Nachdenklich sitzt der ein oder andere Stadtrat in der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode. Während Michael Balk das Musikstück Streets of London (Ralph Mc Tell) anstimmt, kommt Wehmut auf, denn: Für zwölf Ratsfrauen und Ratsherren heißt es Abschied nehmen.
Abschied nehmen, von einer intensiven Zeit, geprägt von eifrigen Diskussionen, schweren Entscheidungen sowie manchmal langen, vielleicht auch zähen Sitzungen. Voller Nostalgie, aber mit einem Lächeln im Gesicht, wurden sie im Bürgersaal feierlich verabschiedet und geehrt.
Stadtrat Hammelburg hat 35,2 Millionen Euro investiert
„Wir stehen also heute schon an einem gewissen Wendepunkt“, eröffnet Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) während er in die Gesichter derer schaut, die Hammelburg über Jahre, teilweise Jahrzehnte geprägt und mitgestaltet haben. Zwölf Mitglieder und zwei Ortssprecher – und damit die Hälfte des Gremiums – sagen Auf Wiedersehen. „Es ist ein großer Umbruch für unsere Stadt, den es in dieser Art wohl kaum oder auch noch überhaupt nicht gegeben hat“, meint Warmuth.
Kommunalpolitik sei anstrengend, bereite aber auch Freude und Zufriedenheit. Sie erfordere Kompromissfähigkeit, Leidenschaft und manchmal vielleicht auch Leidensfähigkeit – aber es lohnt sich, meint er. „Es bedeutet oftmals ein langsames, aber starkes Durchbohren von dicken und teilweise auch harten Brettern“, weiß der Politiker.
In seiner Rede blickt er zurück auf schwere Entscheidungen, wie die Schließung des Bürgerspitals oder das Ende des Hotelbetriebs auf Schloss Saaleck, schaut aber auch auf die positiven Dinge. Das Bürgerhaus konnte eingeweiht werden, die Bahnhofstraße saniert, die Entwicklungen am Hochstein ins Rollen gebracht und die Situation der Feuerwehren verbessert werden. „Insgesamt haben wir 35,2 Millionen Euro investiert, davon 15 Millionen Euro Förderung. Es würde den Rahmen sprengen, alles zu erwähnen“, fasst Warmuth zusammen. Er sagt Danke für Jahre voller Elan und Sachkenntnis, wie „sie für Ihre Vorstellungen und Ziele gefochten und dabei sowohl den Weitblick, aber auch den Sinn für das Machbare bewiesen“ haben.
Während sich der Bürgermeister im Namen der Stadt bedankt, schenkt er jedem ein paar persönliche Worte und teilt die ein oder andere kleine Anekdote.
Das sind die Gehrten in Hammelburg
Maria Paff (Junge Liste) bekam für ihr ehrenamtliches Engagement als Stadträtin (seit 2020) sowie als Ortsbeauftragte von Obererthal (2020 bis 2022) eine Dankurkunde. Ebenso Yannick Pfriem (Freie Wählerschaft) und Reinhard Schaupp (CBB), die seit 2020 dem Gremium beiwohnten, erhielten zur Anerkennung eine Urkunde. Den beiden Ortssprechern Michael Schneider (Obererthal, seit 2022) und Babette Vogler (Feuerthal, seit 2022) wurde ebenfalls mit einer Urkunde gedankt. Luca Silberbach (Generation Z) rückte 2023 in den Stadtrat nach, auch er erhielt Anerkennung.
Zusätzlich verlieh der Bürgermeister zum Dank und in Anerkennung langjähriger und verdienstvoller Tätigkeit die Bürgermedaille. Patrick Bindrum (CSU) war seit 2002 im Hammelburger Stadtrat tätig. Gabriele Ebert (Freie Wählerschaft) war seit 2008 als Stadträtin und von 2014 bis 2022 als Ortsbeauftragte von Westheim tätig. Stadtratskollege Arnold Eiben (CSU) erhielt Dank für 18 Jahre Tätigkeit als Stadtrat.
Des Weiteren geehrt wurden Gudrun Kleinhenz (CSU), die seit 2002 Stadträtin war, und Edmund Schaupp (H.A.B.), der sich seit 2013 als Ortsbeauftragter von Gauaschach und Stadtrat engagiert hat. Dominik Sitter (FW/CBB) und Martin Wende (CSU) erhielten die Bürgermedaille für ihre Dienste im Stadtrat seit 2014.
Zuletzt erhielt das „Hammelburger Urgestein“ Reimar Glückkler (CBB) für seine langjährigen Dienste die Bürgermedaille. Seit 1990 war er im Stadtrat, von 1994 bis 2002 Ortsbeauftragter von Diebach, von 2002 bis 2008 dritter und von 2014 bis 2020 zweiter Bürgermeister der Stadt Hammelburg.
Zuletzt bedankte sich der Bürgermeister bei seinen beiden Stellvertretern Elisabeth Assmann (Grüne) und Christian Fenn (Junge Liste).
(Anmerkung d. Redaktion: Im Text sind lediglich die Dienste für die Stadt Hammelburg aufgelistet, weitere Tätigkeiten bleiben außen vor.)















