Die gesperrte hintere Treppe zwischen Hartstraße und Auerhahnweg: Wie wichtig ist sie für Bad Brückenau? Wie wichtig ist sie der Stadt Brückenau? Diese Fragen stellen sich, nachdem Ex-CSU-Stadtrat Karlheinz Schmitt ihren Zustand bei der Bürgerversammlung für die Kernstadt angesprochen hatte.
Schmitt machte ein Dilemma deutlich, mit dem Bürgermeister Jan Marberg (SPD) und seine Verwaltung täglich hadern: viele dringliche Aufgaben und kaum Geld, sie zu bewältigen.
Bürgerversammlung im Schulzentrum
Weil die Georgi-Kurhalle wegen eines Wasserschadens gesperrt ist, fand die Kernstadt-Versammlung in der Mittelschulaula im Schulzentrum Römershag statt. Rund 50 Besucher kamen, darunter einige Stadträte. Weitere Interessierte konnten sich per Livestream im Internet dazuschalten.
Marbergs dreiviertelstündiger Vortrag mit Statistik zur Stadtbevölkerung, Steuereinnahmen, gewesenen und geplanten Veranstaltungen sowie beabsichtigten, begonnenen, aber auch abgebrochenen Projekten zeigte: Bürgermeister und Verwaltung bemühen sich, erzielen kleinere Erfolge; die Finanzknappheit bremst aber große Projekte aus.
Alphorntage finden wieder statt
Die aus Sicht der Redaktion wichtigsten Infos: Die 2025 gestarteten Alphorntage werden 2026 wiederholt. Die Erweiterung des Bauhofs ist in seinem östlichen Teil abgeschlossen; die Nordachse ist im Bau.
Die Siebenbrücksgasse wird Baustelle. Unter dem historischen Pflaster verläuft die „älteste Wasserleitung der Stadt aus den 1950er-Jahren”. Sie bereitet dem Wassermeister Kopfschmerzen, weil sie zu bersten droht. Eine Erneuerung sei kompliziert, weil das Pflaster als Bodendenkmal gelte, so Marberg.
Die Brandschutzsanierung im Rathaus steht in den Startlöchern, ebenso das Fahrradstellplatzkonzept. Das Sturzflutmanagement wird im Mai fertig und bald vorgestellt.
Kontrolle auch für fließenden Verkehr?
Die „scharfgestellte” Überwachung des ruhenden Verkehrs generiert laut Marberg sowohl Zuspruch als auch Verärgerung. Nach Pilotmessungen des fließenden Verkehrs an ausgesuchten Stellen (wir berichteten) muss der Stadtrat darüber befinden, ob er eine solche Überwachung auch will.
Für den Bürgermeister steht fest, dass in der Kernstadt mehr Stellplätze benötigt werden, als vorhanden sind. Der Trend gehe weg von Gewerbe und Einzelhandel hin zu Wohnen – und zu mehr als einem Auto pro Familie.
Beim Jugendraum haben die beiden Jugendpflegerinnen eine Idee, wie man einen bestehenden Raum erweitern könnte. Wo sich dieser befindet, sagte Marberg nicht.
Für die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete prüft die Stadt mehrere angebotene Flächen. Bei vielen gebe es rechtliche Beschränkungen zu beachten.
Stopp für einige Projekte
Einige Projekte werden nicht weiterverfolgt, darunter der Entdeckerpfad in Volkers. Laut Marberg ist die günstige staatliche Förderung nicht mehr gegeben, der Eigenanteil der Stadt wäre zu hoch. Ähnlich ist es beim „Digitalen Amt", für das das Förderprogramm ausgelaufen ist.
Besser sieht es bei der angestrebten Sanierung des Erdgeschosses im Alten Rathaus inklusive Schimmelbeseitigung aus. Sie ist förderfähig. Mittelfristig soll die Tourist-Information (TI) wieder einziehen.
Andere Öffnungszeiten für Tourist-Information?
Eine Besucherin fragte, wann das sei und ob die TI dann öffnen könne, wenn Touristen sie besonders bräuchten – an Sonn- und Feiertagen. Laut Marberg ermittelt die städtische Bauabteilung zusammen mit einem Ingenieurbüro die Kosten der Teilsanierung.
