Die Preise für Polterholz waren vor drei Jahren wegen der damaligen Energiekrise angehoben worden. Doch mittlerweile ist der Brennholzpreis deutlich gefallen. Um überschüssiges Holz nach Deckung des Bedarfs der Ortsbewohner zusätzlich vermarkten zu können, hatte Revierleiter Michael Sautter der Marktgemeinde Bad Bocklet kürzlich eine generelle Preisanpassung an das Preisniveau der Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld empfohlen. „Somit kann der Preis für Ortsfremde jeweils entsprechend aktuell angepasst werden, sollte er wieder steigen oder weiter sinken“, hatte Sautter vorgeschlagen.
In seiner jüngsten Sitzung befasste sich nun der Bad Bockleter Gemeinderat mit diesem Thema und ermächtigte Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU), diesem Vorschlag zu folgen und den Verkaufspreis für Ortsfremde künftig entsprechend der Preisentwicklung der Forstbetriebsgemeinschaft anzupassen.
Der bisherige Preis für Brennholz lag seit 2023 für Ortsfremde bei 90 Euro pro Festmeter. Dieser wird ab sofort auf nur noch 70 Euro abgesenkt. Der entsprechend niedrigere Festmeterpreis für Ortsbewohner betrug bisher 64 Euro. Statt diesen Preis unverändert beizubehalten, wie vom Revierleiter und dem Rathaus vorgeschlagen, entschied der Gemeinderat anders und beschloss den Preis auf nur 60 Euro je Festmeter zu senken.
Wie geht es weiter mit der Allianz Kissinger Bogen?
Im Jahr 2014 schlossen sich die vier Gemeinden Bad Bocklet, Burkardroth, Nüdlingen und Oberthulba zur kommunalen Allianz „Kissinger Bogen“ unter dem Motto „Hier will ich wohnen, leben, arbeiten!“ zusammen. Wenige Monate später wurde der namensgleiche Verein gegründet, der mit Sitz in Nüdlingen seit März 2015 die Zusammenarbeit organisatorisch trägt. Ziel der Allianz war und ist, gemeindeübergreifend Projekte umzusetzen und die Region gemeinsam weiterzuentwickeln.
Der Bad Bockleter Gemeinderat hatte nun über die Weiterführung der gemeinsamen strategischen Vorgehensweise im Rahmen einer Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) im Rahmen der Allianz zu beraten und stimmte nach nur kurzer Diskussion der Fortführung für eine weitere Laufzeit von fünf Jahren einstimmig zu.
Dem entsprechend wird Bürgermeister Matthias Hüttl (Oberthulba) als aktueller Sprecher der ILE beauftragt, in Abstimmung mit dem unterfränkischen Amt für Ländliche Entwicklung (ALE, Würzburg) eine Ausschreibung zur Findung eines geeigneten Fachbüros zu veranlassen. Für die Neuerstellung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) mit dem Ziel, den ländlichen Raum der Allianz gleichzeitig als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum weiterzuentwickeln, wird eine Förderung von maximal 20.000 Euro in Aussicht gestellt.
Neue Leuchtbuchstaben
Zur Umsetzung der Projekte des neuen Konzepts ist auch weiterhin fachlich geeignetes Personal erforderlich. Vom Amt für Ländliche Entwicklung wurde deshalb für die Personalstelle eine Förderung von 50 Prozent und maximal 20.000 Euro pro Jahr sowie für die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit eine ebenfalls hälftige Förderung bis maximal 5 000 Euro pro Jahr in Aussicht gestellt.
Im Rahmen der Beratung über zwei private Bauanträge, denen der Gemeinderat in beiden Fällen ohne weitere Diskussion einvernehmlich zustimmte, informierte Bauamtsleiterin Tatjana Büttner das Ratsgremium über die Absicht des Laborunternehmens LS in Großenbrach, die bisherigen straßenseitig am Hauptgebäude sichtbaren Großbuchstaben LS durch Leuchtbuchstaben ersetzen zu wollen. Diese Maßnahme ist entsprechend den gültigen Bauvorschriften genehmigungsfrei, weshalb der Gemeinderat diese bauliche Veränderung nur zur Kenntnis nehmen konnte. Die kritische Nachfrage von Martina Faber (Grüne), ob diese Leuchtschrift denn die ganze Nacht scheinen wird, konnte von der Verwaltung nicht beantwortet werden.









