Gelbe Schleifen vermitteln den Soldatinnen und Soldaten Anteilnahme und Rückhalt der Bevölkerung. Sie stehen für Ankerkennung, Wertschätzung sowie eine Verbundenheit von Gesellschaft und Bundeswehr. In Hammelburg arbeitet die Stadt schon seit vielen Jahren eng mit dem Militär zusammen.
Die Bundeswehr ist der größte Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb; mit dem „Lager Hammelburg“ ist dem Standort sogar ein eigener Stadtteil gewidmet. Im Stadtrat sorgte die Teilnahme an der Aktion Gelbe Schleifen deshalb nicht für eine Diskussion.
Aktion Gelbe Schleifen in Hammelburg
Eine gelbe Schleife im Treppenhaus des städtischen Rathauses, am Ortseingangsschild oder an der Zufahrt zum örtlichen Stützpunkt zeige die Verbundenheit der Gesellschaft mit ihrer Bundeswehr, vor allem mit den Soldatinnen und Soldaten am Standort, erklärt Stabsfeldwebel Achim Müller das Projekt. In vielen deutschen Städten seien die Schleifen bereits aufgehängt, in Hammelburg könnten sie zum Beispiel an den Ortseingangstafeln angebracht werden.
„Was wir nicht wollen: eine gelbe Schleife im hintersten Teil von Hammelburg“, sagt Müller über die Schilder in Form einer Schleife. Finanziert werden könne das Projekt entweder durch die Stadt Hammelburg, durch eine Förderung des Deutschen Bundeswehrverbandes beziehungsweise der Soldaten und Veteranen Stiftung oder eine Aufteilung der Kosten. Bei fünf Schleifen entstehen laut Müller Kosten in Höhe von etwa 340 Euro.
„Ich finde das eine wichtige Botschaft – und das nicht nur für Hammelburg, sondern auch für alle Ortsteile“, bringt Stadtrat Detlef Heim aus Pfaffenhausen (CSU) zum Ausdruck. Norbert Schaub aus Westheim (SPD) stimmt ihm da zu und beantragt deshalb 15 Schilder – fünf für Hammelburg, eines für jeden Ortsteil. Die Kosten soll die Stadt übernehmen. „Das sind wir der Bundeswehr glaube ich schuldig, das sollten wir also an dieser Stelle tun“, betont er.
Dass die gelben Schleifen nun, nachdem sie schon länger im Gespräch sind, endlich auch in Hammelburg angebracht werden, wird die Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr sicherlich freuen. „Ich bin sprachlos und zutiefst gerührt“, kommentiert Müller die einstimmige Abstimmung des Stadtrates. „Sie wissen nicht, wie viel das mir und meinen Kameradinnen und Kameraden bedeutet.“
Der Ursprung der gelben Schleife
Die Aktion der Schleifen – im Englischen Awareness Ribbons genannt – sei mittlerweile weit verbreitet. „Es ist ein deutliches Zeichen, um Bewusstheit und Verbundenheit mit einer gewissen Personengruppe zu signalisieren“, erklärt der Stabsfeldwebel. Die blaue Schleife stehe zum Beispiel für Prostatakrebs, die rosafarbene für Brustkrebs.
Der Ursprung der gelben Schleife komme aus den USA. Um ihre Gesichter gegen Staub zu schützen, hätten die US-Soldatinnen und Soldaten früher gelbe Tücher getragen. Das Tuch sei aber nie offizieller Gegenstand der Ausrüstung gewesen. „Sie durften gelb tragen, weil es Teil der Uniform war.“
Als amerikanische Soldaten dann in Einsätze geschickt wurden, haben die Familienangehörigen damit begonnen, gelbe Tücher um Bäume oder Pfosten zu knoten. So war es ihnen möglich, ein Stück der Person bei sich zu behalten und immer an sie zu denken. Mittlerweile ist dieses Symbol in den westlichen Ländern, als Zeichen der Verbundenheit weit verbreitet, berichtet Müller. „Die Schleife bedeutet etwas für uns. Den Einsatz, den wir bringen, bringen wir nicht einfach nur so. Jede Stunde Dienst bedeutet etwas“, berichtet er.
Das macht der Deutsche Bundeswehrverband
Wer der Deutsche Bundeswehrverband eigentlich ist? „Ich stelle es mal unter den Überbegriff Gewerkschaftsähnlich - 1956 gegründet, als überparteilicher und finanziell unabhängiger Verein“, erklärt der Stabsfeldwebel. Gewerkschaftsähnlich deshalb, weil die Bundeswehr laut Müller keine eigene Gewerkschaft haben darf. „Um Interessen von Soldaten wahrzunehmen, hat man also ein Jahr nach Gründung der Bundeswehr diesen Berufsverband gegründet.“
Die Zahl von etwas mehr als 205.000 Mitgliedern sei ziemlich beeindruckend, wenn bedacht werde, dass es bei der Bundeswehr lediglich 185.000 aktive Soldatinnen und Soldaten gibt, sagt Müller. Der Deutsche Bundeswehrverband stellt laut ihm also eine überparteiliche und finanziell unabhängige Institution dar, welche seine Mitglieder – aktive Soldaten, Reservisten, Ehemalige und Hinterbliebene, zivile Angehörige der Bundeswehr sowie fördernde Mitglieder – in allen Fragen des Dienst-, Sozial- und Versorgungsrechts vertrete. Nebenher werde der Verband oft auch im Bundestag als beratende Stimme gehört.
Der Bundeswehrverband sei die Bundesebene, die Truppenkameradschaft der Infanterieschule dann der Ansprechpartner vor Ort. „In Hammelburg haben wir die Standortkameradschaft und drei Truppenkameradschaften mit circa 12.000 Mitgliedern“, erzählt Müller.












