Erst vor kurzem kam im Stadtrat durch einen Antrag der SPD, den Christine Müller anregte, die Diskussion zu einem gedruckten Infoblatt auf. Nun stellte Stephanie Hartung vom Regionalmanagement des Landkreises Bad Kissingen die App Pocketdorf vor.
Diese hat der Landkreis entwickelt und kann auch nur hier genutzt werden. Sie entstand 2022 bis 2024 im Rahmen des Modellwettbewerbs Smarte.Land.Regionen, später haben fünf Modellkommunen – Bad Kissingen, Fuchsstadt, Motten, Oerlenbach und Zeitlofs – die App getestet.
Was ist PocketDorf?
„PocketDorf ist eine App, ein soziales Netzwerk, was auf kommunaler Ebene eingesetzt werden kann. Damit kann nicht nur die Bevölkerung untereinander in den Austausch treten, sondern auch Kommune und Bürger“, berichtet Stephanie Hartung. Es geht über ein reines Informationstool hinaus.
In der App lassen sich Gruppen erstellen – das kann das Rathaus Münnerstadt sein, eine Gruppe für einen Stadtteil, für einen Verein, oder eine Freizeitaktivität wie Kinderturnen. Diesen Gruppen kann man beitreten und sich beteiligen, oder nur folgen. In der Gruppe können dann – wie in Facebook – Informationen gepostet und kommentiert werden.
Organisation durch Aufgaben und Umfragen
Interessant für Vereine sind die Möglichkeiten, sich in Gruppen zu organisieren: Es lassen sich Umfragen erstellen „Wer backt für nächste Vereinsfest einen Kuchen?“ und Aufgaben an Mitglieder verteilen. „Wartmannsroth hat beispielsweise den Bauhof über das Tool organisiert“, berichtet Stephanie Hartung.
Bürgerinnen und Bürger könnten sich so auf einer App auch alle wichtigen Informationen holen – ausgewählt danach, welchen Gruppen sie folgen oder beitreten. Zur Vereinfachung gibt es die Möglichkeit, Social Media Posts in die App einzubinden. In einem Veranstaltungskalender können Stadt und Vereine Termine eintragen.
Wozu ist PocketDorf gut?
Die Stadt kann durch die App das ehrenamtliche Engagement fördern, indem sie damit beispielsweise eine digitale Infrastruktur stellt, mit der Ehrenamtliche sich organisieren können.
Bürgerinnen und Bürger erhalten regelmäßige Informationen über ihre Heimatstadt – sei es aus dem Rathaus oder von Vereinen. Durch Umfrage- und Kommentarfunktion können diese zudem einfacher mit der Stadt in Kontakt treten.
Sicherheit an erster Stelle
Jede Gemeinde kann das Tool anfangs in Workshops und Gesprächen auf seine Bedürfnisse einrichten. Es ist kostenfrei und mit Servern in Europa datenschutzfreundlich. Durch die Förderung durch GutePflege kann der Landkreis die Kommunen begleiten, steht für technische Fragen oder Anregungen zur Verfügung. Auch für Vereine gibt es das Angebot von Workshops.
Kommunen können auswählen, ob sie nur Bürgerinnen und Bürger aus der Kommune zulassen oder sich etwas offener aufstellen. Sie bestätigen die Registrierung in jedem Fall. Auch können Personen gemeldet werden, die sich unangemessen verhalten. Das sei laut Hartung bisher aber nicht vorgekommen.
Reaktionen im Stadtrat
Neben einigen Fragen und Wortmeldungen im Stadtrat, fragte Johannes Wolf (Grüne), wie viel Zeit etwa im Rathaus für das Betreiben der App anfällt. Es sind etwa drei bis fünf Studen in der Woche, wie Stephanie Hartung berichtet. Der Stadtrat fügt an: „Wir als Kommune müssen auch schauen, dass wir uns in der Flut an digitalen Angeboten nicht verzetteln. Wir haben beispielsweise ja auch das digitale Schaufenster in der Pipeline – da sollen die Vereine auch involviert werden.“
Bürgermeister Michael Kastl (CSU) schlug vor, PocketDorf einzuführen. Mit der Gegenstimme von Johannes Wolf ging der Stadtrat dabei mit.











