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Steubenparade in NYC
Steinacher Musikanten fiebern Auftritt in New York entgegen
Die Reise der Musikanten aus Steinach führt nach New York.
Die Reise der Musikanten aus Steinach führt nach New York. // Gregor Fischer/dpa
Steinacher Musikanten in New York
Dirigent Bernd Borst und die Steinacher Musikanten bei der letzten Marschprobe durch den Ort. // Philipp Dippl
Steinacher Musikanten in New York
Vorbereitung der Steinacher Musikanten für die Reise nach New York. // Philipp Dippl
Steinacher Musikanten in New York
Vorbereitung der Steinacher Musikanten für die Reise nach New York. // Philipp Dippl
Steinach an der Saale – Musikerinnen und Musiker aus Steinach nehmen am 20. September an der Steubenparade teil. Dirigent Bernd Borst hat lange auf diese Möglichkeit hingearbeitet. Auf dem Weg gab es Hindernisse.

Ein musikalischer Gruß aus Steinach an New York. Davon träumt Bernd Borst, Dirigent der Steinacher Musikanten, schon lange. New York, der Big Apple, die Stadt, die niemals schläft, ist seit Jahren Traum und Leidenschaft des gebürtigen Steinachers. Viermal war er bereits dort.

Doch mit seiner Kapelle nach New York zu reisen, Konzerte in den legendären Straßenschluchten zu spielen, ist das nicht etwas zu groß geträumt?

Wenn es um Träume geht, ist Borst beharrlich. Und nun, nach Jahren der Planung und Organisation, ist er fast am Ziel. Dabei gab es für die kleine Musikkapelle große Hindernisse zu überwinden.

Freunde in Rottenbuch

Angefangen hat alles im Sommer 2022. Bei der Teilnahme am großen Trachtenumzug zum Münchner Oktoberfest lernten die Steinacher Musikanten die Musiker des Trommlerzuges Rottenbuch im bayerischen Oberland kennen. Eine innige musikalische Freundschaft entwickelte sich.

2023 lud Steinach den Trommlerzug nach Bad Kissingen ein, beide Kapellen nahmen gemeinsam am Festumzug des Rakoczy-Fests teil und besuchten anschließend den Kreuzberg. Dort oben soll wohl aus einem Spaß heraus und bei Klosterbier die Idee der New-York-Reise geboren worden sein.

Der Gegenbesuch der Steinacher Musikanten im bayerischen Oberland erfolgte im Jahr darauf, als der Trommlerzug Rottenbuch sein 50-jähriges Bestehen feierte. Die gegenseitige Freundschaft vertiefte sich und auch die Reiseplanungen schritten voran.

Steinacher Musikanten in New York
Natürlich wurde für den großen Auftritt fleißig geprobt. // Philipp Dippl

Dritter Samstag im September

Die German American Steuben Parade findet seit dem Jahr 1957 in New York statt und ist eines der größten Ereignisse im Kalender der deutsch-amerikanischen Community in den USA. Die Veranstaltung findet traditionell am dritten Samstag im September statt und lässt die Traditionen der deutschen Einwanderer, die größte Einwanderergruppe der USA, wiederaufleben.

Freiherr Friedrich Wilhelm von Steuben war hochdekorierter preußischer Offizier, der in seiner zweiten Karriere als US-amerikanischer General die Kontinentalarmee erneuerte und zum Helden des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges unter dem Oberbefehl von George Washington wurde.

Doch die Teilnahme an der legendären Parade war den Steinacher Musikanten leider versagt, das Teilnahme-Reglement besagt, dass die teilnehmenden Gruppen mindestens 50 Personen aufstellen müssen. Und hier kam schließlich der Trommlerzug Rottenburg ins Spiel. Warum nicht gemeinsam teilnehmen, so wie man es bereits zum Rakoczy-Fest überaus erfolgreich geprobt hatte? Beide Gruppen zusammen konnten deutlich mehr Musiker als die geforderten 50 aufbringen. Jetzt, Anfang September 2025, stehen ganze 98 Musiker auf der Teilnehmerliste.

Gleichschritt und Kommandos

Die letzte Marschprobe der Steinacher Musikanten vor der Reise steht an. Mit bekannten Traditionsmärschen marschiert die Kapelle in Formation noch einmal durch den Ort Steinach und beschallt das Wohnviertel mit Blasmusik, der Gleichschritt und die Kommandos werden noch ein letztes Mal einstudiert. Aufregung und Vorfreude stehen den Musikern ins Gesicht geschrieben.

Die Steinacher Musikanten sind mit 37 Musikern dabei, der Trommlerzug Rottenbuch mit 28. Auch die Schützengesellschaft Rottenbuch sowie die Blaskapelle aus dem benachbarten Hohenfurch schicken noch ein paar Personen zur Unterstützung mit.

Bernd Borst wiederholt, wie stolz er auf alle Teilnehmer ist, die die gesamte Reise selbst finanzieren mussten. Es gelang im Vorfeld leider nicht, Fördermittel für die Teilnahme einzuwerben. Lediglich die Gemeinde Bad Bocklet spendete einen kleinen Betrag.

Unterstützung durch Ehepaar

Unterstützung erhielt Borst auch von einem älteren Ehepaar aus New York, welches verschiedene Kontakte vor Ort herstellte. So wird es auch ein Konzert auf dem Oktoberfest im Central Park und in einer New Yorker Feuerwehrwache sowie die Teilnahme an einem Gottesdienst in der St. Patrick’s Kathedrale geben. Die Eheleute, die bereits seit vielen Jahrzehnten in New York leben, haben ihre Wurzeln in Steinach.

Dirigent Borst glaubt es wohl selbst am wenigsten, dass es nun tatsächlich losgehen soll und sein langjähriger Traum in Erfüllung geht. Alles ist organisiert, die Noten einstudiert, aber im Spaß sagt er, noch sind wir ja nicht dort, es kann noch viel schiefgehen.

Die Reise virtuell begleiten

Doch falls nichts mehr schiefgeht, geht die Reise am 18. September 2025 am Frankfurter Flughafen los. Wer live dabei sein und die Reise von zu Hause aus begleiten möchte, kann dies auf Instagram unter dem Account der Steinacher Musikanten tun (@steinacher_musikanten), selbst daran wurde gedacht.

Die Steubenparade durch New York findet am 20. September 2025 statt.

Und für den Fall, dass auch diese Reise viel zu schnell vorübergehen wird, ist vorgesorgt. Die Planungen für das nächste Großereignis haben bereits begonnen. Im September 2026 feiern die Steinacher Musikanten ihr 70-jähriges Bestehen mit einem großen Kreismusikfest, zu dem unter anderem natürlich auch die Teilnahme des Trommlerzugs Rottenbuch fest eingeplant ist.

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