Zum Schulstart nach den Sommerferien ist die Polizei in Unterfranken verstärkt im Einsatz. Aus jeder Dienststelle in der Region, vom Main bis in die Rhön, sind Polizistinnen und Polizisten auf der Straße. Ausgestattet mit Warnweste, Kelle und Lasergerät nehmen sie bei Kontrollen die Verkehrssicherheit rund um die Schulen in den Blick. So auch an der Sinnberg-Grundschule in Bad Kissingen vor dem Unterrichtsbeginn an diesem Dienstagmorgen.
„Der erste Schultag ist eine ganz spannende Angelegenheit für die Kinder, stellt aber gerade die Jüngsten vor Herausforderungen“, sagt Denis Stegner, Sprecher des Polizeipräsidiums in Würzburg. Sein Rat an alle Eltern: mit den Kindern den Schulweg gut durchsprechen, mögliche Gefahrenstellen benennen und erklären, wie man sich dort am besten verhält.
„Verkehrssicherheit geht jeden etwas an!“, betonte Kissingens Landrat Thomas Bold (CSU) am Dienstagmorgen bei der Aktion für sichere Schulwege. Bei ihren Kontrollen setzt die Polizei Unterfranken fünf Schwerpunkte. Hier erklärt sie typische Gefahren im Umfeld von Schulen – und gibt Tipps, wie Autofahrer dazu beitragen können, dass die Kinder sicher zum Unterricht kommen.
1. Geschwindigkeit als Unfallursache: Langsam fahren!
Zu schnelles Fahren ist eine Hauptursache, wenn es im Verkehr kracht, sagt Polizeisprecher Denis Stegner. Vor den Schulen stellen die Polizisten deshalb bei den Kontrollen auch Lasergeräte auf: „Die Bremswege verlängern sich, die Schwere von Verletzungen nimmt zu“, erläutern Florian Heuring und Matthias Kleren von der Dienststelle in Bad Kissingen. „Es kommt auf jedes Km/h an.“ Gerade an Schulen sei es besonders wichtig, langsam und vorausschauend zu fahren.
2. Hektik am Morgen: Anschnallen nicht vergessen!
„Wir schauen regelmäßig in die Fahrzeuge und kontrollieren die Gurtpflicht“, erklärt Stegner. Gerade im Zusammenhang mit dem Schulweg stelle die Polizei regelmäßig fest, dass Erwachsene und Kinder nicht angeschnallt sind. Frühmorgens sei die Hektik groß, alle sind in Eile und wollen möglichst schnell zur Arbeit und zur Schule kommen. Wenn dann die Strecke zur Schule relativ kurz sei, werde man schnell nachlässig: „Da vergisst man schonmal das Anschnallen“, sagt der Polizeisprecher. Ein Unfall aber kann jederzeit passieren. Ob der Gurt angelegt ist oder nicht, kann dann einen großen Unterschied machen, sagt Stegner. Anschnallen ist Pflicht!
3. Schlechte Sichtbarkeit: Helle Kleidung anziehen!
„Sichtbarkeit ist ein großes Thema. Je besser Verkehrsteilnehmer die Kinder sehen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie in Unfälle verwickelt werden“, erklärt Stegner. Sichtbarkeit spiele gerade in den Herbst- und Wintermonaten eine große Rolle, wenn es morgens noch dunkel ist und Regen und Nebel zusätzlich die Sicht erschweren. Helle Kleidung, Sicherheitswesten beziehungsweise reflektierendes Material an Jacken und Schulranzen sorgen für mehr Sicherheit. Und, wichtiger Hinweis: Saubere Frontscheiben und Scheinwerfer sowie funktionsfähige Scheibenwischer verbessern die Sicht im Auto erheblich!
4. Gefährliches Falschparken: Nicht im Halteverbot stehen!
Auch diese Situation ist häufig an Schulen: Um kurz die Kinder aus dem Auto aussteigen zu lassen, wird schnell an der Straße geparkt. „Diese Hindernisse beschäftigen uns sehr“, erklärt Stegner. Gefährlich seien Falschparker, weil sie die Sicht versperren: Kinder, die über die Straße laufen wollen, werden dann zu spät von anderen Autofahrern erkannt. Vor Schulen sind deshalb oft Halteverbotszonen eingerichtet, um Kindern das sichere Überqueren zu ermöglichen. Die Polizei reagiert von aufklärenden Gesprächen über Verwarngelder bis hin zum Abschleppen auf Parker im Halteverbot.
5. Risiko Elterntaxi: Die letzten Meter zu Fuß gehen!
„Es ist nicht schlimmes daran, seine Kinder frühs in die Schule zu fahren“, sagt Stegner. Allerdings seien die Straßen an Schulen vielerorts nicht für den starken Elternverkehr ausgelegt. Durch wildes Parken und Wenden entstehen unübersichtliche und gefährliche Situationen. Er rät deshalb dazu, das Auto ein paar Straßen vorher abzustellen und den restlichen Weg zu laufen.


















