Als am 18. März die Kissinger Hütte in Flammen stand, war nicht nur der Schock unter den Rhönern, den Pächtern und dem Rhönklub-Zweigverein Bad Kissingen als Betreiber groß, sondern auch die Zukunft ungewiss. Der Schrecken hat sich jedoch mittlerweile in Tatendrang gewandelt.
Gerade einmal ein halbes Jahr nach dem verheerenden Feuer haben Manfred Egert, Vorstand des Rhönklub-Zweigvereins, sowie Architekt Michael Rüth die Pläne für die „Kissinger Hütte 2.0“ im Gemeinderat Sandberg vorgestellt. Am Ende des Abends gingen beide mit dem „Ja“ der Gemeinde zum Bauantrag nach Hause.
Straffer Zeitplan für den Wiederaufbau der Kissinger Hütte
So schnell wie der Bauantrag wenige Monate nach dem Brand im Gemeinderat aufgeschlagen ist, so sportlich ist auch der Plan von Manfred Egert für Neubau und Wiedereröffnung der Hütte. lm Herbst dieses Jahres soll der Kellerbau starten sowie die neue Infrastruktur für das Bettenhaus angelegt werden. Die Wiedereröffnung des beliebten Ausflugsziels möchte Egert schon am 1. Juli 2026 feiern.
Als Grund für den straffen Zeitplan nennt er nicht nur sein persönliches Ziel, sondern auch die Verdienstausfallversicherung, die für ein Jahr greife und den Pachtausfall abdecke. Die ist relevant, weil noch Kredite bezahlt werden müssen. Egert führt aus, dass der Brandschutt weitestgehend entfernt sei, zeitnah würden auch die verkohlten Hohlblocksteine des Bettenhauses an der Trennwand zum ehemaligen Eingangsbereich ausgebaut.
Neues Pächterpaar steht schon fest
Außerdem würde die Isolierung am Dach des Bettenhauses entfernt. Der Brandgeruch soll durch eine Ozonbehandlung neutralisiert werden. Davon hängt ab, ob das Bettenhaus stehen bleiben kann oder nicht. Dies wäre auch der einzige Grund für ein Scheitern des Zeitplanes: „Wenn das Bettenhaus wegmuss, sehe ich den 1. Juli auch nicht mehr realistisch“, sagt Egert.
Auch ein neues Pächterpaar stehe schon fest, bestätigt Egert auf Nachfrage. Mehr kann er derzeit jedoch nicht verraten, da noch Verträge unterschrieben werden müssten. Die bisherigen Pächter, die Geschwister Diana und Dennis Tisma, hatten im Juli ihren Abschied verkündet.
Wie soll die neue Kissinger Hütte aussehen?
Aber wie soll die neue Kissinger Hütte aussehen? Generell wird die Hütte tiefergelegt und bekommt ein Obergeschoss. Im Erdgeschoss soll es einen barrierefreien Zugang sowie Unisex-Toiletten geben. Alle Funktionsräume – auch das Getränkelager – sollen im Erdgeschoss beheimatet sein. „Alles ist jetzt ein bisschen anwenderfreundlicher“, so Egert.
Der Gastraum soll circa 70 Plätze bieten. Der Gemütlichkeit halber soll dieser in Nischen aufgeteilt und die Decke auf 2,70 Meter abgehängt werden. Zudem wird es eine Basaltwand geben, die das Gestein des Feuerbergs wiederspiegelt. Am Stammtisch wird es ein großes Panoramafenster mit Blick zum Kreuzberg geben.
Architekt Rüth stellt klar, dass der Hüttencharakter bestehen bleiben solle. Durch mehrere Panoramafenster sei die Hütte gut beleuchtet. Manfred Egert verspricht außerdem viel Holz im Inneren.
Es soll eine West- und eine Süd-Terrasse geben
Im Neubau ist zudem ein sogenanntes „Kissinger Zimmer“ im Erdgeschoss nahe dem Gastraum geplant, das abtrennbar ist vom restlichen Gastro-Bereich. Darin können Gäste abends länger sitzen bleiben.
Ebenfalls soll es auf dieser Ebene eine West- und eine Süd-Terrasse geben. Auf der Außenterrasse gilt Selbstbedienung. Speisen und Getränke können über die Theke im Innenraum oder über ein neues, ebenerdiges Ausgabefenster abgeholt werden. Außerdem hätte laut Egert der neue Pächter zugesagt, eine Getränkestation auf der Terrasse für hochfrequentierte Tage einzurichten. Ein Windschutz für den Sitzbereich ist angedacht. Im Erdgeschoss sollen zudem ein Akkuladeschrank und ein Trockenschrank unterkommen, in dem Kleidung und Schuhe schnell getrocknet werden können.
Kein Matratzenlager mehr in der Kissinger Hütte
Im Obergeschoss entfällt in der Kissinger Hütte 2.0 das alte Matratzenlager. Hinzukommen dafür sechs neue Gästezimmer. Außerdem sind dort die Personalumkleide, die Personal-Toilette, das Personal-Schlafzimmer und eine Pächterwohnung geplant. Dadurch könne dauerhaft jemand vor Ort sein, auch für den Fall, dass etwas passiert. Laut Egert ziehe die Tochter des Pächterpaars in diese Wohnung ein. Das Obergeschoss der Hütte soll mit dem Bettenhaus verbunden werden.
Im neuen Kellergeschoss des Haupthauses sollen die Wasserversorgung, der Elektroraum, der Waschraum und ein Zwischenraum Platz finden. Auf dem Gelände rund um die Kissinger Hütte sind außerdem Fahrradstellplätze, 16 davon verschließbar und überdacht, und die Schaffung neuer Parkplätze entlang des Weges vorgesehen. Zudem wurde eine Löschwasserzisterne mit 60.000 Litern eingebaut.
Generell sind in der kompletten Hütte zukünftig und inklusive des Bettenhauses neun Doppelzimmer, sechs Vierbettzimmer, zwei Sechsbettzimmer sowie ein Zweibettzimmer vorgesehen. Beim Betrieb der Hütte ist im Sommer ein Ruhetag angedacht, im Winter zwei.