Über Öffnungszeiten könne man sprechen. Die Mitarbeiterinnen bräuchten aber Ressourcen, sich mehr um Touristen zu kümmern. Eine Idee: die Organisation des Stadtfestes wieder mehr in ehrenamtliche Hände geben.
Eigentlich sollte die Glasfaser Plus GmbH das Brückenauer Glasfasernetz ausbauen. Für sie sei das aber unwirtschaftlich, so Marberg. So bleibe diese wichtige Aufgabe an der Stadt hängen. Glasfaser nicht zu haben, könne zum Nachteil für die Kommune werden.
Bewerbung für Stabihilfe muss sitzen
Auf die Stabilisierungshilfe angesprochen, erläuterte Marberg nochmal die Gründe für deren wiederholte Ablehnung (wir berichteten). Aktuell sei mehr Geld als in den Vorjahren zu verteilen. Deswegen müsse der Schuss, sprich die Bad Brückenauer Bewerbung diesmal sitzen. Kämmerer Andreas Braun sei nach München gefahren, um sich mit Kollegen des Städtetags auszutauschen.
Bei der Therme Sinnflut sprach Marberg von einem „Drahtseilakt sondergleichen”. Mit der Übernahme durch die Stadt habe man die Stadtwerke entlastet, sie handlungs- und kreditfähiger gemacht. Allerdings fresse die Immobilie städtische Rücklagen für mehrere Jahre auf. Ein (selbst zu bezahlender) Abriss würde wegen des wegfallenden Unterhalts eine Konsolidierung des Haushalts bedeuten.
Leider seien zwei der vier ursprünglichen Förderprogramme für einen Neubau der Sinnflut weggefallen. Das neue Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ bezuschusse Schwimmbäder „nur im Ausnahmefall”.
Das Treppen-Provisorium zwischen Markt- und Kirchplatz weist offenkundig Abnutzungsspuren auf. Warum es nicht wegreißen und die darunterliegende Treppe pragmatisch herrichten, wurde gefragt. Laut Marberg gibt es einen Antrag eines Stadtratsmitglieds, das Stahlgerüst zu beseitigen. Der Bürgermeister will aufs Städtebauliche Entwicklungskonzept warten, um auch das Umfeld der Treppe sanieren zu können.
Neues Feuerwehrhaus für Römershag
Die Planung fürs neue Gerätehaus der Feuerwehr Römershag will der Bürgermeister unbedingt dieses Jahr angehen, möchte aber den Feuerwehrbedarfsplan abwarten. Dann werde sich weisen, ob der aktuelle Standort (wie ihn sich die Römershager Wehr wünscht) oder einer näher am Schulzentrum sinnvoll sei.
Ein Besucher vertrat die Ansicht, dass „das Wertmindendste am alten Hotel Post der Denkmalschutz” sei. Ein Verantwortlicher des Denkmalamtes müsse sich vor Ort umschauen. Ziel müsse sein, den Schutzstatus des maroden Gebäudes wegzubekommen und dann zu überlegen, was man damit mache. Auch zweifelte der Besucher im Fall eines Abrisses die Notwendigkeit einer Schimmelsanierung an.
Marberg glaubt nicht, dass dieses Vorgehen zum Erfolg führt. Stadtrat Claudio Kleinhans (PWG) ergänzte, dass eine Schimmel- und Asbestsanierung auf jeden Fall nötig ist, egal ob man das Gebäude später saniert, es teils oder ganz abreißt. Tue man das nicht, bestehe bei der Schuttentsorgung die Gefahr der Kontaminationsverschleppung.
Und die Treppe zwischen Hartstraße und Auerhahnweg? Sieht Marberg auf der Prioritätenliste nicht an Platz 1. Dafür fehlten der Verwaltung Zeit und Geld.
Karlheinz Schmitts Einwand, die Treppe sei wichtiger als das gerade wiedererstehende Schabbesgärtje an der Polizeiinspektion, konterte der Bürgermeister: Letzteres sei ein gefördertes Projekt der Rhönallianz für unter 20.000 Euro. Die Treppe am Auerhahnweg werde wohl weit teurer.













