festtag Mariä Himmelfahrt 1641 ihr Erntedankfest, bis überraschend die schwedischen Truppen kommen

Die Schweden sind da!

Die Schweden sind da! Viele Einwohner und Kommandant Michael Stapf (Felix Johannes) melden dem Oberbürgermeister (Rudi Rippstein) die Ankunft schwedischer Soldaten vor dem Jörgentor.

Ein feindlicher Obrist fordert bald die Übergabe der Stadt, was Oberbürgermeister und Senatoren verweigern. Münnerstadt scheint somit dem Untergang geweiht. Doch schließlich sorgen die Gebete zur Muttergottes für ein Wunder und die Stadt ist gerettet. Mehr über „Dichtung, Wahrheit & Legende“ des Heimatspiels war auf dem anschließenden Stadtrundgang zu erfahren.

Info zu Tickets

Das Heimatspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ ist heuer noch ein drittes und letztes Mal am kommenden Sonntag, 8. September, ab 15:00 Uhr auf dem Anger zu erleben. Tickets ab 13 Euro gibt es unter Tel. 09733/3330.

 

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