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Investitionen und Wehrpflicht
Bewegte Zeiten für die Bundeswehr in Hammelburg
In den Bundeswehr-Standort Hammelburg werden in den nächsten Jahren mehr als 500 Millionen Euro investiert. // René Ruprecht (Archivfoto)
Signet des Fränkischen Tags von Simon Snaschel
Hammelburg – In der Ukraine herrschen weiterhin Kämpfe, in Deutschland wird über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. Diese Entwicklungen betreffen auch den Lagerberg.

Es herrscht viel Bewegung bei der Bundeswehr – auch in Hammelburg. Beim „Grünen Schluck“, einem Zusammentreffen ziviler Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit Angehörigen der Bundeswehr am Lagerberg, informierte der Standortälteste Andreas Reyer über aktuelle Entwicklungen. Hammelburg sei Teil der Zeitenwende, so der Oberst.

Die Bundeswehr investiert in Hammelburg rund 520 Millionen Euro in die Infrastruktur

Am Lagerberg in Hammelburg sind aktuell rund 300 unterschiedliche Firmen tätig. „Insgesamt stehen wir vor 50 Bauprojekten verschiedenster Art mit einem Gesamtvolumen von 520 Millionen Euro. Darunter befinden sich 18 große Maßnahmen mit jeweils über 6 Millionen Euro“, so Reyer.

Von fünf neuen Unterkunftsgebäuden sind zwei fertiggestellt, weitere drei mit 640 Unterkunftseinheiten sollen im April 2026 fertig werden. Im zweiten Quartal des neuen Jahres plant die Bundeswehr auch, ihre neue Hallenschießanlage in Hammelburg in Betrieb zu nehmen. „Damit heben wir die Schießausbildung auf ein völlig neues Niveau“, so der Oberst.

Weitere große Projekte sind der Bau einer neuen Ausbildungshalle, eines neuen Wirtschaftsgebäudes sowie neuer Sanitätseinrichtungen. „Es bewegt sich vieles“, so der Standortälteste. „Mit diesen Projekten sichern wir die Zukunft des Bundeswehr-Standortes Hammelburg und verbessern nachhaltig die Rahmenbedingungen für unsere Soldatinnen und Soldaten.“

Andreas Reyer (links) ist Standortältester der Bundeswehr in Hammelburg. // Benjamin Bending (Archivfoto)

Die Rolle des Bundeswehr-Standorts Hammelburg im Krieg in der Ukraine

Mit Blick auf die anhaltenden Kämpfe in der Ukraine wurde Reyer deutlich: „Es ist nicht allein der Krieg der Ukraine, sondern eine Auseinandersetzung über die Sicherheitsordnung Europas und der freien Welt. Wer glaubt, dass russische Aggression an der Grenze der Ukraine haltmacht, irrt. Die jüngsten Beispiele aus Polen, Estland und Dänemark halten uns das vor Augen.“

Der Standort Hammelburg leiste in der Auseinandersetzung seinen Beitrag: „Nicht abstrakt, sondern ganz konkret“, so Reyer. „Ausbildung, Erfahrung, Expertise – all das fließt direkt in die ukrainischen Streitkräfte ein. Wir geben der Ukraine Fähigkeiten an die Hand, die über den Ausgang des Kriegs mitentscheiden.“

In Hammelburg werden militärische Führungskräfte aus- und weitergebildet. Die Erfahrungswerte aus dem Krieg fließen in die Lehrinhalte ein. Drohnensysteme werden dabei zunehmend integriert. „Damit stellen wir sicher, dass unsere Ausbildung den modernen Gefechtsfeldern entspricht“, so Reyer.

Die neue Wehrpflicht: Mehrere hundert Teilnehmer sollen nach Hammelburg kommen

In den nächsten Jahren soll die Bundeswehr deutlich wachsen. Ein Instrument dafür wird der neue Wehrdienst. Im ersten Schritt wird dabei voraussichtlich auf Freiwilligkeit gebaut. Die Signale aus der Politik deuten derzeit aber darauf hin, dass es auf Dauer eine Rückkehr zur Wehrpflicht geben wird.

Reservistenausbildung der Bundeswehr
In Deutschland wird über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. Klar ist, dass die Bundeswehr wachsen soll. // Symbolfoto: Sebastian Gollnow (dpa)

Schon heute ist auch der Standort Hammelburg Ausbildungsstätte, wenn auch gewissermaßen nur als Gastgeber. Seit Oktober sind rund 50 Freiwillige am Lagerberg, die dort von der Panzerbrigade 12 im Grundwehrdienst ausgebildet werden. „Die Zahlen werden im Laufe des Jahres 2026 stetig auf bis zu mehrere hundert Teilnehmer gesteigert werden“, so Andreas Reyer.

Er bezeichnete den neuen Wehrdienst als „Signal für die Zeitenwende und politisches Zeichen“. „Deutschland bekennt sich dazu, seine Verteidigungsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Bis 2031 soll die Bundeswehr auf 230.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Ein Ziel, das nur mit neuen Wegen in der Personalgewinnung erreichbar ist.“ Der Standort am Lagerberg stehe im Mittelpunkt eines elementaren Vorhabens: „Hammelburg ist und bleibt ein Leuchtturm unserer Ausbildung“, so Reyer.

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