Die Einnahmen des beliebten Tätsch´r-Festes im Siebener Park, „Sinn in Flammen“, sind der Verschönerung der Stadt Bad Brückenau zugutegekommen. Ende April weihte der Männer-Verein aus Bad Brückenau, der sich genau das auf die Fahnen geschrieben hat, den kleinen Platz vor der Musikschule mit den alten Mahlmaschinen nach erfolgreicher Renovierung ein.
Vorsitzender Michael Schäfer erinnert sich, dass im Herbst 2023 die Idee weiterverfolgt wurde, den Kollergang sowie den Platz im Georgi-Kurpark und das Umfeld neu zu gestalten. Vor über 40 Jahren holten die Tätsch´r die Mahlwerke aus Römershag in die Innenstadt.
Arbeiten begannen im Frühjahr 2024
Einer Skizze folgte ein Plan und schließlich mussten Kostenvoranschläge eingeholte werden. „Der Aushub des alten Splitterbettes und des alten Fundamentes begann im Frühjahr 2024“, lässt Schäfer das Projekt Revue passieren. Die Umsetzung vom Unterbau, Planum, Pflasterarbeiten zogen sich bis Anfang Juni.
Dann folgten mehrere Arbeitseinsätze der Männer im Herbst, rechtzeitig vor dem 135-jährigen Jubiläum der Tätsch´r und dem Doochrewell, einer weiteren Tradition des Vereines. In diesem Frühjahr gelang schließlich die Fertigstellung von Sitzbank und Boden des Kollergangs.
Freiwillige Spender und Unterstützer
Involviert in das Projekt seien insbesondere die „Tätsch´r Brüder“ mit freiwilligen Spenden einzelner. Auch der städtische Bauhof und dem Bürgermeister soll gedankt werden, so Schäfer, sowie Bauunternehmer Theo Hahn und Stefan Richter für die Baubegleitung.
Zum Hintergrund:
Im Jahr 1984 wurden zwei Papiermühlenmahlwerke aus der Stockpapiermühle aus Römershag unter schwerem Arbeitseinsatz der Tätsch´r ausgebaut und im Georgi-Kurpark vor dem damaligen Heimatmuseum, in dem heute die Musikschule ihren Sitz hat, aufgestellt. Um den Kollergang haben die Tätsch´r einen schmucken Pavillon errichtet. Die Kosten für den Holzbau damals lagen bei 13.000 DM.
Der Kollergang: Ist ein Mahlwerk, das aus mehreren, durch eine kurze Achse verbundenen Steinscheiben besteht, die sich in einer engen Kreisbahn über den steinernen Mahlteller dreht. Ab etwa 1870 hielt der Kollergang Einzug in die Papierproduktion. Dort wurde er genutzt, um die Fasern des Grundstoffes zu lösen. Grundstoffe waren damals Holzschliff, Zellstoffplatten oder Altpapier.
Der Holländer: War in Papiermühlen eine Maschine zum Zerkleinern und Zerfasern von Lumpenmaterial mittels einer Messerwalze. Damit konnten grobe Materialien zerkleinert werden. So entstand ein Faserbrei, welcher abgeschöpft und weiterverarbeitet wurde.
















