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Expertenmeinung
Sinnflut: Plan B für Schulschwimmbad möglich
Viele Badegäste empfängt Norbert Schneider bei den sommerlichen Temperaturen an der Kasse der Therme Sinnflut. Offensichtlich mit viel Spaß.
Viele Badegäste empfängt Norbert Schneider bei den sommerlichen Temperaturen an der Kasse der Therme Sinnflut. Offensichtlich mit viel Spaß. // Steffen Standke
Bad Brückenau – Das Büro Brückner & Brückner hält die vom Bürgerverein geforderte tiefere Prüfung der „kleineren“ Variante für machbar. Favorit ist aber etwas anderes.

Die neue „Sinnflut“ als reine Schwimmhalle mit angegliederter Sauna und Außenbecken – für den Bürgerverein wäre das eine realistische Alternative zum bevorzugten großen Familien- und Freizeitbad. Dieser Plan B müsse tiefer geprüft werden, fordert der Vorstand in einem offenen Brief.

Nach Stadt und Stadtwerken äußert sich nun auch das beauftragte Ingenieurbüro Brückner & Brückner aus Würzburg dazu. Klar wird: Die Planer haben sich früh auf eine große Lösung konzentriert.

Suche nach richtigem Angebot für vielfältige Nutzer

Am Beginn der Überlegungen habe man gemeinsam mit dem Bauherrn, den Nutzern und den Fördergebern für das Projekt ein Raumprogramm entwickelt, heißt es von Brückner & Brückner. „Eine wesentliche Prämisse war hierbei, dass die zukünftige ,Sinnflut‘, wie auch die bisherige, für sehr vielfältige Nutzergruppen das richtige Angebot bietet.“

Ziel sei gewesen, ein angemessenes Raumangebot für ein „Bad für alle“ zu schaffen. Das Schulschwimmen, Sportler und Schwimmer sollten ebenso zu ihrem Recht kommen wie Familien, Kinder verschiedenen Alters, Vereine, therapeutische Gruppen, Erholungssuchende und andere Nutzer.

Wasserfläche der Sinnflut in Planung reduziert

Das Ergebnis seien drei Innenbecken (Mehrzweck-, Vario- und Mineralwasserbecken), eine Rutsche (im Wesentlichen die bestehende, die umgebaut wird) und ein Kleinkindbereich gewesen. Das vorhandene Außenbecken stehe zusätzlich weiter zur Verfügung. „ Im Vergleich zur jetzigen ,Sinnflut‘ wurde Wasserfläche bereits reduziert, um eine angemessene Größe zu finden“, heißt es weiter.

Sehr bald habe sich ergeben, dass das erarbeitete Raumprogramm gut durch die ins Auge gefassten Fördergeber abgedeckt wird. Das bayerische Finanzausgleich-Programm (FAG) fördere das große Mehrzweckbecken und damit die Belange des Schulschwimmens.

Eigenanteil der Stadt bei reinem Schulschwimmbecken nicht geringer

Das Ziel von RÖFE (Förderung von öffentlichen touristischen Infrastruktureinrichtungen) sei der touristische Mehrwert. Unter diese Bezuschussung des Freistaates fallen das Vario- und das Mineralwasserbecken, das Kleinkindbecken sowie teilweise die Gastronomie.

Das RÖFE-Programm leiste einen wesentlichen größeren Anteil zur Finanzierung als die FAG-Förderung. „Somit wurde klar, dass der beim Bauherrn verbleibende Finanzierungsanteil nicht wesentlich niedriger wäre, wenn ein reines Schulschwimmbecken umgesetzt würde“, teilt das Planungsbüro mit.

Option Hallenbad wurde nicht vertieft

Die über RÖFE geförderten Bereiche der „Sinnflut“ würden deren Angebot für vielfältige Nutzergruppen sehr bereichern und einen wirtschaftlicheren Betrieb des Bades ermöglichen – und das bei nahezu gleichem Eigenanteil der Kommune. Daher habe sich der Bauherr entschieden, diese Variante weiterzuverfolgen. Die Option „Schulschwimmbad“ sei nicht vertieft worden.

Sollte sich der Bauherr dafür entscheiden, nun doch die Variante „nur Schulschwimmbad“ weiterzuverfolgen, wäre dies aus Sicht des Würzburger Büros möglich. „Die vorhandene Planung müsste dann entsprechend umgearbeitet werden und die fördertechnischen, wirtschaftlichen und planerischen Konsequenzen aufgezeigt werden.“

Höhere Betriebskosten bei kleiner Lösung

Zu den zu erwartenden jährlichen Betriebskosten einer „Sinnflut“ als Schulschwimmbad kann Brückner & Brückner nichts sagen. „Die Betriebskosten generell wurden durch das Planungsbüro, welches die technischen Anlagen plant, gemeinsam mit dem Bauherrn ermittelt.“

Stadtwerke-Geschäftsführer Torsten Zwingmann sagte auf Anfrage, dass die Betriebskosten nach aktueller Berechnung bei einem reinen Sportschwimmbad um 130.000 Euro höher liegen würden als beim großen Familien- und Freizeitbad (wir berichteten).

Mehr zur Diskussion um den Neubau der Therme Sinnflut lesen Sie hier:

 

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