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Höchste Qualifikation erreicht
Wie ein 16-jähriger Posaunist in Wildflecken durchstartet
D3-Prüfung
Posaunenlehrer André Degand und Carlo Schmitt posieren im Hof der Bayerischen Musikakademie Hammelburg und freuen sich über die bestandene D3-Prüfung. // Anke Schmitt-Gundelach
Signet des Fränkischen Tags von Anke Schmitt-Gundelach
Wildflecken – Der Carlo Schmitt aus Wildflecken schaffte das D3-Abzeichen, die höchste instrumentale Qualifikation der Blasmusikverbände. Dabei beeinflusste ein Versprecher seine Musikerlaufbahn.

Der Musikzug Wildflecken ist stolz auf seinen jungen Posaunisten Carlo Schmitt. Der 16-Jährige hat diesen Sommer in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg die D3-Prüfung bestanden und damit das goldene Musikerleistungsabzeichen erworben. Es ist die höchste instrumentale Qualifikation der Blasmusikverbände, und die Vorstandschaft des Musikzugs sowie die ganze Blaskapelle gratulierten ihm zu dieser besonderen Leistung.

Um überhaupt zur Goldwoche in Hammelburg zugelassen zu werden, hatte Carlo zunächst sein Können bei einem Vorspielen vor einer Fachjury in Heroldsbach unter Beweis stellen müssen. Das D3-Abzeichen ist für ihn der Lohn monatelanger Vorbereitung mit unzähligen Probenstunden und den dazugehörigen Theorie-Einheiten. Fit gemacht für die Prüfung und immer wieder angetrieben hatte ihn sein Posaunenlehrer André Degand. Auch er freut sich mit seinem Schüler über die bestandene Prüfung.

Türöffner für Laufbahn

Das D3-Abzeichen kann ein Türöffner für eine Musiker- oder Dirigentenlaufbahn sein. Das steht für Carlo aber momentan noch nicht zur Debatte. Aktuell besucht er die 11. Klasse des Franz-Miltenberger-Gymnasiums Bad Brückenau und weiß noch nicht, wohin die Reise für ihn beruflich einmal gehen soll.

Die Musik ist sein großes Hobby, für das er vieles andere stehen und liegen lässt. Beim Musikzug Wildflecken hatte er vor zehn Jahren mit der Ausbildung begonnen und gehört dort inzwischen längst zu den Leistungsträgern. Daneben unterstützt er das Jugendblasorchester Münnerstadt und ist Stammkraft in den beiden Big Bands seiner Schule, im Kreisjugendblasorchester Bad Kissingen und dem Bezirksjugendblasorchester Unterfranken.

Gastauftritte und Auswahlorchester

Das Nordbayerische Jugendblasorchester peilt Carlo als Nächstes an – wenn noch Platz im Terminkalender ist. Sein musikalisches Talent hat ihm nämlich auch schon Gastauftritte bei der Rhöner Band Brassoforte, beim Musikverein Hendungen und (über verwandtschaftliche Kontakte) bei der Stadtkapelle Freising beschert. Carlo schaut gern über den musikalischen Tellerrand und genießt den Austausch mit Gleichgesinnten. Vor allem die Probenphasen mit den Auswahlorchestern sind für ihn immer besondere Erlebnisse. Zum Instrument Posaune war er als kleiner Junge zufällig gekommen. Bei einem Schnuppertag im Probenraum des Musikzugs Wildflecken konnte er sich seinerzeit nicht entscheiden und sagte am Ende, er wolle nochmal die Posaune ausprobieren. Er hatte sich, wie er später zugab, versprochen und eigentlich das Saxofon gemeint.

Erste Töne auf Leihposaune

Fachlehrer André Degand stellte an diesem Tag jedoch die Weichen und legte ihm die Posaune ans Herz, und dabei blieb es. „Das Schicksal hatte da sicher seine Hand im Spiel“, meint Carlo lachend. Das dürfte dann wohl die Zughand gewesen sein.

Seine ersten Töne erlernte der Junge auf einer Leihposaune der Musikschule Bad Brückenau, ehe ihm die Eltern ein eigenes Instrument kauften. Jüngst ist noch eine nagelneue Bassposaune dazugekommen.

Großeltern gehören zu den größten Fans

Die hat er sich mit Taschengeld, Ferienjobs und finanziellem Zuschuss von Oma und Opa eisern zusammengespart. Die Großeltern gehören zu Carlos größten Fans und verpassen kaum einen Auftritt. Spätestens im Advent haben sie dazu wieder mehrfach Gelegenheit.

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