In der letzten Sitzung des bisherigen Marktgemeinderates blickte Bürgermeister Matthias Klement noch einmal auf die vergangenen sechs Jahre zurück – eine Zeit, die auch von der Corona-Pandemie geprägt war. Zwar habe es Einschränkungen gegeben und Sitzungen hätten an wechselnden Orten unter Einhaltung von Abständen stattfinden müssen, dennoch falle die Bilanz der Legislaturperiode „sehr erfolgreich“ aus, so Klement.
Digitalisierung an der Schule
Ein Schwerpunkt lag von Beginn an auf Bildung und Betreuung. Bereits 2021 startete der Neubau des Kinderhorts an der Grundschule, parallel wurde die Digitalisierung an der Schule vorangetrieben. Tablets für Schülerinnen und Schüler sowie Dienstgeräte für Lehrkräfte wurden angeschafft, ergänzt durch Luftreiniger in den Klassenzimmern. 2023 konnte der Kinderhort in Betrieb genommen werden. Auch die Kindertagesstätte in Maßbach wurde umfassend erweitert und generalsaniert – ein Projekt, das sich über mehrere Jahre zog und 2025 offiziell abgeschlossen wurde.
Blick auf den Gewerbepark
Große Fortschritte gab es auch in der Ortsentwicklung. Baugebiete wie am Maßbacher Weg in Poppenlauer oder in der Burggasse in Volkershausen waren schnell vergriffen. Gleichzeitig wurde der Gewerbepark Poppenlauer an einen Investor veräußert und vollständig erschlossen. Mit der Ansiedlung eines Verteilzentrums eines internationalen Unternehmens gewann der Standort zusätzlich an Bedeutung. Rückschläge mussten hingegen bei geplanten Baugebieten in Poppenlauer hingenommen werden, nachdem rechtliche Änderungen das beschleunigte Verfahren beendeten und ein Umplanen erforderlich machten.
Glasfaser und Umrüstung auf LED-Technik
Ein weiteres wichtiges Feld war die Infrastruktur. Neben der Sanierung von Straßen, Wasserleitungen und Kanälen investierte die Gemeinde in die Wasserversorgungssicherheit durch Notstromaggregate. Auch der Glasfaserausbau wurde sowohl über Förderprogramme als auch eigenwirtschaftlich vorangetrieben. Die komplette Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik markiert einen weiteren Schritt in Richtung Energieeffizienz.
Im Bereich Umwelt und Energie setzte die Gemeinde ebenfalls Akzente. Mehrere Photovoltaikanlagen mit beachtlicher Leistung wurden errichtet, darunter eine 28,1-Megawatt-Anlage. Mit der Gründung der Energiegesellschaft Schweinfurter Oberland wurde zudem die Grundlage für zukünftige Initiativen geschaffen.
Freizeitgelände und Jugendraum
Das gesellschaftliche Leben wurde trotz der Pandemie gestärkt. Neue Freizeitangebote wie das neugestaltete Freizeitgelände in Maßbach oder ein erneuerter Spielplatz in Poppenlauer kamen hinzu. Auch Treffpunkte für Jugendliche wurden geschaffen. Ein Brand im Jugendraum über dem Hangmen-Clubhaus in Maßbach stellte die Gemeinde vor Herausforderungen, doch der Wiederaufbau konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Defibrillatoren wurden in allen Ortsteilen installiert, Feuerwehrhäuser modernisiert und neue Fahrzeuge angeschafft. Besonders hob Klement die Gründung der ersten Kinderfeuerwehr hervor.
Kultur des Erinnerns
Ein Denkort für Deportationen mit Bezug zur Gemeinde wurde eingerichtet und eine Machbarkeitsstudie zur ehemaligen Synagoge wurde vorgestellt. Jubiläen wie die 1200-Jahr-Feier in Weichtungen unterstrichen die lebendige Ortsgeschichte. Nicht zuletzt trugen zahlreiche kleinere Maßnahmen zur positiven Entwicklung bei: vom Carsharing-Angebot über neue Wohnmobilstellplätze bis hin zur Sanierung von Friedhöfen und öffentlichen Gebäuden.
Projekte wie der Dorfladen „Tante Enso“ stärkten zudem die Nahversorgung. Trotz einzelner Rückschläge, etwa durch gestiegene Baukosten, die zur Verschiebung eines geplanten Wohnprojekts führten, zeigte sich Klement zufrieden. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Gemeinde auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleibe und Zukunftsprojekte erfolgreich umsetzen könne.














