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Neue Tracht für Musikzug
Noch grün, aber viel schicker
Musikzug Wildflecken
Die Blaskapelle Wildflecken war bei der Premiere ihrer neuen Tracht eine Augenweide. // Anke Schmitt-Gundelach
Musikzug Wildflecken
Solist Oliver Schnellbach. // Sebastian Wirth
Musikzug Wildflecken
Rote Rosen für zwei starke Frauen: Die Vorsitzende Karina Gundelach und Kleiderwartin Carina Schaupp waren für die Auswahl und Anschaffung der neuen Tracht maßgeblich verantwortlich. // Marlon Benkert
Musikzug Wildflecken
Die Geschwister Carlo und Franca Schmitt präsentieren ihre schicke neue Tracht. // Anke Schmitt-Gundelach
Musikzug Wildflecken
Es war einmal: Der Musikzug Wildflecken hat seine alte Kluft symbolisch zu Grabe getragen. // Anke Schmitt-Gundelach
Signet des Fränkischen Tags von Anke Schmitt-Gundelach
Wildflecken – Der Musikzug Wildflecken hat vor vollem Haus nicht nur mit Musik unterhalten. Auch die Enthüllung der neuen Tracht sorgte für Spannung beim Publikum.
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Mit viel Tamtam und vor vollem Haus hat der Musikzug Wildflecken  seine neue Tracht präsentiert. Beim „Enthüllungskonzert“ im Sportheim gab es dafür von allen Seiten Lob und Anerkennung.

Statt grünem Hänger, Kniebundhose, grünen Strümpfen und Hut mit Feder tragen die Männer nun schwarze Hosen und maßgeschneiderte grüne Westen und Jacken. Die Frauen haben die alte Uniform gegen schicke Dirndl mit grün schimmernden Schürzen eingetauscht. Bis das Geheimnis gelüftet wurde, musste sich das Publikum aber gedulden.

Die Musikerinnen und Musiker waren zunächst noch im alten Gewand erschienen, und die Band Brassoforte machte als Vorgruppe in launigen Moderationen immer wieder Anspielungen auf die lange erwartete Enthüllung. Der Kostümwechsel erfolgte in der Pause. Unter großem Applaus marschierte die Blaskapelle dann in ihrem feinen neuen Zwirn ein und der an Robin Hood erinnernde alte Look wurde symbolisch in einer Holztruhe zu Grabe getragen. Nostalgie war angesagt.

Markenzeichen seit Ende der 60er Jahre

Seit Ende der 1960er Jahre war die grüne Uniform das Markenzeichen der Wildfleckener gewesen. Sie hatte eine frühere Tracht mit roten Samtjacken und Schiffchen abgelöst, die an diesem Abend ebenfalls noch einmal präsentiert wurde. Marlon Benkert aus dem Vorstand des Musikzugs hielt zur Historie einen kleinen Bildervortrag und weckte damit schöne Erinnerungen. „Die Grünen“ waren in der Blasmusikszene jahrzehntelang eine feste Größe.

Viele hätten das Altbewährte wohl auch gerne behalten. Bei aller Liebe zur Tradition hatte sich zuletzt aber der Wunsch nach etwas Neuem durchgesetzt. Die teils schäbig gewordenen alten Kittel und Hosen waren nicht mehr besonders präsentabel und vor allem bei den Jüngeren zunehmend ungeliebt. Nach jahrelanger Überlegung rang sich die Vereinsspitze schließlich zur großen Neuanschaffung durch. Es musste ein Wechsel her.

Klar, dass so ein Entscheidungsfindungsprozess nicht immer nur harmonisch verläuft, wenn viel Herzblut im Spiel ist und viele Personen mitreden. Diverse Kompromisse waren nötig. Der Erfolg des Projekts ist vor allem dem Engagement zweier Frauen zu verdanken: der Vorsitzenden Karina Gundelach und der langjährigen Kleiderwartin Carina Schaupp. Sie wurden am Konzertabend mit einem Sonderapplaus geehrt und erhielten für ihre Liebe zum Verein und für ihr Durchhaltevermögen symbolisch je eine rote Rose.

Große Anerkennung zollte auch Bürgermeister Daniel Kleinheinz dem Musikzug und seinem Vorstandsteam. Viele Jahre lang war er als Trommler selbst mitmarschiert und hatte die alte Uniform mit Stolz getragen. Der Musikzug, sagte er, sei ein Aushängeschild für die Gemeinde Wildflecken und repräsentiere sie sichtbar und hörbar.

Doch nicht nur die schicke neue Kleidung überzeugte an diesem Abend, sondern auch die musikalischen Darbietungen. Nach den frechen und modernen Bläsersounds von Brassoforte sorgte die Blaskapelle Wildflecken für Stimmung im Saal.

Von Blasmusik bis Pop

Dirigent Andreas Kleinhenz spannte bei der Programmauswahl einen Bogen von der traditionellen und böhmischen Blasmusik bis zu Pop und Filmmusik. Unter anderem erklangen die Märsche „Blauer Enzian“ und „Marsch der Galaxien“, der Walzer „Böhmisches Gold“ und die Musik von „Cinema Paradiso“ mit Solist Oliver Schnellbach an der Klarinette. Bei der Zugabe „Auf der Vogelwiese“ klatschte das Publikum begeistert mit. Viele Gäste waren von befreundeten Kapellen aus dem Umkreis nach Wildflecken gekommen.

Die nächste Gelegenheit, die neue Tracht zu bestaunen, bietet sich schon am Donnerstag, 4. Juni (Fronleichnam). Der Musikzug Wildflecken eröffnet dann um 12 Uhr am Sportplatz das große Rhön-Festival zugunsten der Kissinger Hütte. 

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