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„Ich hätte heulen können“
Fastnachtsstar Oti Schmelzer hat den Frankenwürfel erhalten
Frankenwürfel für Fastnachtsstar Oti Schmelzer
Der Kabarettist Oti Schmelzer wurde am Dienstag im Schloss Werneck mit dem Frankenwürfel ausgezeichnet. // Anand Anders
Signet des Fränkischen Tags von Julius Karch
Werneck/Oberschwappach
Werneck/Oberschwappach – Der Preis wird traditionell am 11. November verliehen. Wie der Humorist aus dem Landkreis Haßberge auf die Ehrung reagiert und wer außerdem ausgezeichnet wurde.

Der Kabarettist Oti Schmelzer aus dem Landkreis Haßberge hat am Dienstag aus den Händen der Regierung von Unterfranken den Frankenwürfel erhalten. Mit dem Frankenwürfel werden jedes Jahr aus den drei fränkischen Regierungsbezirken verdiente Menschen des „typisch fränkischen Schlags“ geehrt. Neben Schmelzer erhielten Rosi Kraus aus Gößweinstein (Oberfranken) und Alice Walchshöfer aus Roth-Pfaffenhofen (Mittelfranken) den circa 6,5 Zentimeter großen Porzellanwürfel.

Der insbesondere aus Fastnacht in Franken bekannte Winzer und Kabarettist Oti Schmelzer, der sich außerhalb der Sendung auch beim Oberschwappacher Kultursommer engagiert, erhält den Preis für seinen typisch fränkischen, vielseitigen Charakter. Die Auszeichnung für Unterfranken verlieh Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer am Dienstag im Schloss Werneck.

Frankenwürfel für Fastnachtsstar Oti Schmelzer
Oti Schmelzer (links) und die unterfränkische Regierungspräsidentin Susanne Weizendörfer (rechts) nach der vierzigsten Verleihung des Frankenwürfels im Schlossgarten. // Anand Anders

Oti Schmelzer sei „ein Franke, wie er im Buche steht“, so Weizendörfer in ihrer Laudatio. Er sei ein Mensch, „der in seiner Vielseitigkeit, seinem Humor, seiner Heimatliebe und Herzenswärme das Beste aus Franken verkörpert“. Schmelzer zeigte sich „voller Demut“. „Ich hätte heulen können“, gab er nach Ehrung zu. „Sie würden meine Grabrede halten können“, scherzte er anschließend mit der Regierungspräsidentin.

Auszeichnung wie ein „Ritterschlag“

Für Schmelzer habe der Preis eine sehr große Bedeutung, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion erklärte. Die Auszeichnung erfülle ihn mit Stolz. Der Frankenwürfel sei nichts, was man sich erhoffen oder wünschen könne. Schließlich gebe es „keinen Anspruch darauf“, so der Humorist. „Umso mehr freut‘s mich.“ Der Würfel bekomme daher in seiner Wohnung einen besonderen Platz.

Frankenwürfel für Fastnachtsstar Oti Schmelzer
Oti Schmelzer, Regierungspräsidentin Susanne Weizendörfer und rechts Eberhard Schellenberger, ebenfalls gewürfelter Franke (2018), in Werneck. // Anand Anders

Der „Multifunktionsfranke“, wie er sich selbst bezeichnet, arbeitete unter anderem bereits als Winzer, Gärtner, Elektriker und Straßenwärter. Zudem unterhält er mit seiner seit 2004 bestehenden „bescheuerten Weindunstbühne“ sein Publikum typisch fränkisch. Dieses Jahr gab die Fastnacht-in-Franken-Ikone bekannt, zukünftig als Künstler nicht mehr auf der Veitshöchheimer Bühne aufzutreten.

Frankenwürfel für Fastnachtsstar Oti Schmelzer
Die Verleihung des Frankenwürfel erfolgt durch die drei fränkischen Regierungsbezirke. // Thomas Obermeier

Fränkinnen und Franken beschreibt Schmelzer als „kritisch“ und mit einem „Hang zur Neugier“, aber auch „dass er sich klein macht“. Den Charakter könne man daher gut mit der Redewendung „stille Wasser gründen tief“ beschreiben, wie er zusammenfasst.

Ein Würfel voll fränkischer Kultur

Der Frankenwürfel wird jährlich seit 1985 vergeben – einzige Ausnahme ist das Coronajahr 2020. Laut den Statuten wird der Preis an „Persönlichkeiten verliehen, bei denen das Prägende des fränkischen Charakters besonders deutlich zum Ausdruck kommt: das Wendige, das Witzige und das Widersprüchliche“.

Die Regierungspräsidentinnen und –präsidenten von Ober-, Unter- und Mittelfranken verleihen die Auszeichnung an die „Gewürfelten“ jeweils für ihren Regierungsbezirk, aber bei einer gemeinsamen Feier. Als gewürfelter Franke oder Fränkin „muss man, wie der Würfel, viele Seiten haben, muss wechselnde Standpunkte vertreten“, so das Statut des Frankenwürfels. 

Auf dem Würfel sind die Wappen von Ober-, Mittel- und Unterfranken abgebildet. Neben der Aufschrift „Frankenwürfel“ sind außerdem auch die Schriftzüge „Es gilt dem gewürfelten Franken mit diesem Würfel zu danken“ und „Sich wenden, sich drehen im Leben bestehen, so ist der gewürfelte Franke zu sehen“. Die beiden letzteren Phrasen gehen dabei auf die Essaysammlung „Der Franke ist ein Gewürfelter“ von Hans Max von Aufseß zurück.

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