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Altes Gebäude neu beleben
Kleingastronomie im Bahnhof Münnerstadt?
Bahnhof Münnerstadt
Der Bahnhof braucht eine umfassende Sanierung. Mit dem Erdgeschoss soll teilweise begonnen werden. // Hartmut Hessel
Kindergarten Münnerstadt
Kindergarten, Jugendzentrum und Bolzplatz sind jetzt im städtischen Eigentum. // Hartmut Hessel
Münnerstadt – Kindergarten, Jugendzentrum und Bolzplatz sind jetzt im städtischen Eigentum. Das gilt auch für den Bahnhof, der saniert werden soll.

Der Stadtrat hat sich in seiner ersten Arbeitssitzung mit dem Erlass der Haushaltssatzung beschäftigt, genauer mit der Finanzplanung bis 2029 und den Kriterien der Stabilisierungshilfe 2026. Die Rätinnen und Räte hatten das Haushaltskonsolidierungskonzept 2026 zu verabschieden. Wer als Kommune staatliche Unterstützung einfordert, muss sich mit strengen Vorgaben auseinandersetzen und Potenziale darlegen.

Die Konsolidierung in Münnerstadt belegt auf 28 Seiten einen Mix aus Streichungen, Einsparungen, Verschiebungen, Umbuchungen, konkret von weniger Papierverbrauch, keinen bis möglichst wenig Sonderveranstaltungen und Dienstreisen bis hin zu keinem neuen Baugebiet. Marode Straßen sollen später repariert werden.

Auch die Darstellung, wie man mit dem vorhandenen Personal aufkommende Lücken bei gleicher Arbeitsmenge bestreiten will, findet sich in dem Konsolidierungskonzept. Dabei will die Stadt Münnerstadt im Moment an der bestehenden örtlichen Struktur der Grundsteuer A und B festhalten und nicht den Posten erhöhen. Das wird ausführlich begründet.

Der Bürgermeister hob den ständigen Austausch mit der prüfenden Verwaltungsstelle im Landratsamt hervor, so dass die Chance größer sei, „dass die Stabilisierungshilfe auch wirklich kommt!“ Der Stadtrat nahm gegen die Stimme von Johannes Wolf (B90/Grüne) das Konzept an. Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner (FW), Oliver Jurk (CSU) und Klaus Schebler (NW) hatten für ihre Fraktionen vorher nochmals die Notwendigkeit der Stabilisierungshilfe betont.

Haushalt erneut verabschiedet

Kämmerer Stefan Bierdimpfl wies die Stadtratsmitglieder darauf hin, dass die Auflagen für den Erhalt von Stabilisierungshilfe auch in Zukunft nicht kleiner werden. Der Stadtrat verabschiedete dann auch die Haushaltssatzung 2026 erneut, zusammen mit der Änderung der aktuellen Kreditaufnahme auf null, um bei der später notwendigen Neuaufnahme ab 2027 etwas mehr Spielraum zu gewinnen. Ein Prozedere, das für die neuen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger nicht leicht zu verdauen ist.

Leichter war der Sachstandsbericht zum städtischen Eigentum Bahnhofsgebäude zu verstehen. Bürgermeister Kastl informierte den Rat, dass sich die Reservistenkameradschaft aufgelöst hätte und ihre viele Jahre genutzte Räumlichkeit im Erdgeschoss aufgegeben hat. Inzwischen laufen Gespräche über die Einrichtung einer Kleingastronomie.

Zwar ist das Erdgeschoss ziemlich verbaut. Er sei aber zuversichtlich, dass sich – im nichtöffentlichen Teil – bei einer entsprechenden Grundsatzentscheidung des Stadtrats am „Eingangstor zur Stadt“ etwas positiv bewegt. Eine teilweise Nutzung des Bahnsteigs wird angestrebt.

Im ersten Stock befindet sich die örtliche Krisen-Einsatzzentrale der Feuerwehr, die nach Aussage des Bürgermeisters bleiben soll. Thorsten Harnus (CSU) findet die gestückelte Nutzung des Einzeldenkmals nicht zielführend. Zum einen wäre eine öffentliche Toilettenanlage notwendig, zum anderen fordert er eine Gesamtbetrachtung in verschiedene Richtungen, also dass es „vom leeren Bahnhof zum Bürgerbahnhof kommt“. Johannes Wolf ergänzte dazu, dass bei einer schnellen Umsetzung des Vorhabens mehr Licht und Pflanzenschmuck bereits ein guter Anfang wären.

Mietvertrag mit katholischer Kirchenverwaltung

Schon lange ist das Jugendzentrum mit dem angeschlossenen Kindergarten ein öffentlich genutzter Raum. Seit kurzer Zeit ist das Anwesen inklusive Bolzplatz im Eigentum der Stadt Münnerstadt. Es ändert sich nichts an der Trägerschaft des Kindergartens, und für die Nutzung der Räume im Jugendzentrum durch die Pfadfinder wurde mit der katholischen Kirchenverwaltung ein Mietvertrag abgeschlossen.

Ändern beziehungsweise anpassen müssen sich in Zukunft die räumlichen Verhältnisse durch eine umfassende Sanierung. Was unter anderem den Kauf durch die Stadt begründete. Denn es ist einfacher, als Bauherr auch Eigentümer zu sein, was Arbeitsprozesse bei der Sanierung vereinfacht, sagte der Bürgermeister, und verwies auf das Modell Kindergarten Großwenkheim.

Wände raus im Altenheim

Die katholische Kirche ist mit der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena, dem wiedereröffneten „Schatzkästlein“, noch immer bautechnisch nicht am Ende. Das Dach des südlichen Seitenschiffs muss noch saniert werden. Dafür erteilte der Stadtrat das gemeindliche Einvernehmen.

Die Carl von Hess-Stiftung stellt einen Antrag für eine Tekturänderung im Rahmen der Gesamtsanierung des Altenpflegeheims Juliusspital. Genauer werden im Innenbereich vom Erd- bis zum Dachgeschoss Zwischenwände beseitigt und damit Räume umgestaltet. Auch müssen Stellplätze nachgewiesen werden. Der Bauherr plant sogar einen mehr als verlangt. Der Stadtrat erteilte das Einvernehmen.

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